Jung, DMS & Cie. Pool-Anleihe: Verkaufsempfehlung - Anleiheanalyse


19.02.18 08:45
Vorstandswoche.de

Haar (www.anleihencheck.de) - Die Experten von "Vorstandswoche.de" raten die Anleihe (ISIN DE000A14J9D9 / WKN A14J9D) der Jung, DMS & Cie. Pool GmbH zu verkaufen.

Die JDC Group befinde sich in den Vorbereitungen für die Ausgabe eines Initial Coin Offering (ICO). Für Ende des ersten Quartals sei ein Pre-Sale dieses Utility Tokens geplant. Hierzu habe das Unternehmen jüngst das dazugehörige Whitepaper veröffentlicht. Wie CFO Ralph Konrad und CDO Stefan Bachmann den Experten im Hintergrundgespräch mitgeteilt hätten, sei die Nachfrage nach dem ICO in Folge der Veröffentlichung des Whitepapers bereits sehr hoch. Die Wiesbadener würden mit dem ICO einen relevanten Betrag einsammeln wollen.

Auf eine konkrete Zahl habe sich das Management auf Nachfrage nicht festnageln lassen wollen. "Wenn es Startups ohne Kundenbasis gelingt, mit einem ICO 60 Mio. Euro einzusammeln, sollten wir nicht weniger avisieren", so Bachmann. Vor seiner Vorstandstätigkeit bei JDC habe Bachmann fast sieben Jahre bei Google in Deutschland gearbeitet und dort den Bereich Finance & Fintech verantwort. Die Experten würden davon ausgehen, dass JDC Group die Emission des ICO mit einem Volumen von 100 Mio. Euro plane. JDC Group wolle die Vorteile der Blockchain-Technologie mit dem Ziel nutzen. die Transaktionskosten bei Finanz- und Versicherungsgeschäften gegen Null zu reduzieren und die Kunden daran partizipieren zu lassen. Zudem könnten vom Kunden zahlreiche Daten durch eine intelligente Verknüpfung zu ganz neuen Versicherungsprodukten führen.

Durch die Ausgabe des Krypto-Tokens Blocx (BCX) und dem mit ihm verbundenen Mehrwert solle eine eigene Krypto-Community in Deutschland aufgebaut werden. Während zahlreiche Unternehmen, die ein ICO ausgeben würden, nichts als heiße Luft verbreiten würden und keinen einzigen Kunden hätten, mit dem Geschäfte gemacht würden, verfüge JDC Group schon heute über 1,2 Mio. Kunden, 16.000 Berater und Vermittler und Schnittstellen zu mehr als 700 relevanten Versicherungs- und Investmentgesellschaften sowie Banken. "Die Möglichkeiten mit unserem ICO sind sehr vielfältig einsetzbar. Wir bieten mit unserem Token einen hohen Nutzen für alle Beteiligten im Loyalty-Programm und dem Blockchain Partnernetzwerk (B2N). Es wird Zeit für ein ICO mit ordentlichem Underlying", erkläre Bachmann.

JDC Group schreite in der Digitalisierungsstrategie kräftig voran. Nach Etablierung der Berater- und Endkunden-App "allesmeins" sowie der Akquisition der Online-Plattform Geld.de sei der Start des Blockchain-Labs für die JDC Group der nächste logische Schritt in der Weiterentwicklung zur führenden Prozess- und Serviceplattform für Versicherungen, Investmentfonds und übliche Finanzprodukte. Sowohl die App als auch die Online-Plattform seien gut integriert und würden bereits in diesem Jahr zu hohen Effizienzgewinnen führen. Die App werde von 750 Beratern genutzt und von mehr als 10.000 Kunden. Ein größerer Rollout auf die Geld.de-Kunden sei Anfang Q2 geplant. Durch die Blockchain sollten Transaktionen künftig direkt zwischen den Vertragspartnern durchgeführt werden.

Operativ werde JDC in diesem Jahr stark wachsen. Der Umsatz werde die Marke von 100 Mio. Euro knacken. Treiber des starken Wachstums für 2018 sei die Vereinbarung mit der Lufthansa-Tochter Albatros, die pro Jahr bis zu 20 Mio. Euro zum Umsatz beisteuere. Albatros werde die Versicherungsverträge ihrer rund 150.000 Kunden komplett auf die Plattform von JDC übertragen sowie das gesamte Neugeschäft über die JDC-IT und Infrastruktur abwickeln. Andere DAX-Konzerne könnten dem Modell folgen. "Wir sind mit vielen potenziellen Kunden im Gespräch. Darunter befinden sich auch mehrere Kandidaten aus dem DAX", so Konrad. Das Ergebnis werde in diesem Jahr ebenfalls deutlich steigen. Nach Berechnungen der Experten dürfte das EBITDA in 2018 auf 7 bis 8 Mio. Euro klettern. "Wir rechnen mit einem starken Jahresauftakt", so Konrad.

Effekte aus der Emission des ICO seien hierbei nicht berücksichtigt. Für das vergangene Jahr habe JDC einen Umsatz zwischen 80 und 85 Mio. Euro und ein EBITDA von ca. 5 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Das Umsatzziel dürften die Wiesbadener gut erreicht haben. Beim EBITDA könnte es allerdings knapp werden. Die Vereinbarung mit Albatros habe zunächst Kosten verursacht, denen kein Umsatz entgegenstehe, da dieser Vertrag erst ab 2018 laufe. Zudem würden Akquisitionskosten den Gewinn belasten. JDC wolle weiter über Zukäufe wachsen. "Wir wollen organisch als auch über Akquisitionen wachsen. Gerne kaufen wir wie bisher auch Versicherungsbestände. Wir interessieren uns aber auch für größere Unternehmen, um zeitnah in neue Dimensionen wachsen zu können. Unser Zielniveau wäre die Region eines Umsatzes von 250 Mio. Euro." Derzeit sei aber eine größere Übernahme nicht absehbar.

"Vorstandswoche"-Dauerfavorit JDC habe sich großartig entwickelt. In der Spitze sei die Aktie auf 13 Euro geklettert. Im Zuge des Crashs bei diversen Kryptowährungen und den Börsen sei eine Korrektur auf aktuell unter 10 Euro gefolgt. Die Experten würden dies als neue Kaufchance sehen. Gelinge ein erfolgreiches ICO, sei das Unternehmen mit einem Börsenwert von lediglich 120 Mio. Euro massiv unterbewertet. Verabschieden sollte man sich indes von der Anleihe der Tochter Jung, DMS & Cie. Die Experten hätten diese bei Kursen von 94% zum Kauf empfohlen. Am 21. Mai 2018 könne diese vorzeitig zum Preis von 101,5% abgelöst werden. Sie würden dem Management empfehlen, von dieser Option Gebrauch zu machen, da sich die Gruppe derzeit viel günstiger refinanzieren könne.

Die Aktienexperten von "Vorstandswoche.de" empfehlen die Jung, DMS & Cie. Pool-Anleihe zu verkaufen. (Analyse vom 19.02.2018) (19.02.2018/alc/a/a)