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Krieg, Energiepreise, Inflation: Bondmärkte stellen den Zinsausblick neu auf
10.03.26 12:55
Neuberger Berman
New York (www.anleihencheck.de) - Der Nahostkrieg verunsichert und der US-Arbeitsmarkt scheint schwach - eine Herausforderung für Wirtschaft und Anleger. Jeff Blazek, Multi-Asset Co-Chief Investment Officer bei Neuberger Berman, ist sich der Risiken bewusst, bleibt aber zuversichtlich.
Zentrale Einschätzungen des Investmentexperten:
• Die Rohstoffpreisreaktion sei insgesamt plausibel gewesen. Angebot und Nachfrage hätten die Energiepreise kräftig steigen lassen - mit Volatilität und Backwardation bei Rohöl sowie Preisspitzen in Europa und bei Flüssigerdgas. Alles habe den Erwartungen der Experten von Neuberger Berman in Zeiten wie diesen entsprochen. Der Goldpreis sei zunächst, durchaus überraschend, gefallen, bevor sich das Edelmetall wieder als sicherer Hafen erwiesen habe.
• Die Aktienmarktreaktionen seien uneinheitlicher gewesen. Die Verluste nicht amerikanischer Titel seien nicht unerwartet gekommen, aber die Stabilität des US-Marktes überrasche, vor allem angesichts der hohen Bewertungen. Eine naheliegende Erklärung scheine zu sein, dass die USA als sicherer Hafen gelten würden. Dafür spreche auch der starke Dollar. Anleger würden Risiken abbauen und US-Anlagen für defensiv halten. Dazu passe, dass Europa und Asien mehr Energie importieren würden, was die USA zu einer sichereren Anlage mache.
• Das zeige sich auch am Währungsmarkt: Der Dollar habe zu den wenigen Anlagen mit Kursgewinnen gezählt. Andere Industrieländerwährungen hätten gegenüber dem Dollar abgewertet, und Rohstoffwährungen aus den Emerging-Market-Ländern seien besonders stark gefallen.
• Überrascht hätten die Experten von Neuberger Berman hingegen die Staatsanleihenrenditen. Sie seien durchweg stark gestiegen - die US-Zehnjahresrendite zeitweise um 20 Basispunkte. Zugleich würden Anleger aber jetzt mit mindestens einer Zinssenkung weniger rechnen - in den USA, im Euroraum und auch in Großbritannien. Investoren würden sowohl mehr Inflation als auch höhere Realzinsen erwarten, eine ungewöhnliche Kombination. Normalerweise würde die Flucht in sichere Staatsanleihen Inflationssorgen bei einem Angebotsschock zumindest teilweise ausgleichen. Als die Angriffe am letzten Wochenende begonnen hätten, habe das zunächst der Fall zu sein geschienen. Aber dann habe sich die Entwicklung deutlich umgekehrt.
• An den Anleihenmärkten rechne man jetzt wieder mit einer dauerhaft höheren Inflation, ohne dass die Nachfrage nach sicheren Häfen dies ausgleiche. Auf beiden Seiten des Atlantiks würden die Renditen steigen und im Euroraum erwarte man sogar Zinserhöhungen. Da keiner wisse, wie lange der Krieg dauere und ob die Energiepreise bald wieder fallen würden, wirke das sehr einseitig. Die Experten von Neuberger Berman würden die Lage genau im Blick behalten.
• Trotz aller Turbulenzen und des Ernsts der Lage seien Aktien weltweit recht stabil gewesen. Schließlich seien Unternehmensgewinne und Wachstumserwartungen vor dem Kriegsausbruch gut gewesen.
• Doch seitdem sei viel passiert, und die optimistischen Fundamentalannahmen der Experten von Neuberger Berman würden auf die Probe gestellt. Sorgen mache den Experten zurzeit vor allem der Energiepreisschock. Man dürfe aber auch den amerikanischen Arbeitsmarkt nicht aus dem Blick verlieren.
• Im Februar seien in den USA 92.000 Stellen verloren gegangen, obwohl man mit einem Zuwachs von 55.000 gerechnet habe - ein deutlicher Unterschied zum Januar, als noch 126.000 Stellen geschaffen worden seien. Entscheidenden Anteil hätten Beschäftigungsverluste im Gesundheitssektor nach größeren Streiks von medizinischem Personal gehabt. Aber auch im Technologiesektor seien Arbeitsplätze verloren gegangen und die Bundesregierung baue ohnehin weiter Stellen ab.
