Jung, DMS & Cie. Pool-Anleihe kaufenswert - Anleiheanalyse


14.03.17 10:00
Vorstandswoche.de

Haar (www.anleihencheck.de) - Laut den Experten von "Vorstandswoche.de" ist die Anleihe (ISIN DE000A14J9D9 / WKN A14J9D) der Jung, DMS & Cie. Pool GmbH kaufenswert.

Die JDC Group habe nach neun Monaten im Jahr 2016 einen Umsatz von knapp 55 Mio. Euro und ein EBITDA von über 0,7 Mio. Euro erzielt. Das Zahlenwerk sei von einem etwas schwächeren Q3 geprägt gewesen. Wie CEO Sebastian Grabmaier den Experten im Hintergrundgespräch mitgeteilt habe, sei das Schlussquartal "sehr gut" verlaufen.

Positiv hätten sich in Q4 auch die neu erworbenen Kundenbestände ausgewirkt. Die JDC Group-Tochter Jung, DMS & Cie. AG, eine der größten Maklerpools in Europa, habe 2016 im Rahmen eines Asset-Deals einen Privatkunden-Versicherungsbestand mit bis zu 195.000 Kunden, einer Netto-Jahresprämie von knapp 27 Mio. Euro und jährlichen Courtageinnahmen von bis zu 5 Mio. Euro übernommen. Es handle sich vor allem um Kundenverträge in den Sparten Rechtsschutz-, Haftpflicht-, Wohngebäude- und Hausratsversicherungen. 2016 hätten die Wiesbadener nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 77,2 Mio. Euro, ein EBITDA von 2,7 Mio. Euro und ein EBIT von 0,2 Mio. Euro erzielt. In Q4 sei sodann ordentlich Geld verdient worden. Die größere Differenz zwischen EBITDA und EBIT sei in etwa zur Hälfte auf die Abschreibungen der erworbenen Bestände zurückzuführen. Der operative Cashflow sei im Gegensatz zu den Vorjahren deutlich positiv gewesen.

2016 sei für JDC Group auf Basis des Zahlenwerkes aber eher ein Übergangsjahr gewesen. Der Kapitalmarkt habe einst deutlich höhere Erwartungen. Das EBITDA sollte sich auf über 5 Mio. Euro belaufen. Dieses Ertragsniveau wolle das Unternehmen nunmehr im Jahr 2017 erreichen. "Wir erwarten in diesem Jahr ein deutliches Wachstum und eine entsprechende Steigerung des Gewinns", so Grabmeier. Den Umsatz würden die Experten auf 85 bis 95 Mio. Euro schätzen. Bei der Tochter Jung, DMS & Cie. AG rechne der CEO mit einem Wachstum von ca. 20%. Abzüglich Abschreibungen dürfte sich das EBIT in 2017 auf mehr als 3 Mio. Euro belaufen. Netto könnten zwischen 1,5 und 2 Mio. Euro in der Kasse klingeln. Diese Erwartungen würden lediglich auf einem EBITDA-Niveau von 5 Mio. Euro basieren.

Langsamer als erwartet entwickle sich indes die App "allesmeins". Die Marktdurchdringung beim Endkunden verlaufe zäh. Aktuell würden lediglich 6 000 Endkunden die Versicherungs-App nutzen. Positiv: "Die App bringt uns im institutionellen Geschäft gut voran. Bei Profis kommt die App sehr gut an. Technisch funktioniert sie einwandfrei. Großkunden sind von unserer App begeistert. Sie können dadurch ihren eigenen Bestand deutlich erhöhen. Wir sind zuversichtlich, dass die App mittelfristig auch bei den Einzelmaklern ankommt", erkläre Grabmeier.

Strategisch habe sich die JDC Group im letzten Jahr durch den Kauf der Online-Vergleichsplattform "Geld.de" von der Unister-Gruppe gestärkt. Die Unister-Gruppe sei inzwischen insolvent. Die Übernahme der Plattform sei dennoch erfolgreich abschlossen. Grabmeier sehe die Plattform als ideale Ergänzung zum digitalen Versicherungsordner "allesmeins". Die JDC Group erwarte sich von der Plattform entsprechende Cross-Selling Effekte. Um die digitale Entwicklung des Unternehmens schneller auszubauen, habe sich JDC Group im Vorstand mit dem ehemaligen Google-Fintech-Spezialisten Stefan Bachmann verstärkt, der die Position des CDO einnehme.

Auf der Ertragsseite sei es das Ziel der JDC Group, das EBITDA pro Jahr um etwa 3 Mio. Euro zu steigern. Somit sollte in 2018 ein EBITDA von mindestens 8 Mio. Euro darstellbar sein. Strategisch wolle Grabmeier weitere Versicherungsbestände zukaufen. "Wir sind immer daran interessiert, unseren umfangreichen Bestand durch Übernahme weiter auszubauen."

Die Aktie der JDC Group habe sich im letzten Jahr in der Spitze bis auf 6,50 Euro entwickelt. Im Zuge der geringeren Gewinnerwartung sei das Papier im Dezember 2016 allerdings wieder auf Kursniveaus von 5 Euro zurückgefallen. Inzwischen handle das Papier wieder bei 5,80 Euro. Auf diesem Kursniveau sei die Aktie spekulativ durchaus reizvoll. JDC Group werde in Börsenkreisen immer wieder als Übernahmekandidat gehandelt. Davon wolle Grabmeier, der gemeinsam mit seinem CFO Ralph Konrad über 40% der Anteile kontrolliere, aber nichts wissen. "Mittel- bis langfristig ist das natürlich nie auszuschließen."

Aber nicht nur die Aktie der JDC Group sei spannend. Sehr spannend sei die Anleihe der Tochter Jungs, DMS & Cie. Sie habe ein Volumen von 15 Mio. Euro und laufe bis Mai 2020. Sie werde mit satten 6% verzinst und handle aktuell bei 95%. Die Anleihe sei kaufenswert. Sie dürfte relativ sicher sein, da sie durch entsprechende Versicherungsbestände abgesichert sei. Eine Pleite von Jung, DMS & Cie. sei sehr, sehr unwahrscheinlich. Damit die Anleihe komplett hopsgehe, müssten über Nacht alle Kunden kündigen, was wiederum unwahrscheinlich sei. Damit dürfte diese Anleihe noch eines der wenigen Papiere sein, die gut verzinst würden und dennoch ein überschaubares Ausfallrisiko besitzen würden.

Die Jung, DMS & Cie. Pool-Anleihe ist kaufenswert, so die Aktienexperten von "Vorstandswoche.de". (Analyse vom 14.03.2017) (14.03.2017/alc/a/a)