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Keep cool - Globale Anleihen lohnen sich weiterhin über Anlageprofile hinweg
05.05.21 11:00
Degroof Petercam
Brüssel (www.anleihencheck.de) - Zu Beginn des Monats Mai legen die Marktteilnehmer ein gewisses erratisches Verhalten an den Tag, das zum Teil auf saisonalen Gegebenheiten beruht, so Peter De Coensel, CIO Fixed Income bei Degroof Petercam Asset Management.
Für Anleger mit gut diversifizierten Portfolios gebe es jedoch keinen Grund zur Panik. Im Gegenteil, eine solide Anleihen/Aktien-Diversifizierung werde gleichmäßige Erträge in der Zukunft ermöglichen.
Vertreter der Sell-Side würden das Ende der traditionellen Portfoliokonstruktion ausrufen. Der Ruf nach mehr Rotationsaktivitäten komme ihnen sehr gelegen, wie entsprechende Daten aus dem ersten Quartal, die letzte Woche veröffentlicht worden seien, signalisieren würden. Die Geschäftsmodelle von Banken müssten auf höhere gebührenbasierte Einnahmen abzielen.
Da wir nun in die letzte Phase der COVID-Pandemie eintreten, beginnen die Finanzmärkte, die Welt nach COVID "einzuschätzen", so die Experten von Degroof Petercam Asset Management. Wie sehr werde sich das Verhalten der Anleger verändert haben? Es würden viele Fragen und Unsicherheiten bleiben. Anleger sollten an ihrer Anleihenkomponente festhalten - über alle Anlageprofile hinweg.
Noch wisse niemand, wie der Weg aus der globalen Pandemie aussehen werde. Doch die Hoffnung sterbe zuletzt, wie die hohen Bewertungen von Risikoanlagen, von Aktien bis hin zu Hochzinsanleihen, zeigen würden. Dies gehe so weit, dass Anleger Zweifel daran hätten, risikofreie Staatsanleihen der Industrieländer, Schwellenländer-Staatsanleihen oder Investment-Grade-Unternehmensanleihen zu halten, die bisher im Jahr 2021 immer wieder neue Tiefststände erreichen würden. Sollten sich demnach auch Anleger in defensiven, ausgewogenen und dynamischen Portfolios Sorgen machen? Konzentrieren wir uns auf die Anleihenkomponente der einzelnen Profile, um Antworten zu finden, so die Experten von Degroof Petercam Asset Management. Die Aktienkomponente solle nur als Richtschnur für die Duration dienen.
Im bisherigen Jahresverlauf würden defensive Profile mit bis zu 20% Aktienanteil immer noch positive Renditen von etwa 1,00 bis 1,75% erzielen. Ein genauerer Blick zeige, dass die Ergebnisse umso besser ausfallen würden, je höher das Engagement in globalen Multiwährungsanleihen oder regionalen Investment Grades (IG) und High Yields (HY) sei. Die Kaufprogramme der Zentralbanken, die auch Unternehmensanleihen umfassen würden, hätten IG- und HY-Anleihen von steigenden Kernrenditen verschont. Die Wachstumserholung habe die Laufzeitprämien von Anleihen erhöht und die Renditekurven der Kernländer steiler gemacht, aber auch die Unternehmensbilanzen gestärkt.
Globale Anleihenlösungen hätten bis zu einem gewissen Grad unter dem Einfluss von Währungsabwertungen gestanden, aber im Laufe der Zeit ihre laufende Rendite steigern können. Insgesamt würden globale aggregierte Anleihenlösungen Renditen von 1,25 bis 1,75% bieten, während Anleihenlösungen in Schwellenländern gesunde Renditen zwischen 5,00 und 5,50% hervorbringen würden. Zusammenfassend lasse sich sagen, dass die defensiven Profile ihr Versprechen einhalten würden: Sie würden größtenteils Kapitalschutz bieten. Wenn man einen Ratschlag geben sollte, dann wäre es die weitere Investition in globale Anleihen. Sie würden ein Engagement in einer größeren Anzahl unabhängiger Risikofaktoren, von Zinsen über Kreditspreads bis hin zu Währungen bieten.
