Erweiterte Funktionen
Jackson Hole-Treffen: "Drohender Schmerz durch bedingungslose Inflationsbekämpfung"
29.08.22 14:40
Generali Investments
Köln (www.anleihencheck.de) - "Drohender Schmerz durch bedingungslose Inflationsbekämpfung", betitelt Thomas Hempell, Chefvolkswirt bei Generali Investments seinen Kommentar zur Rede von Jerome Powell beim Wirtschaftssymposium in Jackson Hole.
Hempell gehe von weiteren Zinsstraffungen auch von Seiten der EZB aus.
Was für einen Unterschied ein Jahr mache. Auf dem letztjährigen Treffen in Jackson Hole habe der FED-Vorsitzende Powell versprochen, die maximale Beschäftigung anzustreben, und habe die Inflation als vorübergehend abgetan. In diesem Jahr hätten die Zentralbanker ihr unbedingtes Engagement für die Eindämmung der Inflation bekräftigt - und sich auf drohende Schmerzen in ihrem Kampf vorbereitet. Der Preisdruck halte angesichts steigender Löhne in den USA und explodierender Energiekosten in Europa an. Die 1970er Jahre würden lehren, dass die Zentralbanken frühzeitig und energisch handeln müssten, damit steigende Inflationserwartungen den Preisdruck nicht weiter verstärken würden.
So habe Powell die US-Amerikaner trotz steigender Rezessionsrisiken auf "einige Schmerzen" (schwächere Wirtschaft und weniger Arbeitsplätze) vorbereitet, während EZB-Chef Isabel Schnabel ein größeres "Opfer" zur Eindämmung des Preisdrucks vorhergesagt habe als in früheren Straffungsphasen. Für September bedeutet dies, dass sowohl für die EZB (8. September) als auch für die FED (21. September) Zinserhöhungen um 50 Basispunkte das Minimum zu sein scheinen - wobei sogar Schritte um 75 Basispunkte in Frage kämen, so die Experten von Generali Investments.
Zinsänderungen würden sich mit einer beträchtlichen Verzögerung auf die Realwirtschaft auswirken und das Risiko einer Überstraffung bergen. Der sich abzeichnende Konjunkturabschwung, der nachlassende Druck auf die Lieferketten und die schwächeren Rohstoffpreise könnten es den Zentralbanken immer noch ermöglichen, ihr Straffungstempo im Herbst zu drosseln. Die steile Anpassung der Zinserwartungen (die FED rechne nun mit einer Anhebung um +135 Basispunkte bis zum Jahresende, die EZB mit +155 Basispunkten) sei bereits weit fortgeschritten. Doch angesichts der festen Zusage der Zentralbanken, ihre derzeitige restriktive Haltung beizubehalten, scheine eine schnelle Umkehr der Erwartungen wenig wahrscheinlich. (29.08.2022/alc/a/a)
Hempell gehe von weiteren Zinsstraffungen auch von Seiten der EZB aus.
So habe Powell die US-Amerikaner trotz steigender Rezessionsrisiken auf "einige Schmerzen" (schwächere Wirtschaft und weniger Arbeitsplätze) vorbereitet, während EZB-Chef Isabel Schnabel ein größeres "Opfer" zur Eindämmung des Preisdrucks vorhergesagt habe als in früheren Straffungsphasen. Für September bedeutet dies, dass sowohl für die EZB (8. September) als auch für die FED (21. September) Zinserhöhungen um 50 Basispunkte das Minimum zu sein scheinen - wobei sogar Schritte um 75 Basispunkte in Frage kämen, so die Experten von Generali Investments.
Zinsänderungen würden sich mit einer beträchtlichen Verzögerung auf die Realwirtschaft auswirken und das Risiko einer Überstraffung bergen. Der sich abzeichnende Konjunkturabschwung, der nachlassende Druck auf die Lieferketten und die schwächeren Rohstoffpreise könnten es den Zentralbanken immer noch ermöglichen, ihr Straffungstempo im Herbst zu drosseln. Die steile Anpassung der Zinserwartungen (die FED rechne nun mit einer Anhebung um +135 Basispunkte bis zum Jahresende, die EZB mit +155 Basispunkten) sei bereits weit fortgeschritten. Doch angesichts der festen Zusage der Zentralbanken, ihre derzeitige restriktive Haltung beizubehalten, scheine eine schnelle Umkehr der Erwartungen wenig wahrscheinlich. (29.08.2022/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 17.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


