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Italiens Haushalt bleibt Sorgenkind
03.09.18 11:45
Deutsche Bank
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die gestiegenen Renditen italienischer Staatsanleihen, die wir in der vergangenen Woche als "Warnzeichen" des Marktes interpretiert hatten, waren alles andere als grundlos. Bond-Händler schienen tatsächlich ein gutes Gespür für die Situation gehabt zu haben, denn am Freitagabend senkte die US-Ratingagentur Fitch zwar nicht den Daumen über die Apenninenhalbinsel, aber immerhin deren Ausblick, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".
Statt "stabil" erscheine nun "negativ" im Prognosefeld der Bonitätswächter. Der Grund für die skeptische Beurteilung liege vor allem in der Sorge, dass die neue italienische Regierung einen laxen Umgang mit Staatsfinanzen pflegen könnte. Ein weiterer Anstieg des ohnehin schon strapazierten Finanzhaushalts dürfte Gläubigern nicht schmecken und könnte gegebenenfalls zu einer Abstufung des Ratings führen. Eine Entwicklung, die Investoren insgesamt wohl kaum behagen werde und im schlimmsten Fall zu Verwerfungen an den Finanzmärkten führen könnte. Zu allem Übel seien weitere unangenehme Meldungen aus Rom gefolgt: Das italienische Statistikamt Istat habe die zweite Schätzung des Bruttoinlandsprodukts verkündet. Im Vergleich zum ersten sei das zweite Quartal um lediglich 0,2 Prozent gewachsen (0,1 Prozent weniger als im Vorquartal).
Abgesehen vom Sorgenkind Italien habe die Akteure nach wie vor der Handelsstreit zwischen den USA und deren Handelspartnern beschäftigt. Neue Befürchtungen, es könne bereits nächste Woche eine Eskalationswelle in Form neuer US-Strafzölle drohen, hätten sich breit gemacht. Vor allem Aussagen von US-Präsident Donald Trump hätten dafür gesorgt, dass Händler vor dem langen Wochenende vorgezogen hätten, sich von einem Teil ihrer Euro-Long-Positionen zu verabschieden - zumindest diejenigen, die im Laufe der vergangenen beiden Wochen in der Nähe des Jahrestiefstkurses zugegriffen hätten.
Trumps wiederholte Kampfansage an die EU, seine erneuten Drohungen gegen China sowie despektierliche Äußerungen über Kanada hätten bei Devisenhändlern allgemeinen Unmut hervorgerufen. Auffallend hierbei sei gewesen, dass lediglich europäische Aktienmärkte gelitten hätten, ihre US-Pendants sich aber unverändert ins lange Wochenende (US Labour Day) bzw. vom Monat August verabschiedet hätten. Hätten US-Anleger den jüngsten starken Anstieg des Euro etwa zum Abzug einiger Aktienanlagen genutzt? Trotz der Abgaben der letzten beiden Handelstage bleibe der kurzfristige Euro-Aufwärtstrend (1,1565 bis 1,1755) bestehen. (03.09.2018/alc/a/a)
Statt "stabil" erscheine nun "negativ" im Prognosefeld der Bonitätswächter. Der Grund für die skeptische Beurteilung liege vor allem in der Sorge, dass die neue italienische Regierung einen laxen Umgang mit Staatsfinanzen pflegen könnte. Ein weiterer Anstieg des ohnehin schon strapazierten Finanzhaushalts dürfte Gläubigern nicht schmecken und könnte gegebenenfalls zu einer Abstufung des Ratings führen. Eine Entwicklung, die Investoren insgesamt wohl kaum behagen werde und im schlimmsten Fall zu Verwerfungen an den Finanzmärkten führen könnte. Zu allem Übel seien weitere unangenehme Meldungen aus Rom gefolgt: Das italienische Statistikamt Istat habe die zweite Schätzung des Bruttoinlandsprodukts verkündet. Im Vergleich zum ersten sei das zweite Quartal um lediglich 0,2 Prozent gewachsen (0,1 Prozent weniger als im Vorquartal).
Abgesehen vom Sorgenkind Italien habe die Akteure nach wie vor der Handelsstreit zwischen den USA und deren Handelspartnern beschäftigt. Neue Befürchtungen, es könne bereits nächste Woche eine Eskalationswelle in Form neuer US-Strafzölle drohen, hätten sich breit gemacht. Vor allem Aussagen von US-Präsident Donald Trump hätten dafür gesorgt, dass Händler vor dem langen Wochenende vorgezogen hätten, sich von einem Teil ihrer Euro-Long-Positionen zu verabschieden - zumindest diejenigen, die im Laufe der vergangenen beiden Wochen in der Nähe des Jahrestiefstkurses zugegriffen hätten.
Trumps wiederholte Kampfansage an die EU, seine erneuten Drohungen gegen China sowie despektierliche Äußerungen über Kanada hätten bei Devisenhändlern allgemeinen Unmut hervorgerufen. Auffallend hierbei sei gewesen, dass lediglich europäische Aktienmärkte gelitten hätten, ihre US-Pendants sich aber unverändert ins lange Wochenende (US Labour Day) bzw. vom Monat August verabschiedet hätten. Hätten US-Anleger den jüngsten starken Anstieg des Euro etwa zum Abzug einiger Aktienanlagen genutzt? Trotz der Abgaben der letzten beiden Handelstage bleibe der kurzfristige Euro-Aufwärtstrend (1,1565 bis 1,1755) bestehen. (03.09.2018/alc/a/a)


