Kanada: US-Präsident erhöht Druck, Inflation zieht leicht an


22.07.25 09:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die von US-Präsident Trump für den 1. August angedrohten Zölle von 35 Prozent (statt der am 2. April angeordneten 25 Prozent) auf nicht USMCA-konforme kanadische Importe sorgten für begrenzte Marktreaktionen, so die Analysten von Postbank Research.

Allerdings bleibe die Lage dynamisch, denn auch die USMCA-Ausnahmen könnten von den USA "überprüft" werden, falls Kanada in den laufenden Verhandlungen nicht kooperiere.

Die Beschäftigung sei im Juni um 83.100 gestiegen, was nicht nur der erste Anstieg seit Januar gewesen sei, sondern auch deutlich über der Konsenserwartung eines Nullwachstums gelegen habe. Zudem sei die Arbeitslosenquote von 7,0 auf 6,9 Prozent gesunken. Das Lohnwachstum sei mit 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr dagegen geringer ausgefallen als erwartet.

Allerdings würden Frühindikatoren eine weitere Stimmungsabkühlung in der Privatwirtschaft andeuten. Der PMI des verarbeitenden Gewerbes sei im Juni von 46,1 auf 45,6 Punkte, der PMI der Dienstleistungsbranche von 45,6 auf 44,3 Zähler gesunken.

Zugleich sei die jährliche Inflationsrate wie erwartet im Juni von 1,7 auf 1,9 Prozent gestiegen. Die getrimmte Inflationsrate, das von der Bank of Canada bevorzugte Maß für die zugrunde liegende Inflation, sei wie erwartet unverändert bei 3,0 Prozent geblieben.

Lasse die konjunkturelle Erholung auf sich warten, könnte der kanadische Dollar bis Jahresende zum Euro weiter in Richtung EUR/CAD 1,64 verlieren. (Ausgabe August 2025) (22.07.2025/alc/a/a)