Keine Erhöhung des FED-Leitzinses - interessante Entwicklung der Bundesanleihen


14.10.16 11:48
Dr. Klein & Co. AG

Lübeck (www.anleihencheck.de) - Die Anspannung war an den US-Börsen spürbar gewesen, auch wenn ein Großteil der Experten davon ausging, dass Janet Yellen, die Chefin der US-Notenbank (FED), eher vorsichtig agieren und damit die Anhebung des amerikanischen Leitzinses zumindest vertagen würde, so die Experten der Dr. Klein & Co. AG.

Was sie auch getan habe: Der Leitzins bleibe vorerst gleich. Die Stimmen der so genannten "Tauben", also jener Marktteilnehmer, die für eine Fortsetzung der expansiven Geldpolitik argumentieren würden, hätten somit erneut Gehör gefunden. Zu deren gewichtigsten Argumenten würden die stagnierende Inflationsrate und die noch unsichere Lage am Arbeitsmarkt zählen. Kriterien, wegen der Yellen in der Vergangenheit die Konjunkturerwartungen zweimal in Folge nach unten habe korrigieren müssen.

Ein Aufschwung scheine jedoch in Sicht: Jüngst hätten amerikanische Medien berichtet, dass die heimische Wirtschaft in größerem Maße wachse als aufgrund von Unsicherheiten hinsichtlich des Präsidentschaftswahlkampfes angenommen. Nun scheine zumindest dieses Argument ausgehebelt. Außerdem habe Yellen aktuell den Ankauf von Unternehmensanleihen ins Gespräch gebracht. Die EZB habe schon im Juni damit begonnen, Unternehmensanleihen zu erwerben, um weiter günstiges Geld in den Markt zu pumpen. Damit sollten die Voraussetzungen für Kredite optimiert werden, um vermehrt Investitionen zu generieren und auf diese Art die Wirtschaft zu beflügeln. Anders als in Europa müsste in den USA für den Ankauf von Unternehmensanleihen jedoch noch eine Gesetzesänderung erfolgen.

Im September sei die deutsche Inflationsrate auf 0,7 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte zum Vormonat gestiegen und rangiere auf einem deutlich höheren Niveau als im Vorjahr (9/2015: 0,0 Prozent). So zaghaft diese Entwicklung auch sei, sie könnte als Frucht der EZB-Politik gewertet werden. Der gewünschte Kreislauf - geringer Leitzins, günstige Kredite, Unterstützung der Wirtschaft, mehr Geld im Umlauf - habe eine Erhöhung der Inflation zur Folge. Der Zielwert der EZB liege allerdings bei 2 Prozent.

Anfang Oktober seien Spekulationen laut geworden, nach denen die EZB einen sukzessiven Austritt aus ihren Käufen von Bundesanleihen plane. Die EZB habe diese Gerüchte dementiert. Doch am Markt bleibe ein Stück Verunsicherung zurück. Würde sich die EZB aus dem Anleihekaufprogramm zurückziehen oder auch die US-Notenbank ihre Referenzzinssätze erhöhen, könnten langfristig die Kurse der Bundesanleihen sinken, ihre Rendite und damit ihre Zinsen würden steigen, was sich wiederum auf die Baufinanzierungszinsen auswirke.

Im September sei die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen erstmals seit Juli wieder im positiven Bereich zu verzeichnen gewesen. Derzeit dotiere sie jedoch wieder im negativen Bereich. Durch diese Entwicklung - hin zu wieder geringeren Renditen – würden niedrige Bauzinsen begünstigt.

"Im Oktober finden unsere Kunden nochmals günstigere Zinsen vor, ein erneutes Allzeittief", kommentiere Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher der Dr. Klein & Co. AG. "Gerade im vierten Quartal könnten sich die Notenbanken und auch die Staatsanleihen bewegen, was sich dann auch wiederum auf die Baufinanzierungszinsen auswirken würde." Doch der Zusammenhang zwischen EZB-Leitzins und den Baufinanzierungszinsen sei kein direkter, und auch eine Veränderung der Renditen der Staatsanleihen zeige sich nur verzögert, so Gawarecki weiter. (14.10.2016/alc/a/a)





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