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Kanada: "Jumbo-Zinssenkung" im Oktober?


30.10.24 11:23
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Im September sank die jährliche Inflationsrate in Kanada stärker als erwartet von 2,0 auf 1,6 Prozent - hauptsächlich bedingt durch deutlich niedrigere Benzinpreise, so die Analysten von Postbank Research.

Die bevorzugten Inflationsraten der Bank of Canada, VPI-Trim und VPI-Median, seien um durchschnittlich 0,17 Prozent im Monatsvergleich gestiegen, was die durchschnittliche annualisierte Drei-Monats-Rate auf 2,1 Prozent senke.

Im September sei die Arbeitslosenquote leicht von 6,6 auf 6,5 Prozent gesunken. Allerdings befinde sich die Gesamtbeschäftigung infolge des einwanderungsbedingten Bevölkerungszuwachses auf einem Allzeithoch und um mehr als eine Million über dem Niveau vor der Pandemie. Das höhere Arbeitsangebot habe zur Abnahme des Lohndrucks beigetragen. Im September seien die durchschnittlichen Stundenlöhne "nur" noch um 4,5 Prozent zum Vorjahr gestiegen, nach 4,9 Prozent im August.

Vor diesem Hintergrund könnte die Bank of Canada den Fokus nun zunehmend auf das Wachstum legen. Hier zeigten Daten auf eine deutliche konjunkturelle Abkühlung im zweiten Halbjahr hin.

Die BoC habe am 23. Oktober wie von den Märkten erwartet eine große Zinssenkung in Höhe von 50 Basispunkten durchgeführt.

Sollten die BoC und die EZB ihre Lockerungszyklen in den kommenden Monaten wie erwartet fortsetzen, dürfte sich der EUR/CAD (Kanadischer Dollar)-Kurs auf Sicht von sechs Monaten in etwa auf aktuellem Niveau bei 1,495 bewegen. (Ausgabe Währungsbulletin November 2024) (30.10.2024/alc/a/a)