"Klebrige" Inflation begräbt kurzfristige Zinssenkungspause


21.02.23 10:46
St.Galler Kantonalbank Dtld.

München (www.anleihencheck.de) - Die in der Vorwoche veröffentlichten robusten US-Wirtschaftsdaten und die "klebrige" Inflation, die nur zaghaft zurückgeht und dann irgendwann hängenbleibt, dämpfen die Hoffnung auf eine Leitzinserhöhungspause, so Michael Winkler, Leiter Anlagestrategie bei der St.Galler Kantonalbank Deutschland AG.

Die Kapitalmärkte hätten mit höheren Zinsen reagiert - und es würden sogar weitere Zinserhöhungen erwartet.

Als Reaktion auf den nur minimalen Rückgang der US-Inflation (von 5,7 auf 5,6%) hätten die Weltaktienmärkte ein heterogenes Bild gezeigt und seien in verschiedene Richtungen gelaufen. Die US-Einzelhandelsumsätze hätten verdeutlicht, mit einer monatlichen Veränderung um plus 3 Prozent, dass der private Konsum weiter robust sei und von einer US-Rezession jede Spur fehle. Selbiges gelte für die US-Erzeugerpreise, die um 0,7 Prozent zugelegt hätten - und damit deutlich stärker ausgefallen seien, als die erwarteten 0,4 Prozent.

All diese Faktoren hätten deutliche Auswirkungen auf die Rentenmärkte. Die Zinsen würden wieder steigen und die ab dem Herbst erwarteten Zinssenkungen der FED würden als zunehmend unwahrscheinlich angesehen. Vielmehr würden weitere Zinserhöhungen eingepreist und der Höhepunkt des FED-Zinszyklus bei circa 5,5 Prozent erwartet.

Fazit:

- Zwar würden sich die Aktienmärkte bisher sehr stabil zeigen, mit Europa als stärkste Region, doch gehe Winkler davon aus, dass der größte Teil der Party bereits gelaufen sei.

- Durch die restriktive Geldpolitik der FED und die weiter steigenden Zinsen würden die Aktienmärkte ausgebremst, weshalb Winkler auch unverändert wenig Kurspotential sehe.

- Der Zinsanstieg gebe noch einmal die Chance, Anleihen mit langer Restlaufzeit zu kaufen und damit den Zinsanstieg am langen Ende nutzen. (21.02.2023/alc/a/a)