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Jetzt amtlich: Zinstief vernichtet Vermögen
21.08.18 11:00
FONDS professionell
Wien (www.anleihencheck.de) - Die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat nun auch spürbar negative Folgen für das Vermögen der Bundesbürger, so die Experten von "FONDS professionell".
Mini-Zinsen hin oder her: Deutsche Sparer hätten ihr Vermögen lange Zeit dennoch stetig mehren können. Der Grund dafür seien steigende Aktienkurse und eine sehr moderate Inflation gewesen. Doch was viele Bundesbürger insgeheim schon befürchtet hätten, sei nun offiziell: Die Zinsfalle habe zugeschnappt, der reale Wert des Spar- und Anlagevermögens der Deutschen sei zum ersten Mal seit sechs Jahren gesunken. Dies schreibe die Bundesbank in ihrem Bericht für den Monat August. Die Gesamtrendite, die ein durchschnittlicher Privathaushalt mit seinem Geldanlagen erziele, habe sich dem Bericht zufolge im ersten Quartal 2018 auf minus 0,8 Prozent belaufen.
Bei ihren Berechnungen würden die Experten der Bundesbank Bargeldbestände, Ansprüche gegenüber Versicherungen sowie Anlagen in Aktien und Fonds berücksichtigen. Dass Zinsanlagen wie Sparbücher, Tages- oder Festgeldkonten kaum noch Rendite abwerfen und real sogar ins Minus rutschen würden, sei dabei nichts Neues. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) liege bekanntlich schon seit März 2016 bei null Prozent. Bislang allerdings hätten auskömmliche Erträge aus Wertpapiergeschäften jedoch dafür gesorgt, dass Anleger insgesamt trotzdem einen realen Vermögenszuwachs hätten verzeichnen können.
Börsenturbulenzen und steigende Inflation
Zu Jahresbeginn sei es an den Börsen jedoch hoch hergegangen, Aktien und Aktienfonds hätten deutlich schlechter abgeschnitten als zuvor. Zudem habe die Inflation zuletzt - wie von der Notenbank erhofft - angezogen. Habe die Teuerungsrate 2017 noch bei 1,8 Prozent gelegen, so habe sie sich im Juli dieses Jahres auf zwei Prozent belaufen. Die Kombination beider Faktoren habe dazu geführt, dass deutsche Anleger in den ersten die Monaten des Jahres im Schnitt einen Wertverlust hätten hinnehmen müssen.
"Den Unmut der Sparer über die Niedrigzinsen kann ich gut verstehen", habe Bundesbankpräsident Jens Weidmann in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) gesagt. Sie hätten ihre Altersvorsorge aber über mehrere Jahrzehnte aufgebaut. Das relativiere die aktuelle Zinssituation etwas, habe Weidmann erklärt. Negative Realzinsen habe es außerdem auch in der Vergangenheit schon gegeben.
Nicht zum ersten Mal
In der Tat sei eine negative reale Rendite in einem Quartal zuletzt vor sechs Jahren zu verzeichnen gewesen, als die Inflation angezogen habe. 2008 sei die Realrendite aufgrund des Ausbruchs der Finanzkrise sogar über das gesamte Jahr hin im roten Bereich gewesen. Ebenso habe es 2001 ausgesehen, als die Internetblase geplatzt sei und die Terrornaschläge in New York verübt worden seien. In beiden Jahren hätten sich Anleger damit abfinden müssen, dass ihr Vermögen um zwei Prozent abgeschmolzen sei.
Weidmann, der im Rat der EZB über die Geldpolitik im Euroraum mitentscheide, habe im Interview mit der FAS gesagt: "Die Zinsen (werden) im Zuge der geldpolitischen Normalisierung auch wieder steigen." Allerdings werde es bis dahin wohl noch eine Weile dauern. Die europäische Notenbank wolle ihr Anleihen-Kaufprogramm zwar dieses Jahr beenden. Eine Zinserhöhung habe die EZB allerdings frühestens für den Herbst 2019 angedeutet. (21.08.2018/alc/a/a)
Mini-Zinsen hin oder her: Deutsche Sparer hätten ihr Vermögen lange Zeit dennoch stetig mehren können. Der Grund dafür seien steigende Aktienkurse und eine sehr moderate Inflation gewesen. Doch was viele Bundesbürger insgeheim schon befürchtet hätten, sei nun offiziell: Die Zinsfalle habe zugeschnappt, der reale Wert des Spar- und Anlagevermögens der Deutschen sei zum ersten Mal seit sechs Jahren gesunken. Dies schreibe die Bundesbank in ihrem Bericht für den Monat August. Die Gesamtrendite, die ein durchschnittlicher Privathaushalt mit seinem Geldanlagen erziele, habe sich dem Bericht zufolge im ersten Quartal 2018 auf minus 0,8 Prozent belaufen.
Bei ihren Berechnungen würden die Experten der Bundesbank Bargeldbestände, Ansprüche gegenüber Versicherungen sowie Anlagen in Aktien und Fonds berücksichtigen. Dass Zinsanlagen wie Sparbücher, Tages- oder Festgeldkonten kaum noch Rendite abwerfen und real sogar ins Minus rutschen würden, sei dabei nichts Neues. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) liege bekanntlich schon seit März 2016 bei null Prozent. Bislang allerdings hätten auskömmliche Erträge aus Wertpapiergeschäften jedoch dafür gesorgt, dass Anleger insgesamt trotzdem einen realen Vermögenszuwachs hätten verzeichnen können.
Börsenturbulenzen und steigende Inflation
"Den Unmut der Sparer über die Niedrigzinsen kann ich gut verstehen", habe Bundesbankpräsident Jens Weidmann in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) gesagt. Sie hätten ihre Altersvorsorge aber über mehrere Jahrzehnte aufgebaut. Das relativiere die aktuelle Zinssituation etwas, habe Weidmann erklärt. Negative Realzinsen habe es außerdem auch in der Vergangenheit schon gegeben.
Nicht zum ersten Mal
In der Tat sei eine negative reale Rendite in einem Quartal zuletzt vor sechs Jahren zu verzeichnen gewesen, als die Inflation angezogen habe. 2008 sei die Realrendite aufgrund des Ausbruchs der Finanzkrise sogar über das gesamte Jahr hin im roten Bereich gewesen. Ebenso habe es 2001 ausgesehen, als die Internetblase geplatzt sei und die Terrornaschläge in New York verübt worden seien. In beiden Jahren hätten sich Anleger damit abfinden müssen, dass ihr Vermögen um zwei Prozent abgeschmolzen sei.
Weidmann, der im Rat der EZB über die Geldpolitik im Euroraum mitentscheide, habe im Interview mit der FAS gesagt: "Die Zinsen (werden) im Zuge der geldpolitischen Normalisierung auch wieder steigen." Allerdings werde es bis dahin wohl noch eine Weile dauern. Die europäische Notenbank wolle ihr Anleihen-Kaufprogramm zwar dieses Jahr beenden. Eine Zinserhöhung habe die EZB allerdings frühestens für den Herbst 2019 angedeutet. (21.08.2018/alc/a/a)


