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Japan: Aussicht auf Straffung der Geldpolitik beflügelt den Yen


22.12.23 12:46
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der Tankan-Index für Großunternehmen verbesserte sich im vierten Quartal stärker als von Analysten erhofft, so die Analysten von Postbank Research.

Das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe sei um 3 auf 12 Punkte gestiegen. Entgegen der Annahme einer Stagnation sei auch das Barometer für Dienstleister um 3 auf 30 Zähler geklettert - der höchste Stand seit November 1991. Die Wirtschaft dürfte sich im vierten Quartal wieder auf Wachstumskurs befinden.

Die Gesamtinflation in Tokio habe sich im November von 3,2 auf 2,6 Prozent verlangsamt und damit deutlich stärker als die "neue" Kerninflation (ohne frische Lebensmittel und Energie), die nur um 0,2 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent nachgegeben habe. Die Preise für
Dienstleistungen hätten angezogen und der Preisdruck an Breite gewonnen.

Obgleich die Bank of Japan (BoJ) die Geldpolitik auf der Sitzung am 19. Dezember unangetastet gelassen habe, würden ihre Prognosen für 2024 auf eine baldige Beendigung der Negativzinspolitik hindeuten. Ein sich verfestigender Lohndruck sowie robuste Lohnforderungen seitens des Gewerkschaftsbundes (Rengo) und der größten Gewerkschaft UA Zensen im Rahmen der Tarifverhandlungen im Frühling (Shuntō) könnten für eine Anhebung des Leitzinses um 10 Basispunkte auf der nächsten Sitzung im Januar sprechen.

Aufgrund der Straffungsaussichten der BoJ sowie rückläufiger Renditedifferenzen habe sich der Yen in den 30 Tagen vor der Notenbanksitzung mit einem Plus von 6,0 Prozent gegenüber dem Euro so stark wie keine andere G10-Währung entwickelt. Komme die Zinswende der BoJ, könnte der Yen auf Sicht von sechs Monaten von EUR/JPY 156,60 auf EUR/JPY 153,00 zulegen. (Währungsbulletin Januar 2024) (22.12.2023/alc/a/a)