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Kapitalmärkte im Bann der Politik


24.06.24 16:03
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die europäischen Finanzmärkte standen in der abgelaufenen Handelswoche weiter im Bann der politischen Entwicklungen, so die Analysten der DekaBank.

In Frankreich sei es zwischenzeitlich zu einer Beruhigung bei den Kursen von Staatsanleihen gekommen. Diese konstruktive Stimmung habe sich auf andere Marktsegmente übertragen und eine geräuschlose Emission neuer Anleihen ermöglicht. Dass die Staatsfinanzen das neue Problemkind der europäischen Wirtschaftspolitik werden könnten, sei an der Wiederaufnahme der Sanktionsprozesse gemäß der europäischen Schuldenregeln durch die Europäische Kommission deutlich geworden, die während der Corona-Krise ausgesetzt gewesen seien. In der vergangenen Woche sei gegen sieben Mitgliedsstaaten, unter anderem Frankreich und Italien, ein Verfahren wegen zu hoher Haushaltsdefizite bekannt gegeben worden. Konkrete Auswirkungen auf die Staatshaushalte werde dies zunächst jedoch nicht haben.

Das französische Linksbündnis habe schon angekündigt, sich über die Haushaltsregeln der EU hinwegsetzen zu wollen, die Rechtsparteien wollten sogar die Beiträge zur EU kürzen. Hier bahne sich neuer Ärger in der Finanzetage des europäischen Hauses an. In den USA hätten die Einzelhandelsumsätze im Mai mit einem Plus von lediglich 0,1% gegenüber dem Vormonat enttäuscht. Die Daten hätten zusammen mit Kommentaren von US-Notenbankern dazu geführt, dass die Erwartungen hinsichtlich einer ersten Leitzinssenkung der FED im September auf knapp 75% Wahrscheinlichkeit angestiegen seien.

In dieser Handelswoche würden sich mit der Veröffentlichung des Economic Sentiment die Blicke auf die Konjunkturmeldungen aus Euroland richten. Hier werde es spannend zu beobachten, wie die Stimmung auf die politischen Unsicherheiten durch die Europawahl reagiere. In den USA stünden wichtige Inflationsdaten an, wobei der monatliche Preisanstieg beim Deflator des privaten Konsums erstmals in diesem Jahr im Zielbereich der FED gelegen haben dürfte. (24.06.2024/alc/a/a)