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Keine Erholung ohne Staatshilfen - und Staatsschulden
15.06.20 11:00
AB
München (www.anleihencheck.de) - Die Leitindikatoren verbessern sich allmählich und Regierungen heben die Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus schrittweise auf, so Darren Williams, Chefvolkswirt beim Asset Manager AllianceBernstein (AB).
"Doch die Erholung wird bestenfalls langsam und uneben - und wir werden feststellen, dass einige der Arbeitsplätze und Wirtschaftsaktivitäten unwiederbringlich weggebrochen sind", habe Williams gesagt. "Neben wachsender Staatsverschuldung könnte die Krise auch die wichtigsten säkularen Trends weiter befeuern: Populismus, Deglobalisierung und geopolitische Konflikte", warne Williams.
Ohne weitere fiskalische Stützungsmaßnahmen dürfte die Erholung schwierig werden. "Zwar haben die Stimuli der US-Regierung dazu beigetragen, Einkommenseinbußen für die US-Bürger zu reduzieren; doch es handelte sich um einmalige Zahlungen - und um Einbrüche bei Einkommen abzufangen, müsste sich der Arbeitsmarkt schnell erholen", kommentiere Williams die Lage in den USA. "Wir erwarten einen schnellen Aufschwung, das Vorkrisenniveau wird die Wirtschaft jedoch nicht so schnell wieder erreichen."
Auch in der Eurozone hätten sich die Indikatoren verbessert. Doch Vorsicht: "Das Ausmaß des Abschwungs war so groß, dass scheinbar starke Daten die zugrunde liegende Schwäche verschleiern könnten", so der Chefökonom. Er gehe davon aus, dass die Wirtschaft der Eurozone in diesem Jahr um 10 Prozent schrumpfen werde, um 2021 um 5 Prozent zu wachsen. Zwar habe der Aufbaufonds der Europäischen Kommission eine positive Botschaft gesendet. Jedoch laste die Verantwortung, die Solvenz der schwächeren Staaten des Euroraums zu gewährleisten, fest auf den Schultern der Europäischen Zentralbank (EZB).
Angesichts dieser Lage könnten sich Investoren darauf einstellen, dass die Anleiherenditen niedrig bleiben würden. "Die Zentralbanken haben keine Wahl, als auch weiterhin auf breiter Basis Anleihen anzukaufen - nur so können die Staaten die Staatsschulden finanzieren, die nötig sind, um die Konjunktur wieder anzukurbeln", so Williams. "Ob wir damit die Saat für eine noch größere Schuldenkrise in der Zukunft sähen, wird sich herausstellen." (15.06.2020/alc/a/a)
"Doch die Erholung wird bestenfalls langsam und uneben - und wir werden feststellen, dass einige der Arbeitsplätze und Wirtschaftsaktivitäten unwiederbringlich weggebrochen sind", habe Williams gesagt. "Neben wachsender Staatsverschuldung könnte die Krise auch die wichtigsten säkularen Trends weiter befeuern: Populismus, Deglobalisierung und geopolitische Konflikte", warne Williams.
Auch in der Eurozone hätten sich die Indikatoren verbessert. Doch Vorsicht: "Das Ausmaß des Abschwungs war so groß, dass scheinbar starke Daten die zugrunde liegende Schwäche verschleiern könnten", so der Chefökonom. Er gehe davon aus, dass die Wirtschaft der Eurozone in diesem Jahr um 10 Prozent schrumpfen werde, um 2021 um 5 Prozent zu wachsen. Zwar habe der Aufbaufonds der Europäischen Kommission eine positive Botschaft gesendet. Jedoch laste die Verantwortung, die Solvenz der schwächeren Staaten des Euroraums zu gewährleisten, fest auf den Schultern der Europäischen Zentralbank (EZB).
Angesichts dieser Lage könnten sich Investoren darauf einstellen, dass die Anleiherenditen niedrig bleiben würden. "Die Zentralbanken haben keine Wahl, als auch weiterhin auf breiter Basis Anleihen anzukaufen - nur so können die Staaten die Staatsschulden finanzieren, die nötig sind, um die Konjunktur wieder anzukurbeln", so Williams. "Ob wir damit die Saat für eine noch größere Schuldenkrise in der Zukunft sähen, wird sich herausstellen." (15.06.2020/alc/a/a)


