Japan: Inflation könnte hoch bleiben


24.06.25 09:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Japan wird diese Woche die Verbraucherpreisinflation (VPI) für Tokio für Juni veröffentlichen, so die Analysten von Postbank Research.

Dieser Wert dürfte vom Markt als Frühindikator für die landesweite Inflation in Japan genau beobachtet werden. Die Kern-VPI in Tokio sei im Mai auf 3,6% (ggü. 3,4% im Vormonat) gestiegen und habe damit ihren höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren erreicht. Die Gesamt-VPI in Tokio sei im Mai mit 3,4% (ggü. 3,4% im Vormonat) ebenfalls auf einem hohen Niveau geblieben. Von allen im Index erfassten Gütern seien die Preise für Reis im Mai mit einem Zuwachs von mehr als 90% ggü. Vorjahr am stärksten gestiegen. Höhere Lebensmittelpreise könnten Nebeneffekte auf die Preise für andere Waren als Lebensmittel haben. Im Juni dürfte der Inflationsdruck nach Erachten der Analysten von Postbank Research hoch bleiben, da weiterhin kostentreibende Inflationsfaktoren, einschließlich höherer Löhne, zu erwarten seien. Die Bank of Japan (BoJ) habe auf ihrer jüngsten Sitzung die Leitzinsen unverändert gelassen. Sie könnte jedoch später in diesem Jahr Zinserhöhungen in Erwägung ziehen müssen, wenn die Inflation in Japan hartnäckig bleibe.

Fazit: Japans Wirtschaftsaussichten würden von dem unsicheren Ausblick im Zusammenhang mit den US-Zöllen beeinflusst. Dies sei ein Grund für die BoJ gewesen, die Leitzinsen auf ihrer jüngsten Sitzung unverändert bei 0,5% zu belassen. Allerdings habe die Inflation in den
letzten Monaten die Erwartungen übertroffen, insbesondere die hohen Lebensmittelpreise. Die Analysten von Postbank Research würden mit zwei Zinserhöhungen der BoJ in den nächsten zwölf Monaten rechnen, was bedeute, dass der Leitzins bis Juni 2026 auf 1% steigen würde. (PERSPEKTIVEN Week up front vom 23.06.2025) (24.06.2025/alc/a/a)