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Kanadische Zentralbank hofft auf temporäre Schwäche


31.05.19 09:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Wie von den meisten Analysten erwartet, hat die Bank of Canada am Mittwoch ihren Leitzins unverändert bei 1,75 Prozent belassen, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Habe sie vor einigen Monaten noch über Leitzinsanhebungen resümiert, seien diese Bestrebungen in der letzten Sitzung weitestgehend kassiert worden. Der Markt habe einer Anhebung vorgestern aber trotzdem noch zumindest eine kleine Chance eingeräumt. Zumindest habe sich der Kanadische Dollar in unmittelbarer Reaktion kurz abgeschwächt, um sich anschließend aber direkt wieder zu fangen. Es könnte jedoch auch daran gelegen haben, dass die Bank of Canada den momentanen Abschwung immer noch als kurzfristig einstufe. Dies könnte bedeuten, dass sie bereit sei, die Leitzinsen weiter anzuheben, sobald sich der Handelsstreit lege. Damit dürfte sie allerdings den heimischen Gegenwind vom Immobilienmarkt unterschätzen, ganz abgesehen davon, dass die momentanen Probleme in der weltwirtschaftlichen Konjunktur mitnichten nur auf den Handelsstreit zurückzuführen sein dürften. Anhand der Zinsstrukturkurve sei erkennbar, dass die laufende Verzinsung 10-jähriger kanadischer Staatsanleihen bereits unter dem Leitzins liege, was darauf hindeute, dass der Markt eher mit Zinsabsenkungen rechne. Ein Blick auf den Terminkontraktmarkt bestätige diese Einschätzung. Es sei daher davon auszugehen, dass die Bank of Canada weiterhin vorsichtig bleiben werde, worunter der Kanadische Dollar leiden dürfte. (31.05.2019/alc/a/a)