Erweiterte Funktionen
Kann die EZB der abschwächenden Konjunktur entgegenwirken?
11.09.19 16:30
XTB
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Zinsentscheid der EZB am Donnerstag ist eines der am meisten erwarteten Marktereignisse in diesem Jahr, so die Experten von XTB.
Die Zentralbank müsse auf die sich abschwächende Konjunktur reagieren, die Markterwartungen seien hoch.
Ende 2018 habe die EZB ihr QE-Programm (Quantitative Lockerung) eingestellt, in der Hoffnung, die Zinsen langsam erhöhen zu können. Die wirtschaftliche Realität habe diese Erwartungen brutal revidiert, da der Einbruch von Produktion und Handel, die globale Verlangsamung, geopolitische Risiken und die frustrierend niedrige Inflation die Zentralbank wieder zu Maßnahmen zwingen würden. Die EZB habe bereits angekündigt, dass sie an einigen Lösungen arbeite, die am Donnerstag bekannt gegeben würden. Der Zinsentscheid sei für Donnerstag, 13:45 Uhr angesetzt, die Pressekonferenz nach der Sitzung beginne um 14:30 Uhr.
Der Zinsentscheid der EZB müsse in drei Dimensionen analysiert werden: Einlagenzinssatz, Tiering und neue QE. Die Einlagenzinsen, die derzeit bei -0,4% lägen, dürften um mindestens 10 Basispunkte gesenkt werden. Aber eine sich durchsetzende Ansicht sei, dass sie um 20 Basispunkte auf -0,6% gesenkt würden. Negative Zinssätze seien für Banken sehr schmerzhaft (die normalerweise keine Gebühren für die Entgegennahme von Einlagen erheben würden, sondern von der EZB den Einlagenzinssatz berechnen lassen würden), sodass erwartet werde, dass die Kürzung mit dem Tiering verbunden sein werde: Den Banken die Möglichkeit zu geben, einen bestimmten Geldbetrag zu 0% oder einen niedrigeren negativen Zinssatz als der offizielle Einlagenzinssatz einzuzahlen.
Schließlich würden die Märkte ein neues QE-Programm erwarten, also Anleihenkäufe pro Monat in Höhe von mindestens 30 Mrd. EUR für mindestens neun Monate. Der Marktkonsens erwarte eine Kombination Maßnahmen und die Reaktion werde davon abhängen, wie sich die tatsächliche Entscheidung von den Erwartungen unterscheide.
Seitdem Olli Rehn von der EZB eine "Bazooka Lockerung" gefordert habe, seien die Markterwartungen deutlich gestiegen und hätten den EUR/USD nach unten und den DAX nach oben gedrückt. Es sei so weit fortgeschritten, dass es für die EZB fast unmöglich sei, mehr zu liefern, als der Markt erwarte, sodass es den Anschein habe, dass die Erreichung des Marktkonsens das beste Szenario für Aktien (und das schlechteste für den Euro) sei. Werde die EZB enttäuschen? Es sehe so aus, als stehe eine Entscheidung über die Zinssenkung schon fest, nur ihre Größe stehe zur Debatte.
Die größere Frage sei die Erneuerung des QE-Stimulus, da einige EZB-Mitglieder offen gegen eine solche Entscheidung argumentiert hätten. Daher scheine es möglich zu sein, dass jede QE-Maßnahme relativ klein sein könne oder von einer weiteren wirtschaftlichen Verschlechterung abhängig sei - eine solche Entscheidung wäre für Investoren eindeutig enttäuschend. Mario Draghi könne darauf hinweisen, dass der Dienstleistungssektor und der Arbeitsmarkt nach wie vor lebhaft seien, und jede Kontroverse seiner Nachfolgerin überlassen (Christine Lagarde solle im November die neue EZB-Präsidentin werden). (11.09.2019/alc/a/a)
Die Zentralbank müsse auf die sich abschwächende Konjunktur reagieren, die Markterwartungen seien hoch.
Ende 2018 habe die EZB ihr QE-Programm (Quantitative Lockerung) eingestellt, in der Hoffnung, die Zinsen langsam erhöhen zu können. Die wirtschaftliche Realität habe diese Erwartungen brutal revidiert, da der Einbruch von Produktion und Handel, die globale Verlangsamung, geopolitische Risiken und die frustrierend niedrige Inflation die Zentralbank wieder zu Maßnahmen zwingen würden. Die EZB habe bereits angekündigt, dass sie an einigen Lösungen arbeite, die am Donnerstag bekannt gegeben würden. Der Zinsentscheid sei für Donnerstag, 13:45 Uhr angesetzt, die Pressekonferenz nach der Sitzung beginne um 14:30 Uhr.
Schließlich würden die Märkte ein neues QE-Programm erwarten, also Anleihenkäufe pro Monat in Höhe von mindestens 30 Mrd. EUR für mindestens neun Monate. Der Marktkonsens erwarte eine Kombination Maßnahmen und die Reaktion werde davon abhängen, wie sich die tatsächliche Entscheidung von den Erwartungen unterscheide.
Seitdem Olli Rehn von der EZB eine "Bazooka Lockerung" gefordert habe, seien die Markterwartungen deutlich gestiegen und hätten den EUR/USD nach unten und den DAX nach oben gedrückt. Es sei so weit fortgeschritten, dass es für die EZB fast unmöglich sei, mehr zu liefern, als der Markt erwarte, sodass es den Anschein habe, dass die Erreichung des Marktkonsens das beste Szenario für Aktien (und das schlechteste für den Euro) sei. Werde die EZB enttäuschen? Es sehe so aus, als stehe eine Entscheidung über die Zinssenkung schon fest, nur ihre Größe stehe zur Debatte.
Die größere Frage sei die Erneuerung des QE-Stimulus, da einige EZB-Mitglieder offen gegen eine solche Entscheidung argumentiert hätten. Daher scheine es möglich zu sein, dass jede QE-Maßnahme relativ klein sein könne oder von einer weiteren wirtschaftlichen Verschlechterung abhängig sei - eine solche Entscheidung wäre für Investoren eindeutig enttäuschend. Mario Draghi könne darauf hinweisen, dass der Dienstleistungssektor und der Arbeitsmarkt nach wie vor lebhaft seien, und jede Kontroverse seiner Nachfolgerin überlassen (Christine Lagarde solle im November die neue EZB-Präsidentin werden). (11.09.2019/alc/a/a)