• Am Markt sei man zu Recht beunruhigt. Einen derart großen weltpolitischen Schock zusammen mit einer überraschenden Arbeitsmarktschwäche in den USA müssten die Optimisten erst einmal verarbeiten; man könne es nicht einfach als Noise abtun. Aber Unruhe sei nicht das Gleiche wie eine Korrektur - und Komplexität bedeute nicht unbedingt Verschlechterung.
• Die Lage sei unübersichtlicher geworden, aber nicht fundamental anders. Mittelfristig würden die Experten von Neuberger Berman für risikoreiche Titel und die Wirtschaft optimistisch bleiben. Drastische Einbrüche seien für die Experten kein Grund zum Rückzug - sondern Kaufgelegenheiten. (10.03.2026/alc/a/a)
Zentrale Einschätzungen des Investmentexperten:
• Die Rohstoffpreisreaktion sei insgesamt plausibel gewesen. Angebot und Nachfrage hätten die Energiepreise kräftig steigen lassen - mit Volatilität und Backwardation bei Rohöl sowie Preisspitzen in Europa und bei Flüssigerdgas. Alles habe den Erwartungen der Experten von Neuberger Berman in Zeiten wie diesen entsprochen. Der Goldpreis sei zunächst, durchaus überraschend, gefallen, bevor sich das Edelmetall wieder als sicherer Hafen erwiesen habe.
• Die Aktienmarktreaktionen seien uneinheitlicher gewesen. Die Verluste nicht amerikanischer Titel seien nicht unerwartet gekommen, aber die Stabilität des US-Marktes überrasche, vor allem angesichts der hohen Bewertungen. Eine naheliegende Erklärung scheine zu sein, dass die USA als sicherer Hafen gelten würden. Dafür spreche auch der starke Dollar. Anleger würden Risiken abbauen und US-Anlagen für defensiv halten. Dazu passe, dass Europa und Asien mehr Energie importieren würden, was die USA zu einer sichereren Anlage mache.
• Das zeige sich auch am Währungsmarkt: Der Dollar habe zu den wenigen Anlagen mit Kursgewinnen gezählt. Andere Industrieländerwährungen hätten gegenüber dem Dollar abgewertet, und Rohstoffwährungen aus den Emerging-Market-Ländern seien besonders stark gefallen.
• An den Anleihenmärkten rechne man jetzt wieder mit einer dauerhaft höheren Inflation, ohne dass die Nachfrage nach sicheren Häfen dies ausgleiche. Auf beiden Seiten des Atlantiks würden die Renditen steigen und im Euroraum erwarte man sogar Zinserhöhungen. Da keiner wisse, wie lange der Krieg dauere und ob die Energiepreise bald wieder fallen würden, wirke das sehr einseitig. Die Experten von Neuberger Berman würden die Lage genau im Blick behalten.
• Trotz aller Turbulenzen und des Ernsts der Lage seien Aktien weltweit recht stabil gewesen. Schließlich seien Unternehmensgewinne und Wachstumserwartungen vor dem Kriegsausbruch gut gewesen.
• Doch seitdem sei viel passiert, und die optimistischen Fundamentalannahmen der Experten von Neuberger Berman würden auf die Probe gestellt. Sorgen mache den Experten zurzeit vor allem der Energiepreisschock. Man dürfe aber auch den amerikanischen Arbeitsmarkt nicht aus dem Blick verlieren.
• Im Februar seien in den USA 92.000 Stellen verloren gegangen, obwohl man mit einem Zuwachs von 55.000 gerechnet habe - ein deutlicher Unterschied zum Januar, als noch 126.000 Stellen geschaffen worden seien. Entscheidenden Anteil hätten Beschäftigungsverluste im Gesundheitssektor nach größeren Streiks von medizinischem Personal gehabt. Aber auch im Technologiesektor seien Arbeitsplätze verloren gegangen und die Bundesregierung baue ohnehin weiter Stellen ab.
• Am Markt sei man zu Recht beunruhigt. Einen derart großen weltpolitischen Schock zusammen mit einer überraschenden Arbeitsmarktschwäche in den USA müssten die Optimisten erst einmal verarbeiten; man könne es nicht einfach als Noise abtun. Aber Unruhe sei nicht das Gleiche wie eine Korrektur - und Komplexität bedeute nicht unbedingt Verschlechterung.
• Die Lage sei unübersichtlicher geworden, aber nicht fundamental anders. Mittelfristig würden die Experten von Neuberger Berman für risikoreiche Titel und die Wirtschaft optimistisch bleiben. Drastische Einbrüche seien für die Experten kein Grund zum Rückzug - sondern Kaufgelegenheiten. (10.03.2026/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 24.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


