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Kanada: Kaum Gründe für steigende Zinsen


06.03.19 11:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - China erhöht in der Huawei-Affäre den außenpolitischen Druck auf Kanada, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Aber auch innenpolitisch stehe Premierminister Trudeau im Zusammenhang mit Schmiergeldzahlungen eines Baukonzerns im Wahljahr 2019 zusehends in der Kritik. Dies habe bereits zu Rücktritten innerhalb der Regierung geführt. Das schwache jährliche Wachstum im Schlussquartal 2018 von 0,4 Prozent, ein nachlassender Wohnungsbau und ein zuletzt enttäuschendes Verbrauchervertrauen würden dabei kaum für bessere Stimmung sorgen. Es gebe aber auch positive Daten. Die Konsumenten würden die Lage am Arbeitsmarkt so gut bewerten wie zuletzt 2011 und gestiegene Autoverkäufe seit Jahresbeginn würden für weitere Zuversicht bei den Konsumdaten sorgen. Auch zeichne sich im April wieder eine höhere Ölproduktion ab. Schätzungen zufolge habe die letztes Jahr gekürzte Ölproduktion in Alberta für eine Wachstumsbelastung von rund 0,8 Prozent gesorgt.

Für die heutige geldpolitische Sitzung der Bank of Canada (BoC) werde mit einem unveränderten Leitzins gerechnet. Zwar werde die BoC weiterhin ihre Bereitschaft für eine baldige Zinserhöhung betonen, diese jedoch von der weiteren ökonomischen Entwicklung abhängig machen. Die schwächere Konjunkturdynamik habe den Loonie, nach zunächst starkem Beginn, seit Februar um 0,6 Prozent gegen den Euro abwerten lassen. Diese Schwäche werde wohl bis auf Weiteres anhalten. (06.03.2019/alc/a/a)