Ausgewogene Profile mit einer traditionellen 60%/40%-Aktien-/Anleihengewichtung hätten in Europa mehrheitlich robuste Ergebnisse zwischen 4,25 und 5,00% im bisherigen Jahresverlauf geliefert. Aggressive Lösungen mit einem Aktienanteil von fast 60% hätten die höchsten Ergebnisse erzielt. Als Faustregel gelte, dass intelligente Anleger für jedes Zehntel Aktienquote ein Jahr Durationsrisiko anstreben sollten. Somit sollte das 60/40-Portfolio ein Durationsrisiko von etwa sechs Jahren enthalten. Der beste Rat sei, nichts zu tun und ein Rebalancing vorzunehmen, wenn man es für nötig halte.
Es gehe das Gerücht um, dass die negative Anleihen-Aktien-Korrelation möglicherweise auf dem Rückzug sei und dass Investoren in 60%/40%-Lösungen nach Alternativen zur traditionellen Anleihenkomponente suchen müssten. Das Risiko einer positiven Anleihen-Aktien-Korrelation bestehe in dem Moment, wenn eine aggressive geldpolitische Straffung einhergehe mit anziehenden Preisniveaus. Derzeit würden die Experten jedoch keine Anzeichen dafür sehen. Man höre auch, dass renditestärkere Alternativen wie Private Debt, Hybrid- oder strukturierte Anleihen das Exposure in unabhängigen Anleihenrisikofaktoren verringern könnten. Das Ersetzen traditioneller Bond-Investments durch solche Alternativen könne jedoch zu einer höheren Gesamtkorrelation mit volatileren Aktien führen.
Derweil würden dynamische Anlageprofile ihre besten Zeiten sehen. Mit einer Mindestaktiengewichtung von 75% hätten solche Lösungen in diesem Jahr bisher Renditen von etwa 7,25 bis 8,00% erzielt. Da wir uns im Monat Mai befinden, könnten 'dynamische Investoren' durch das saisonal wiederkehrende "Sell in May and go away" in Versuchung geführt werden, so die Experten von Degroof Petercam Asset Management. Aber ein solcher Gedanke liege Anleiheninvestoren normalerweise fern. Market Timing an den Bondmärkten mache wenig Sinn. Stattdessen sollten dynamisch handelnde Anleger aufgrund ihrer Nervosität gegenüber dem Aktienrisiko nach interessanter positiver Konvexität am längeren Ende der Renditekurven suchen.
Im 30-Jahres-Segment könne man mit US-Treasuries bei 2,30%, hochwertigen US-IG-Unternehmensanleihen bei rund 3,00% oder spanischen Staatsanleihen bei knapp 1,50% gute Gelegenheiten mit Diversifikationsvorteilen finden. Der Rat für den dynamischen Anleger laute, das Durationsprofil der Anleihenkomponente seines Portfolios zu erhöhen. Eine Anleihenkomponente, die so nah wie möglich am risikofreien Status sein sollte. (05.05.2021/alc/a/a)
Für Anleger mit gut diversifizierten Portfolios gebe es jedoch keinen Grund zur Panik. Im Gegenteil, eine solide Anleihen/Aktien-Diversifizierung werde gleichmäßige Erträge in der Zukunft ermöglichen.
Vertreter der Sell-Side würden das Ende der traditionellen Portfoliokonstruktion ausrufen. Der Ruf nach mehr Rotationsaktivitäten komme ihnen sehr gelegen, wie entsprechende Daten aus dem ersten Quartal, die letzte Woche veröffentlicht worden seien, signalisieren würden. Die Geschäftsmodelle von Banken müssten auf höhere gebührenbasierte Einnahmen abzielen.
Da wir nun in die letzte Phase der COVID-Pandemie eintreten, beginnen die Finanzmärkte, die Welt nach COVID "einzuschätzen", so die Experten von Degroof Petercam Asset Management. Wie sehr werde sich das Verhalten der Anleger verändert haben? Es würden viele Fragen und Unsicherheiten bleiben. Anleger sollten an ihrer Anleihenkomponente festhalten - über alle Anlageprofile hinweg.
