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Kampf gegen Inflation noch nicht beendet
24.02.23 11:25
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Die Euphorie zum Jahresstart hat nachgelassen, so Bastian Ernst, CIIA, CEFA bei der Weberbank.
Insbesondere die Notenbanken hätten erneut bekräftigt, dass ihr Kampf gegen die Inflation noch nicht beendet sei.
Private Konsumenten würden mit rund 70 Prozent den Löwenanteil der US-amerikanischen Wirtschaftsleistung stemmen. Damit würden sie als Rückgrat der Wirtschaft gelten. Entsprechend bedeutsam sei die finanzielle Situation der Privathaushalte für die konjunkturelle Entwicklung. Die in der vergangenen Woche veröffentlichten Einzelhandelsumsätze für Januar würden zeigen, dass die Verbraucher in den USA trotz der hohen Inflation weiter solide konsumieren würden. Marktteilnehmer hätten hier einen geringeren Anstieg erwartet.
Entscheidender Aspekt für die Verbraucher sei die Lage am Arbeitsmarkt. Dieser zeige sich weiterhin sehr stark. So seien im Januar erneut mehr neue Stellen geschaffen worden, und auch die Löhne seien kräftiger als erwartet gestiegen. Mit 3,4 Prozent liege die Arbeitslosigkeit in den USA weiter auf historisch niedrigem Niveau. Zudem seien in der Breite bisher keine größeren Entlassungen feststellbar. Einzig die Schwergewichte aus der Technologiebranche seien hier zuletzt mit Einstellungsstopps und Stellenabbau aufgefallen. Während der Corona-Pandemie hätten diese noch eine Vielzahl von zusätzlichen Mitarbeitern eingestellt. Nun werde ein Teil dieser Einstellungen wieder zurückgenommen.
Dies gelte zumindest aus Sicht der Notenbanker, denn diese würden die robusten Konsumausgaben und Arbeitsmarktdaten zwiegespalten betrachten: Einerseits würden sie versuchen, ein Abdriften in die Rezession nach Möglichkeit zu vermeiden. Andererseits würden sie bewusst beabsichtigen, den Arbeitsmarkt und den Konsum zu bremsen, um die weiterhin hohe Inflation zu bekämpfen. Dafür würde zur Not auch eine Rezession in Kauf genommen. Nachdem die Verbraucherpreise zuvor schneller gesunken seien, hätten die Daten aus Januar wieder einen langsameren Rückgang der Inflation gezeigt, als ihn die Marktteilnehmer erwartet hätten.
In Kombination mit dem starken Einzelhandel, einem weiterhin angespannten Arbeitsmarkt und einer verbesserten Lage im Verarbeitenden Gewerbe habe dies dazu geführt, dass wieder erste Diskussionen aufkämen, ob die FED auf ihrer Sitzung im März gar eine Leitzinserhöhung um 0,50 Prozentpunkte ankündigen könnte. Derzeit würden die Marktteilnehmer noch mehrheitlich eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte erwarten. Zudem sei zuletzt wieder der Anteil derer gesunken, die erwarten würden, dass die FED in diesem Jahr bereits wieder erste Senkungen ihrer Leitzinsen vornehmen könnte. In den vergangenen Wochen habe sich Hoffnung unter den Marktteilnehmern breitgemacht, der Zinserhöhungszyklus der Notenbanken nähere sich dem Ende entgegen.
Auch die FED selbst habe ihre Tonalität bei der Vorlage des letzten Sitzungsprotokolls am Mittwoch verschärft. Sie habe erneut auf den weiterhin "zu starken Arbeitsmarkt" verwiesen. Der bisherige Rückgang der Inflationsrate sei größtenteils durch die rückläufigen Energiepreise getrieben. So habe die FED bekräftigt, dass sie den Fehler der siebziger Jahre nicht wiederholen wolle und den zugrundeliegenden Treiber der Inflation - den Arbeitsmarkt - nicht außer Acht lassen werde.
Nach einem fulminanten Jahresstart hätten die Aktienmärkte im Februar eine Verschnaufpause eingelegt. Insbesondere Befürchtungen, die Notenbanken könnten ihren Zinserhöhungspfad noch verlängern, habe die Märkte jüngst belastet. Zudem liefere die Gewinnberichtssaison keine neue Unterstützung. Zwar seien die Unternehmensergebnisse im vierten Quartal leicht besser ausgefallen als von den Analysten erwartet, in den USA schlage dennoch ein leichter Rückgang der Gewinne im Vergleich zum Vorjahr zu Buche.
In Europa hätten die Unternehmen dagegen etwas besser abschneiden und leicht wachsende Gewinne vermelden können. Ein besonderes Augenmerk liege auf den Gewinnmargen der Unternehmen. Trotz merklich gestiegener Kosten habe das Gros der Unternehmen das Niveau seiner Margen im vergangenen Jahr verteidigen bzw. in Teilen sogar steigern können, indem Preise gegenüber Verbrauchern kräftig angehoben worden seien. Die Bereitschaft, höhere Preise zu bezahlen, sinke jedoch zunehmend, was es für Unternehmen in Zukunft schwieriger machen dürfte, steigende Kosten auszugleichen.
