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Konjunkturelle Stabilisierung, aber Ukraine/Russland-Konflikt belastet
25.02.22 09:45
Fisch Asset Management
Zürich (www.anleihencheck.de) - Die grundsätzlich solide globale konjunkturelle Entwicklung kühlte sich in den vergangenen Monaten aufgrund der starken Ausbreitungswelle der Omikron-Variante sowie höherer Inflation und damit sinkendem Konsumentenvertrauen moderat ab, so Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management in Zürich.
Die Eskalation des Ukraine/Russland-Konflikts sorge zusätzlich für Nervosität bei den Finanzmarktteilnehmern. Noch seien die Auswirkungen nicht wirklich abzusehen und kurzfristig herrsche Unsicherheit vor. Allerdings sollte dieser Konflikt mittel- bis längerfristig nur einen beschränkt negativen Einfluss auf die globalen Finanzmärkte haben. Denn historisch hätten politische Krisen stets kaum langfristige Auswirkungen auf die Börsen gehabt.
Generell würden verschiedene Indikatoren wieder auf eine Stabilisierung und wegfallende Belastungsfaktoren hindeuten, insbesondere in Europa. Die Experten würden davon ausgehen, dass die Inflationsraten global ihren Höhepunkt erreicht hätten und in absehbarer Zeit wieder fallen würden. Gründe dafür seien wegfallende Lieferkettenprobleme, zunehmende Basiseffekte, deutlich abnehmendes Geldmengenwachstum und eine leichte Beruhigung der konjunkturellen Entwicklung sowie eine leichte Entspannung an den überhitzten Arbeitsmärkten. Zudem signalisiere die anhaltende Abflachungstendenz der Zinskurven weiterhin nur moderate Inflationserwartungen sowie hohes Vertrauen in die Geldwertstabilität und die Glaubwürdigkeit der Zentralbankenpolitik.
Vorerst würden die Experten keine Überreaktion ('policy mistake') der Zentralbanken auf die aktuell hohen Inflationsraten, sondern eine gut kontrollierte graduelle Anhebung der Zinsen und ein Auslaufen der Anleihenaufkaufprogramme erwarten. Zudem dürfte die US-Notenbank noch in diesem Jahr mit einer Reduktion ihrer Bilanz (QT) beginnen, wobei auch diese Schritte rechtzeitig kommuniziert werden dürften und teilweise schon in Markterwartungen enthalten seien. Der so genannte 'FED-Put' bleibe aber weiterhin bestehen, allerdings mit tieferem Strike Price. Die US-Notenbank (aber auch die EZB) dürfte deshalb bei einer potenziell zu starken konjunkturellen Abschwächung oder Börsenunruhen auch zukünftig ihre restriktivere Geldpolitik sofort wieder lockern.
Im aktuellen Zentralbankmodus dürften vorübergehend allerdings auch eine deutlich höhere Volatilität und etwas stärkere Marktrückgänge toleriert werden. Die aktuelle Abflachungstendenz der Zinskurven sei aber ein Warnsignal für die FED und ein guter Grund, die Geldpolitik nicht übermäßig stark zu straffen. Die Markttechnik und das Marktverhalten seien aktuell im grünen Bereich. Die Finanzmärkte würden sich verhalten, als wäre die Geldpolitik bereits gestrafft und die Zinsen mehrmals erhöht worden. Viel Negatives ist damit bereits eingepreist und die Erwartungen erscheinen realistisch, so die Experten von Fisch Asset Management. Insgesamt bestehe damit weiterhin Potenzial für positive Überraschungen sowohl an den Aktienmärkten als auch bei den Zinsen und den Kreditmärkten. Voraussetzung für die Einschätzung der Experten sei jedoch, dass die Eskalation des Ukraine/Russland-Konflikts nicht noch weiter ausufere. (25.02.2022/alc/a/a)
Die Eskalation des Ukraine/Russland-Konflikts sorge zusätzlich für Nervosität bei den Finanzmarktteilnehmern. Noch seien die Auswirkungen nicht wirklich abzusehen und kurzfristig herrsche Unsicherheit vor. Allerdings sollte dieser Konflikt mittel- bis längerfristig nur einen beschränkt negativen Einfluss auf die globalen Finanzmärkte haben. Denn historisch hätten politische Krisen stets kaum langfristige Auswirkungen auf die Börsen gehabt.
Vorerst würden die Experten keine Überreaktion ('policy mistake') der Zentralbanken auf die aktuell hohen Inflationsraten, sondern eine gut kontrollierte graduelle Anhebung der Zinsen und ein Auslaufen der Anleihenaufkaufprogramme erwarten. Zudem dürfte die US-Notenbank noch in diesem Jahr mit einer Reduktion ihrer Bilanz (QT) beginnen, wobei auch diese Schritte rechtzeitig kommuniziert werden dürften und teilweise schon in Markterwartungen enthalten seien. Der so genannte 'FED-Put' bleibe aber weiterhin bestehen, allerdings mit tieferem Strike Price. Die US-Notenbank (aber auch die EZB) dürfte deshalb bei einer potenziell zu starken konjunkturellen Abschwächung oder Börsenunruhen auch zukünftig ihre restriktivere Geldpolitik sofort wieder lockern.
Im aktuellen Zentralbankmodus dürften vorübergehend allerdings auch eine deutlich höhere Volatilität und etwas stärkere Marktrückgänge toleriert werden. Die aktuelle Abflachungstendenz der Zinskurven sei aber ein Warnsignal für die FED und ein guter Grund, die Geldpolitik nicht übermäßig stark zu straffen. Die Markttechnik und das Marktverhalten seien aktuell im grünen Bereich. Die Finanzmärkte würden sich verhalten, als wäre die Geldpolitik bereits gestrafft und die Zinsen mehrmals erhöht worden. Viel Negatives ist damit bereits eingepreist und die Erwartungen erscheinen realistisch, so die Experten von Fisch Asset Management. Insgesamt bestehe damit weiterhin Potenzial für positive Überraschungen sowohl an den Aktienmärkten als auch bei den Zinsen und den Kreditmärkten. Voraussetzung für die Einschätzung der Experten sei jedoch, dass die Eskalation des Ukraine/Russland-Konflikts nicht noch weiter ausufere. (25.02.2022/alc/a/a)