Noch wisse niemand, wie der Weg aus der globalen Pandemie aussehen werde. Doch die Hoffnung sterbe zuletzt, wie die hohen Bewertungen von Risikoanlagen, von Aktien bis hin zu Hochzinsanleihen, zeigen würden. Dies gehe so weit, dass Anleger Zweifel daran hätten, risikofreie Staatsanleihen der Industrieländer, Schwellenländer-Staatsanleihen oder Investment-Grade-Unternehmensanleihen zu halten, die bisher im Jahr 2021 immer wieder neue Tiefststände erreichen würden. Sollten sich demnach auch Anleger in defensiven, ausgewogenen und dynamischen Portfolios Sorgen machen? Konzentrieren wir uns auf die Anleihenkomponente der einzelnen Profile, um Antworten zu finden, so die Experten von Degroof Petercam Asset Management. Die Aktienkomponente solle nur als Richtschnur für die Duration dienen.
Globale Anleihenlösungen hätten bis zu einem gewissen Grad unter dem Einfluss von Währungsabwertungen gestanden, aber im Laufe der Zeit ihre laufende Rendite steigern können. Insgesamt würden globale aggregierte Anleihenlösungen Renditen von 1,25 bis 1,75% bieten, während Anleihenlösungen in Schwellenländern gesunde Renditen zwischen 5,00 und 5,50% hervorbringen würden. Zusammenfassend lasse sich sagen, dass die defensiven Profile ihr Versprechen einhalten würden: Sie würden größtenteils Kapitalschutz bieten. Wenn man einen Ratschlag geben sollte, dann wäre es die weitere Investition in globale Anleihen. Sie würden ein Engagement in einer größeren Anzahl unabhängiger Risikofaktoren, von Zinsen über Kreditspreads bis hin zu Währungen bieten.
Ausgewogene Profile mit einer traditionellen 60%/40%-Aktien-/Anleihengewichtung hätten in Europa mehrheitlich robuste Ergebnisse zwischen 4,25 und 5,00% im bisherigen Jahresverlauf geliefert. Aggressive Lösungen mit einem Aktienanteil von fast 60% hätten die höchsten Ergebnisse erzielt. Als Faustregel gelte, dass intelligente Anleger für jedes Zehntel Aktienquote ein Jahr Durationsrisiko anstreben sollten. Somit sollte das 60/40-Portfolio ein Durationsrisiko von etwa sechs Jahren enthalten. Der beste Rat sei, nichts zu tun und ein Rebalancing vorzunehmen, wenn man es für nötig halte.
Es gehe das Gerücht um, dass die negative Anleihen-Aktien-Korrelation möglicherweise auf dem Rückzug sei und dass Investoren in 60%/40%-Lösungen nach Alternativen zur traditionellen Anleihenkomponente suchen müssten. Das Risiko einer positiven Anleihen-Aktien-Korrelation bestehe in dem Moment, wenn eine aggressive geldpolitische Straffung einhergehe mit anziehenden Preisniveaus. Derzeit würden die Experten jedoch keine Anzeichen dafür sehen. Man höre auch, dass renditestärkere Alternativen wie Private Debt, Hybrid- oder strukturierte Anleihen das Exposure in unabhängigen Anleihenrisikofaktoren verringern könnten. Das Ersetzen traditioneller Bond-Investments durch solche Alternativen könne jedoch zu einer höheren Gesamtkorrelation mit volatileren Aktien führen.
Derweil würden dynamische Anlageprofile ihre besten Zeiten sehen. Mit einer Mindestaktiengewichtung von 75% hätten solche Lösungen in diesem Jahr bisher Renditen von etwa 7,25 bis 8,00% erzielt. Da wir uns im Monat Mai befinden, könnten 'dynamische Investoren' durch das saisonal wiederkehrende "Sell in May and go away" in Versuchung geführt werden, so die Experten von Degroof Petercam Asset Management. Aber ein solcher Gedanke liege Anleiheninvestoren normalerweise fern. Market Timing an den Bondmärkten mache wenig Sinn. Stattdessen sollten dynamisch handelnde Anleger aufgrund ihrer Nervosität gegenüber dem Aktienrisiko nach interessanter positiver Konvexität am längeren Ende der Renditekurven suchen.
Im 30-Jahres-Segment könne man mit US-Treasuries bei 2,30%, hochwertigen US-IG-Unternehmensanleihen bei rund 3,00% oder spanischen Staatsanleihen bei knapp 1,50% gute Gelegenheiten mit Diversifikationsvorteilen finden. Der Rat für den dynamischen Anleger laute, das Durationsprofil der Anleihenkomponente seines Portfolios zu erhöhen. Eine Anleihenkomponente, die so nah wie möglich am risikofreien Status sein sollte. (05.05.2021/alc/a/a)


