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Italien hat Schuldtitel in Höhe von 7,5 Mrd. Euro begeben


01.10.19 12:00
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Zu den wirtschaftlichen Sorgen im Hinblick auf den fortwährenden Handelskonflikt verstärkten sich in der letzten Woche zunehmend die politischen Unsicherheiten, berichten die Analysten der National-Bank AG.

Diesbezüglich sei zuvorderst die verzwickte politische Situation rund um den von der britischen Regierung angestrebten Austritt aus der EU zum 31.10. zu nennen. Dazu geselle sich nunmehr das von den US-Demokraten angestrebte Impeachment-Verfahren gegen Präsident Trump, aufgrund dessen zweideutigen Telefonats mit dem neuen ukrainischen Präsidenten. Diese politischen Themen würden die Kapitalmärkte in den nächsten Wochen weiter belasten.

Bezüglich des Handelskonflikts scheine die US-Regierung eine Beschränkung des Zugangs chinesischer Unternehmen an den US-Kapitalmarkt zumindest zu erwägen. Ein Schritt, welcher die ohnehin schon stark strapazierten Beziehungen beider Regierungen weiter auf die Probe stellen würde. Trotz der neuerlichen Drohungen: Nach den Feierlichkeiten zum 70-jährigen Geburtstag der Volksrepublik China solle wieder direkt verhandelt werden. Als Maxime für die Verhandlungen gelte, dass eine interessenwahrende Lösung für beide Seiten mit Nachdruck angestrebt werden sollte. Ob es wirklich dazu komme, hänge jedoch sehr stark von der erratischen Persönlichkeit des US-Präsidenten ab. Diesbezügliche Vorhersagen seien daher - auch vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen - nur mit großer Unsicherheit zu treffen.

Wie stark sich eine Verbesserung des politischen Klimas bzw. der Wahrnehmung einer Regierung auch auf die Finanzierungsbedingungen auswirke, zeige die letztwöchige Auktion italienischer Staatsanleihen. Italien sei in der Lage gewesen Schuldtitel in Höhe von 7,5 Mrd. Euro zu rekordniedrigen Konditionen zu begeben. Die neue italienische Regierung genieße also einiges an Vertrauensvorschuss an den Kapitalmärkten. (01.10.2019/alc/a/a)