Kanada: Zäher Disinflationsprozess


26.01.24 13:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Im Dezember nahm der Preisdruck in Kanada aufgrund höherer Spritpreise wie erwartet zu, so die Analysten von Postbank Research.

Die jährliche Inflationsrate sei von 3,1 auf 3,4 Prozent gestiegen und habe sich damit vom Zielbereich der BoC von 1 bis 3 Prozent entfernt. Zudem seien auch die von der Bank of Canada (BoC) präferierten Kerninflationsmaße im Schnitt um 0,1 Prozentpunkte angestiegen, was für Kanada auf einen zähen Disinflationsprozess hindeute.

Der kanadische Arbeitsmarkt habe im Dezember ein gemischtes Bild gezeichnet. Die Arbeitslosenquote habe bei 5,8 Prozent verharrt, der Nettozuwachs an Arbeitsplätzen in etwa auf dem Niveau des Vormonats. Das jährliche Lohnwachstum habe sich jedoch von 5,0 auf 5,7 Prozent beschleunigt.

Der S&P Global PMI für das Verarbeitende Gewerbe sei im Dezember zum achten Mal in Folge im Kontraktionsbereich geblieben und von 47,7 auf 45,4 Punkte gefallen, was auf die stärkste Schrumpfung der Branche seit der Pandemie hindeute.

Die Geldterminmärkte würden nach wie vor keine weitere Zinsanhebung der BoC vom derzeitigen Niveau von 5,0 Prozent einpreisen. Allerdings hätten die Marktteilnehmer seit Jahresbeginn ihre Erwartungen einer ersten Zinssenkung um 25 Basispunkte von der Sitzung am 10. April auf die am 5. Juni 2024 verschoben.

Der Kanadische Dollar (CAD) habe von dieser Entwicklung hingegen nicht profitieren können und werte im laufenden Jahr zum Euro leicht ab. In den kommenden fünf Monaten könnte sich das Währungspaar in Richtung EUR/CAD 1,44 bewegen. (Ausgabe Währungsbulletin Februar 2024) (26.01.2024/alc/a/a)