Japan: Löhne dürften kräftig steigen, Leitzinsen allmählich


27.03.25 09:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Nach der erwarteten Leitzinserhöhung in Japan Ende Januar und der Zinspause im März gehen die Märkte von weiteren Zinsschritten aus, so die Analysten von Postbank Research.

Mit mehr als 1,58 Prozent hätten zehnjährige japanische JGBs auf einem 17-Jahreshoch rentiert. Erste Signale der Beteiligten wiesen auf erneut kräftige Lohnerhöhungen im Rahmen der Frühjahrsverhandlungen hin.

An den Swapmärkten würden aktuell bis zum Jahresende rund 30 Basispunkte an weiteren Zinserhöhungen eingepreist.

Die Verbraucherpreisinflation sei im Februar geringer als erwartet von 4,0 auf 3,7 Prozent gesunken. Die Kernrate, die Preise für frische Lebensmittel und Energie ausklammere, habe von 3,2 auf 3,0 Prozent nachgegeben, ebenfalls geringer als prognostiziert.

Der Einkaufsmanagerindex sei im Februar leicht auf 52,0 Punkte gestiegen, wobei der der Industrie von 48,7 auf 49,0 Punkte gestiegen sei und der der Dienstleistungen weiter von 53,0 auf 53,7 vorgerrückt sei. Daten zu Einzelhandelsumsätzen und der Industrieproduktion hätten sich zuletzt stabil gezeigt. In Q4 sei das BIP zum Vorquartal um 0,6 Prozent etwas geringer angestiegen, als zunächst gemeldet worden sei.

Auf Sicht von sechs Monaten könnte der Yen nahe EUR/JPY 161 und somit ungefähr auf dem aktuellen Niveau notieren, sofern die Bank of Japan ihren Zinserhöhungszyklus wie erwartet fortführe und die EZB ihren Senkungszyklus wie aktuell an den Swapmärkten eingepreist sei, fortsetze. Möglicherweise könnte der Yen jedoch als "sicherer Währungshafen" aufgrund der potenziell sich verstärkenden Handelskonflikte reüssieren. (Währungsbulletin April 2025) (27.03.2025/alc/a/a)





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