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Kreditmärkte zeigen sich weiterhin robust
23.09.14 10:24
Bank J. Safra Sarasin AG
Basel (www.anleihencheck.de) - Die europäischen Kreditmärkte haben in den letzten Jahren eine außerordentlich starke Performance gezeigt, so die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG.
So hätten europäische Investment Grade-Anleihen seit Anfang 2012 aggregiert 23% und High Yield-Bonds 45% rentiert. Nun würden sich viele Anleger die Frage stellen, ob man am Ende der Party angelangt sei und es Zeit werde, die Anleihenbestände abzubauen.
In der Vergangenheit hätten sich Analysten sehr schwer getan, das Ende eines Kreditzyklus vorherzusagen. Jeder Zyklus sei anders. Aus historischen Daten lasse sich jedoch ableiten, dass am Ende eines Zyklus typischerweise eine Kombination aus restriktiver Geldpolitik, hohen Bewertungen und schlechteren Unternehmensfundamentaldaten bestehe. Gemessen an diesen Indikatoren sei der Zyklus in Europa von seinem Ende noch weit entfernt.
So halte die EZB derzeit die Geldschleusen weit geöffnet und die erste monetäre Straffung werde wohl kaum vor 2017 stattfinden. Der erste Zinsschritt habe dabei eine besondere Signalwirkung, da in den vergangenen Kreditzyklen erst zwei bis vier Jahre nach der initialen Zinserhöhung eine Erhöhung der Risikoprämien von Unternehmensanleihen beobachtet worden sei.
Die zeitliche Verzögerung entstehe dadurch, dass Zinserhöhungen tendenziell bei einem Konjunkturaufschwung vorgenommen würden. Mit der Verbesserung der Unternehmensgewinne werde Zeit gewonnen für den Übergang von einer lockeren zu einer restriktiven Geldpolitik. Würden die Zinsen jedoch eine gewisse Höhe erreichen, hätten die am stärksten fremdfinanzierten Unternehmen zunehmend Mühe die gestiegenen Zinslasten zu tragen. In der Folge würden die Ausfallraten steigen, Abschreibungen würden getätigt, die Risikoprämien würden ansteigen und der Kreditzyklus finde damit sein Ende. Da die geldpolitischen Zeichen in Europa weiterhin auf Expansion stünden, liege ein solches Szenario allerdings noch in weiter Ferne.
Auch gemessen an den Fundamentaldaten der Unternehmen sehen die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG wenig Gefahr einer scharfen Korrektur an den Kreditmärkten. So beobachte man weiterhin einen ausgeprägten Fokus auf robuste Bilanzen. Würden beispielsweise Übernahmen getätigt, so würden diese eher kreditorenfreundlich (d.h. mit viel Eigenkapital) finanziert. Des Weiteren würden die Bewertungen an den Kreditmärkten auf keine Exzesse hindeuten und die Risikoprämien würden sich nahe dem historischen Durchschnitt bewegen. Beispielsweise liege die Risikoprämie von High Yield-Anleihen derzeit nahezu viermal so hoch wie die aktuelle Ausfallrate in diesem Marktsegment.
Die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG prognostizieren, dass der aktuelle Zyklus noch weitere Quartale andauern wird. In diesem Zeitraum dürften die Bewertungen weiter ansteigen. Deshalb lohne es sich, bei festverzinslichen Anlagen weiterhin auf risikoreichere Anleihen zu setzen. Vor diesem Hintergrund würden die Analysten europäische High Yield, Hybridanleihen und nachrangige Finanztitel empfehlen. (23.09.2014/alc/a/a)
So hätten europäische Investment Grade-Anleihen seit Anfang 2012 aggregiert 23% und High Yield-Bonds 45% rentiert. Nun würden sich viele Anleger die Frage stellen, ob man am Ende der Party angelangt sei und es Zeit werde, die Anleihenbestände abzubauen.
In der Vergangenheit hätten sich Analysten sehr schwer getan, das Ende eines Kreditzyklus vorherzusagen. Jeder Zyklus sei anders. Aus historischen Daten lasse sich jedoch ableiten, dass am Ende eines Zyklus typischerweise eine Kombination aus restriktiver Geldpolitik, hohen Bewertungen und schlechteren Unternehmensfundamentaldaten bestehe. Gemessen an diesen Indikatoren sei der Zyklus in Europa von seinem Ende noch weit entfernt.
Die zeitliche Verzögerung entstehe dadurch, dass Zinserhöhungen tendenziell bei einem Konjunkturaufschwung vorgenommen würden. Mit der Verbesserung der Unternehmensgewinne werde Zeit gewonnen für den Übergang von einer lockeren zu einer restriktiven Geldpolitik. Würden die Zinsen jedoch eine gewisse Höhe erreichen, hätten die am stärksten fremdfinanzierten Unternehmen zunehmend Mühe die gestiegenen Zinslasten zu tragen. In der Folge würden die Ausfallraten steigen, Abschreibungen würden getätigt, die Risikoprämien würden ansteigen und der Kreditzyklus finde damit sein Ende. Da die geldpolitischen Zeichen in Europa weiterhin auf Expansion stünden, liege ein solches Szenario allerdings noch in weiter Ferne.
Auch gemessen an den Fundamentaldaten der Unternehmen sehen die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG wenig Gefahr einer scharfen Korrektur an den Kreditmärkten. So beobachte man weiterhin einen ausgeprägten Fokus auf robuste Bilanzen. Würden beispielsweise Übernahmen getätigt, so würden diese eher kreditorenfreundlich (d.h. mit viel Eigenkapital) finanziert. Des Weiteren würden die Bewertungen an den Kreditmärkten auf keine Exzesse hindeuten und die Risikoprämien würden sich nahe dem historischen Durchschnitt bewegen. Beispielsweise liege die Risikoprämie von High Yield-Anleihen derzeit nahezu viermal so hoch wie die aktuelle Ausfallrate in diesem Marktsegment.
Die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG prognostizieren, dass der aktuelle Zyklus noch weitere Quartale andauern wird. In diesem Zeitraum dürften die Bewertungen weiter ansteigen. Deshalb lohne es sich, bei festverzinslichen Anlagen weiterhin auf risikoreichere Anleihen zu setzen. Vor diesem Hintergrund würden die Analysten europäische High Yield, Hybridanleihen und nachrangige Finanztitel empfehlen. (23.09.2014/alc/a/a)


