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Kreditmärkte bleiben interessant - Marktanalyse


13.01.14 16:17
Bank J. Safra Sarasin AG

Basel (www.anleihencheck.de) - Die Jahresendrally hat viele Aktien zu neuen Höchstständen geführt, so die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG.

Die Anlegerstimmung sei äußerst positiv und es würden sich zurzeit keine dunklen Wolken am Horizont zeigen. Die Bank J. Safra Sarasin empfehle, dass Anleger gerade deshalb nicht auf den fahrenden Zug aufspringen würden. Da die globalen Frühindikatoren darauf hindeuten, dass wir uns nahe am Wachstumszenit befinden, scheint das Aufwärtspotenzial für Aktien für die nächsten Monate beschränkt, so die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG. Die richtige Aktienauswahl werde daher im Jahr 2014 umso wichtiger. Die Aktienfavoriten der Bank J. Safra Sarasin seien: AXA, Banque Cantonale Vaudoise, Clariant, Møller-Maersk, Reckitt Benckiser, Roche GS, SAP and Swatch Group.

Die Industriestaaten würden sich zum Jahreswechsel in einem sehr robusten makroökonomischen Umfeld befinden. Die Einkaufsmanagerindices würden sich in den meisten Regionen nahe an historischen Höchstständen befinden. Selbst in Europa zeichne sich eine Aufhellung der Stimmung ab. Die starke Wachstumsdynamik dürfte aber nicht mehr allzu lange anhalten.

Die zyklischen Modelle der Analysten würden darauf hindeuten, dass es schon bald zu negativen Überraschungen kommen könnte. Das Momentum der Einkaufsmanagerindices habe in den USA gedreht und sei auch in Euroland fallend. Einzig China zeige sich noch in einem Aufwärtstrend, doch sei dies eher auf die Schwäche im ersten Halbjahr 2013 zurückzuführen. Die jüngsten Daten aus China seien eher enttäuschend gewesen.

Philipp E. Bärtschi, Chief Investment Officer Privatkunden der Bank J. Safra Sarasin: "Da wir die Aktiengewichtung in unseren Portfolios im vierten Quartal 2013 von einem deutlichen Übergewicht auf neutral reduziert haben, sind wir für die erwarteten negativen Überraschungen im ersten Quartal 2014 gerüstet. Wir beobachten die Märkte genau, um mögliche Übertreibungen nach oben festzustellen, und weitere Gewinne mitzunehmen. Die richtige Auswahl der Aktien wird in diesem Jahr entscheidend sein, da das Aufwärtspotenzial insgesamt beschränkt ist."

Aufgrund der positiven Wirtschaftsdaten hätten sich die Aktienmärkte von einer kurzfristigen Schwäche im Dezember erholen können und hätten zu Jahresende erneut zugelegt. Kurzfristig seien die Märkte durch das positive Makrobild, die weiterhin expansive Geldpolitik der Zentralbanken sowie die normalerweise positive Renditemuster zu Jahresbeginn unterstützt. Da die Analysten erwarten würden, dass die Makrodaten im ersten Halbjahr eher enttäuschen würden, scheine es jedoch nur eine Frage der Zeit zu sein, bis eine Korrektur an den Aktienmärkten erfolge.

Der Optimismus unter Anlegern sei zum Jahresende stark gestiegen und befinde sich gemessen an verschiedenen Umfragen nahe an historischen Höchstständen. Normalerweise würden sich gute Kaufgelegenheiten an den Aktienmärkten ergeben, wenn der Pessimismus hoch sei, und nicht umgekehrt. Die Analysten würden deshalb eine defensive regionale Positionierung einnehmen und seien in Schweizer sowie in britischen Aktien übergewichtet. An ihrem Untergewicht in Schwellenländeraktien würden die Analysten festhalten. Bei den Sektoren stünden ebenfalls Sektoren mit defensiven Qualitäten und steigenden Dividenden wie Gesundheit, Versicherungen und Technologie im Vordergrund.

Die US-Notenbank (FED) habe die Marktteilnehmer im Dezember einmal mehr überrascht und den Beginn des Taperings (Rückführung des Anleihenkaufprogramms) angekündigt. Gleichzeitig habe das FED aber betont, keine restriktive Geldpolitik anzustreben. Zusammen mit einem verhaltenen Konjunkturausblick bis Mitte Jahr dürfte dies zu leicht tieferen Zinsen am langen Ende führen. Dennoch würden die Analysten kaum Renditepotenzial bei sicheren Regierungsanleihen sehen.

Das von den Analysten erwartete wirtschaftliche Umfeld werde hingegen die Kreditmärkte weiter stützen. Allerdings würden aufgrund des begrenzten Potenzials einer weiteren Verringerung der Kreditrisikoprämien die Renditen im Vergleich zu 2013 deutlich tiefer ausfallen. Vor diesem Hintergrund dürften Anleihen mit höherem Risiko besser rentieren. Die Analysten würden weiterhin europäische Anleihen bevorzugen, da der Kreditzyklus in den USA weiter vorangeschritten sei und da die Schwellenländer unter schwächelnden Fundamentaldaten leiden würden.

Insgesamt habe der US-Dollar im vierten Quartal eher an Boden verloren, obwohl die US-Wirtschaft robust sei, eine Einigung im Budget-Deal geschafft worden sei und das Tapering beginne. Die Betonung des FED, die Zinsen lange tief zu lassen werfe aber die Frage auf, ob die Europäische Zentralbank (EZB) nicht restriktiver sei. Die Analysten würden denken, dass die Fakten im 2014 für den US-Dollar sprechen würden. Die EZB dürfte aufgrund der angespannten Kreditsituation in der Peripherie eher weitere geldpolitische Massnahmen ergreifen. Der Schweizer Franken dürfte sich sowohl gegenüber dem US-Dollar wie auch gegenüber dem Euro im 2014 abschwächen.

Die Bank J. Safra Sarasin habe für die Favoriten 2014 einen Ausgleich zwischen zyklischen und defensiv ausgerichteten Aktien gewählt. Die zyklischen Werte Clariant und Møller-Maersk sollten dank einer erfreulichen Gewinnentwicklung und den interessanten Geschäftsperspektiven zusätzliches Vertrauen der Investoren gewinnen. Die aktuellen Bewertungsabschläge zu Vergleichsunternehmen dürften sich dadurch reduzieren.

Die beiden Vertreter Reckitt Benckiser und Roche aus den defensiven Sektoren Basiskonsumgüter und Gesundheit würden mit Geschäftsmodellen überzeugen, die überdurchschnittliches Gewinnwachstum würden erwarten lassen. Basierend auf dieser Einschätzung und gemessen an der hohen Rendite auf dem Eigenkapital und dem eingesetzten Kapital seien beide Aktien moderat bewertet.

Für Swatch Group und SAP seien die Wachstumsaussichten dank der Nachfrage nach Luxusgütern und dem Trend zur "Cloud" viel versprechend. Die Bewertungen der beiden Aktien seien nicht besonders anspruchsvoll. Die AXA Group dürfte eine der großen Nutznießerinnen der aktuellen Zentralbankpolitik beidseits des Atlantiks sein.

AXA überzeuge auch mit einer erwarteten Dividendenrendite von 4% für das Geschäftsjahr 2013. Noch höher sei die entsprechende Dividendenrendite mit 7% für die Banque Cantonale Vaudoise, der Exotin der Favoritenauswahl der Analysten. Während die anderen Empfehlungen über eine global breit abgestützte Umsatzstruktur verfügen würden, sei die BCV stark auf das Inland orientiert. (13.01.2014/alc/a/a)