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Japan: Die FED bleibt im Fokus der Bank of Japan
02.09.24 10:51
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Die japanische Währung konnte zunächst nicht wirklich von der vorsichtigen Zinsanhebung durch die Bank of Japan profitieren, so die Analysten der NORD LB.
Das Leitzinsniveau im Land der aufgehenden Sonne notiere nun immerhin schon bei 0,25% - und nicht alle interessieren Beobachter hätten zumindest aus taktischer Perspektive mit diesem Schritt gerechnet. Erst die an den internationalen Finanzmärkten immer stärker aufkommende Erwartungshaltung, die US-Notenbank könnte beim Thema Leitzinssenkungen nun sehr bald unter großen Handlungsdruck geraten, habe dem Yen dann klar stützende Impulse geliefert; im Rahmen dieser Bewegung sei beim Wechselkurs zum US-Dollar nun sogar die psychologisch wichtige Marke von 145,00 JPY pro USD in den Fokus gerückt. Diese doch ausgeprägte Bewegung im FX-Segment habe zwischenzeitlich sogar zu größeren Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten geführt. Short-Positionen im Yen hätten von Investoren offenkundig sehr zügig abgebaut werden müssen. In diesem Umfeld habe sich zeitweilig auch ein ausgeprägter Druck auf den japanischen Aktienmarkt gezeigt, der dann kurzfristig sogar gewisse Implikationen für die Dividendenpapiere in anderen Ländern gehabt habe.
Das Ende der ausgeprägten Yen-Schwäche
Prinzipiell sei das Ende der ausgeprägten Yen-Schwäche zwar ganz grundsätzlich gesprochen wohl sogar im Interesse der japanischen Wirtschaftspolitiker, die Bank of Japan dürfte mittlerweile aber mit einer gewissen Sorge auf die jüngsten Finanzmarktturbulenzen blicken würden. Japan sei nämlich definitiv im Zentrum dieses Sturms gestanden. Die Notenbanker würden in diesem Umfeld noch vorsichtiger agieren wollen. Entsprechend dürfte die eigentlich wohl noch geplante weitere Leitzinsanhebung zunächst nicht vorgenommen werden. Die Bank of Japan werde erst auf klare Signale warten wollen, die deutlicher in Richtung von Beruhigungstendenzen bezüglich der Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten deuten würden. Wahrscheinlich werde man daher erst im Dezember wieder agieren können. Dann sollte das Leitzinsniveau um weitere 25bp steigen.
Warten auf den neuen Regierungschef
Angesichts von schwachen Zustimmungswerte für seine Regierung habe sich der aktuelle Premierminister Fumio Kishida der innerparteilichen Kritik gebeugt und verkündet, sich nicht mehr für eine Widerwahl aufstellen zu lassen. Damit würden die in Japan regierenden Liberaldemokraten nun zunächst einen neuen Parteichef suchen, der dann auch Regierungschef werden solle. Verschiedenen Politikern werde ein großes Interesse an beiden Ämtern nachgesagt. Der frühere Verteidigungsminister Shigeru Ishiba habe seinen Hut bereits in den Ring geworfen. Größere politische Turbulenzen in Tokio seien aber wohl nicht zu erwarten. (Economic Adviser Ausgabe September 2024) (02.09.2024/alc/a/a)
Das Leitzinsniveau im Land der aufgehenden Sonne notiere nun immerhin schon bei 0,25% - und nicht alle interessieren Beobachter hätten zumindest aus taktischer Perspektive mit diesem Schritt gerechnet. Erst die an den internationalen Finanzmärkten immer stärker aufkommende Erwartungshaltung, die US-Notenbank könnte beim Thema Leitzinssenkungen nun sehr bald unter großen Handlungsdruck geraten, habe dem Yen dann klar stützende Impulse geliefert; im Rahmen dieser Bewegung sei beim Wechselkurs zum US-Dollar nun sogar die psychologisch wichtige Marke von 145,00 JPY pro USD in den Fokus gerückt. Diese doch ausgeprägte Bewegung im FX-Segment habe zwischenzeitlich sogar zu größeren Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten geführt. Short-Positionen im Yen hätten von Investoren offenkundig sehr zügig abgebaut werden müssen. In diesem Umfeld habe sich zeitweilig auch ein ausgeprägter Druck auf den japanischen Aktienmarkt gezeigt, der dann kurzfristig sogar gewisse Implikationen für die Dividendenpapiere in anderen Ländern gehabt habe.
Prinzipiell sei das Ende der ausgeprägten Yen-Schwäche zwar ganz grundsätzlich gesprochen wohl sogar im Interesse der japanischen Wirtschaftspolitiker, die Bank of Japan dürfte mittlerweile aber mit einer gewissen Sorge auf die jüngsten Finanzmarktturbulenzen blicken würden. Japan sei nämlich definitiv im Zentrum dieses Sturms gestanden. Die Notenbanker würden in diesem Umfeld noch vorsichtiger agieren wollen. Entsprechend dürfte die eigentlich wohl noch geplante weitere Leitzinsanhebung zunächst nicht vorgenommen werden. Die Bank of Japan werde erst auf klare Signale warten wollen, die deutlicher in Richtung von Beruhigungstendenzen bezüglich der Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten deuten würden. Wahrscheinlich werde man daher erst im Dezember wieder agieren können. Dann sollte das Leitzinsniveau um weitere 25bp steigen.
Warten auf den neuen Regierungschef
Angesichts von schwachen Zustimmungswerte für seine Regierung habe sich der aktuelle Premierminister Fumio Kishida der innerparteilichen Kritik gebeugt und verkündet, sich nicht mehr für eine Widerwahl aufstellen zu lassen. Damit würden die in Japan regierenden Liberaldemokraten nun zunächst einen neuen Parteichef suchen, der dann auch Regierungschef werden solle. Verschiedenen Politikern werde ein großes Interesse an beiden Ämtern nachgesagt. Der frühere Verteidigungsminister Shigeru Ishiba habe seinen Hut bereits in den Ring geworfen. Größere politische Turbulenzen in Tokio seien aber wohl nicht zu erwarten. (Economic Adviser Ausgabe September 2024) (02.09.2024/alc/a/a)


