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Italienische Staatsanleihen wieder unter Druck geraten
23.10.18 08:30
Deutsche Bank
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Am gestern publizierten Monatsbericht der Bundesbank dürfte es wohl nicht gelegen haben, dass der Euro wieder unter Druck geriet, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".
Darin sei zwar festgestellt worden, dass die konjunkturelle Aufwärtsbewegung in Deutschland im dritten Quartal vorübergehend zum Erliegen gekommen sein könnte. Als Begründung seien Schwierigkeiten in der Kfz-Branche bei der Zertifizierung von Fahrzeugen nach einem neuen Emissionsverfahren und die damit verbundenen zeitweisen Produktionsausfälle angeführt worden. Immerhin: Die Bundesbank halte das Wachstum fundamental für intakt, weswegen nach einem schwachen dritten eine Erholung im vierten Quartal zu erwarten sei. Ein Kommentator habe es jedoch auf den Punkt gebracht, als er geäußert habe, dass man nun vielerorts bereits seit dem zweiten Quartal dieses Jahres auf diese Erholung warte.
Hauptthema bei den Devisenmarktakteuren sei jedoch wie schon so häufig der Budgetplan der italienischen Regierung gewesen. Und tatsächlich habe es gestern zunächst nach einem guten Start des Euro in die neue Woche ausgesehen. Denn der Renditevorsprung zehnjähriger italienischer Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen mit ähnlicher Laufzeit sei am Montag zeitweise von anfangs 310 auf 282 Basispunkte geschrumpft. Hauptargument: Zwar habe die Ratingagentur Moody's am Freitag die Kreditwürdigkeit italienischer Staatsanleihen gesenkt, aber der Ausblick sei "stabil", weswegen Italien zunächst keine weitere Herabstufung drohe. Dies sei allerdings keine echte Überraschung. Dennoch sei die Herabstufung Italiens durch den stabilen Ausblick in der Wahrnehmung vieler Akteure wieder relativiert worden.
Allerdings sollte sich die vergleichsweise gute Stimmung nicht allzu lange halten, als bekannt geworden sei, dass Italien offenbar beim Budget-Defizit keine Konzessionen machen werde. In einem Brief an die EU-Kommission habe nämlich der italienische Finanzminister Giovanni Tria zugegeben, er sei sich darüber im Klaren, dass der Haushaltsentwurf seines Landes nicht dem EU-Stabilitätspakt entspreche. Italien beabsichtige aber nicht, das strukturelle Defizit, also das Defizit, das um konjunkturbedingte Einflüsse und einmalige Effekte bereinigt sei, nach dem Jahr 2019 zu erhöhen. Und ab dem Jahr 2022 werde man dieses Defizit sogar zu reduzieren beginnen. Und weil weder die EU-Kommission noch die Marktteilnehmer von diesen weit in der Zukunft liegenden Plänen überzeugt gewesen sein dürften, seien italienische Staatsanleihen und auch letztlich der Euro wieder unter Druck geraten. Immerhin habe der stellvertretende italienische Premierminister Luigi Di Maio in einem Interview am Nachmittag Gesprächsbereitschaft hinsichtlich des Budgets signalisiert, sollte die EU-Kommission Italiens Brief zurückweisen.
Unterdessen habe sich der kurzfristige Abwärtstrend des Euro deutlich verengt und verlaufe nun zwischen 1,1560/65 und 1,1390/95. (23.10.2018/alc/a/a)
Darin sei zwar festgestellt worden, dass die konjunkturelle Aufwärtsbewegung in Deutschland im dritten Quartal vorübergehend zum Erliegen gekommen sein könnte. Als Begründung seien Schwierigkeiten in der Kfz-Branche bei der Zertifizierung von Fahrzeugen nach einem neuen Emissionsverfahren und die damit verbundenen zeitweisen Produktionsausfälle angeführt worden. Immerhin: Die Bundesbank halte das Wachstum fundamental für intakt, weswegen nach einem schwachen dritten eine Erholung im vierten Quartal zu erwarten sei. Ein Kommentator habe es jedoch auf den Punkt gebracht, als er geäußert habe, dass man nun vielerorts bereits seit dem zweiten Quartal dieses Jahres auf diese Erholung warte.
Allerdings sollte sich die vergleichsweise gute Stimmung nicht allzu lange halten, als bekannt geworden sei, dass Italien offenbar beim Budget-Defizit keine Konzessionen machen werde. In einem Brief an die EU-Kommission habe nämlich der italienische Finanzminister Giovanni Tria zugegeben, er sei sich darüber im Klaren, dass der Haushaltsentwurf seines Landes nicht dem EU-Stabilitätspakt entspreche. Italien beabsichtige aber nicht, das strukturelle Defizit, also das Defizit, das um konjunkturbedingte Einflüsse und einmalige Effekte bereinigt sei, nach dem Jahr 2019 zu erhöhen. Und ab dem Jahr 2022 werde man dieses Defizit sogar zu reduzieren beginnen. Und weil weder die EU-Kommission noch die Marktteilnehmer von diesen weit in der Zukunft liegenden Plänen überzeugt gewesen sein dürften, seien italienische Staatsanleihen und auch letztlich der Euro wieder unter Druck geraten. Immerhin habe der stellvertretende italienische Premierminister Luigi Di Maio in einem Interview am Nachmittag Gesprächsbereitschaft hinsichtlich des Budgets signalisiert, sollte die EU-Kommission Italiens Brief zurückweisen.
Unterdessen habe sich der kurzfristige Abwärtstrend des Euro deutlich verengt und verlaufe nun zwischen 1,1560/65 und 1,1390/95. (23.10.2018/alc/a/a)