Unternehmen könnten insbesondere ihre Fixkosten nicht so schnell senken. Die Analysten würden nicht daher erwarten, dass die Kosten im Jahr 2023 stärker wachsen würden als die Umsätze, und für dieses Jahr mit rückläufigen Gewinnmargen rechnen. Entsprechend sollten sich Investoren auf Unternehmen mit stabilen und hohen Gewinnmargen konzentrieren. Im Fokus sollten dabei Unternehmen mit geringer Verschuldung und einhergehend geringerer Zinsbelastung stehen. Zudem dürften Unternehmen mit einem hohen Automatisierungsgrad profitieren, welche vergleichsweise geringere Lohnkosten aufweisen würden. (24.02.2023/alc/a/a)
Insbesondere die Notenbanken hätten erneut bekräftigt, dass ihr Kampf gegen die Inflation noch nicht beendet sei.
Private Konsumenten würden mit rund 70 Prozent den Löwenanteil der US-amerikanischen Wirtschaftsleistung stemmen. Damit würden sie als Rückgrat der Wirtschaft gelten. Entsprechend bedeutsam sei die finanzielle Situation der Privathaushalte für die konjunkturelle Entwicklung. Die in der vergangenen Woche veröffentlichten Einzelhandelsumsätze für Januar würden zeigen, dass die Verbraucher in den USA trotz der hohen Inflation weiter solide konsumieren würden. Marktteilnehmer hätten hier einen geringeren Anstieg erwartet.
Entscheidender Aspekt für die Verbraucher sei die Lage am Arbeitsmarkt. Dieser zeige sich weiterhin sehr stark. So seien im Januar erneut mehr neue Stellen geschaffen worden, und auch die Löhne seien kräftiger als erwartet gestiegen. Mit 3,4 Prozent liege die Arbeitslosigkeit in den USA weiter auf historisch niedrigem Niveau. Zudem seien in der Breite bisher keine größeren Entlassungen feststellbar. Einzig die Schwergewichte aus der Technologiebranche seien hier zuletzt mit Einstellungsstopps und Stellenabbau aufgefallen. Während der Corona-Pandemie hätten diese noch eine Vielzahl von zusätzlichen Mitarbeitern eingestellt. Nun werde ein Teil dieser Einstellungen wieder zurückgenommen.
In Kombination mit dem starken Einzelhandel, einem weiterhin angespannten Arbeitsmarkt und einer verbesserten Lage im Verarbeitenden Gewerbe habe dies dazu geführt, dass wieder erste Diskussionen aufkämen, ob die FED auf ihrer Sitzung im März gar eine Leitzinserhöhung um 0,50 Prozentpunkte ankündigen könnte. Derzeit würden die Marktteilnehmer noch mehrheitlich eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte erwarten. Zudem sei zuletzt wieder der Anteil derer gesunken, die erwarten würden, dass die FED in diesem Jahr bereits wieder erste Senkungen ihrer Leitzinsen vornehmen könnte. In den vergangenen Wochen habe sich Hoffnung unter den Marktteilnehmern breitgemacht, der Zinserhöhungszyklus der Notenbanken nähere sich dem Ende entgegen.
Auch die FED selbst habe ihre Tonalität bei der Vorlage des letzten Sitzungsprotokolls am Mittwoch verschärft. Sie habe erneut auf den weiterhin "zu starken Arbeitsmarkt" verwiesen. Der bisherige Rückgang der Inflationsrate sei größtenteils durch die rückläufigen Energiepreise getrieben. So habe die FED bekräftigt, dass sie den Fehler der siebziger Jahre nicht wiederholen wolle und den zugrundeliegenden Treiber der Inflation - den Arbeitsmarkt - nicht außer Acht lassen werde.
Nach einem fulminanten Jahresstart hätten die Aktienmärkte im Februar eine Verschnaufpause eingelegt. Insbesondere Befürchtungen, die Notenbanken könnten ihren Zinserhöhungspfad noch verlängern, habe die Märkte jüngst belastet. Zudem liefere die Gewinnberichtssaison keine neue Unterstützung. Zwar seien die Unternehmensergebnisse im vierten Quartal leicht besser ausgefallen als von den Analysten erwartet, in den USA schlage dennoch ein leichter Rückgang der Gewinne im Vergleich zum Vorjahr zu Buche.
In Europa hätten die Unternehmen dagegen etwas besser abschneiden und leicht wachsende Gewinne vermelden können. Ein besonderes Augenmerk liege auf den Gewinnmargen der Unternehmen. Trotz merklich gestiegener Kosten habe das Gros der Unternehmen das Niveau seiner Margen im vergangenen Jahr verteidigen bzw. in Teilen sogar steigern können, indem Preise gegenüber Verbrauchern kräftig angehoben worden seien. Die Bereitschaft, höhere Preise zu bezahlen, sinke jedoch zunehmend, was es für Unternehmen in Zukunft schwieriger machen dürfte, steigende Kosten auszugleichen.
Unternehmen könnten insbesondere ihre Fixkosten nicht so schnell senken. Die Analysten würden nicht daher erwarten, dass die Kosten im Jahr 2023 stärker wachsen würden als die Umsätze, und für dieses Jahr mit rückläufigen Gewinnmargen rechnen. Entsprechend sollten sich Investoren auf Unternehmen mit stabilen und hohen Gewinnmargen konzentrieren. Im Fokus sollten dabei Unternehmen mit geringer Verschuldung und einhergehend geringerer Zinsbelastung stehen. Zudem dürften Unternehmen mit einem hohen Automatisierungsgrad profitieren, welche vergleichsweise geringere Lohnkosten aufweisen würden. (24.02.2023/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
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| 2,70 % | 1,80 % | |||


