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In Italien besteht das Risiko einer Schuldenkrise
29.07.22 10:30
BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - In der Eurozone hat sich die Stimmung weiter verschlechtert, da die erneute Einschränkung der russischen Gaslieferungen die Rezessionssorgen verstärkt, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management.
Aktuell sehe es aus, als würden die Gasreserven gegen Ende des Winters erschöpft sein. In den kommenden Monaten könnte daher eine Rationierung unvermeidlich sein. Diese dürfte sich spürbar auf die Produktion auswirken.
Deutschland und Italien seien die beiden großen Volkswirtschaften, die am stärksten von russischen Gasimporten abhängig seien. In Italien werde die Wirtschaft ein wichtiger Faktor für den bevorstehenden Wahlkampf sein. Die Energiekrise scheine die Politik in eine populistischere Richtung zu treiben. Um deren negative Auswirkungen auf die Verbraucher zu begrenzen, würden Steuersenkungen und Stützungsmaßnahmen diskutiert.
Das könnte die italienische Verschuldung von aktuell mehr als 150 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen lassen und zu einer Ausweitung der Zinsaufschläge für italienische Staatsanleihen führen. Es sei nicht klar, ob das neu vorgestellte Transmissionsschutzinstrument (TPI) der Europäischen Zentralbank hier viel ausrichten könne - vor allem, da sich die Spreads in der übrigen Eurozone kaum verändern würden.
Sollte die EZB das TPI aktivieren, um italienische Anleihen zu stützen, könnte dies als grünes Licht für fiskalische Disziplinlosigkeit gewertet werden. Außerdem habe man nicht das Gefühl, dass das Instrument schon einsatzbereit ist. Es bestehe also das Risiko, dass sich die jüngste Spread-Ausweitung nach der Wahl zu einer italienischen Schuldenkrise alten Stils entwickele.
In den USA habe die Notenbank Federal Reserve (FED) die Leitzinsen um 75 Basispunkte auf 2,25 Prozent erhöht, um auf die überschießende Inflation zu reagieren. Dabei hätten die Währungshüter darauf hingewiesen, dass sich das Tempo der Straffung nun verlangsamen könnte. Das sei von den Finanzmärkten positiv aufgenommen worden und passe zur Annahme, dass der Zins-Höhepunkt bereits in wenigen Monaten erreicht sein könnte.
Die weitere Entwicklung werde jedoch vollständig von der Datenlage abhängen. Bis zur nächsten geldpolitischen Sitzung im September würden zweimal Inflations- und Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Daher werde es für die FED in den kommenden Wochen viel zu bewerten geben.
Da die US-Renditen gestiegen seien, neige BlueBay Asset Management zu einer kurzen Duration. BlueBay Asset Management bezweifele, dass die Wachstumsaussichten in den USA so schlecht seien, wie viele derzeit befürchten würden. Dies gelte insbesondere dann, wenn der Höchststand der Zinsen früher erreicht werde als noch vor einigen Monaten befürchtet worden sei.
Nach Einschätzung von BlueBay Asset Management werde ein Anstieg der US-Zinsen auf über 4 Prozent die Wirtschaft mit ziemlicher Sicherheit in eine Rezession stürzen. Ein Höchststand von 3,5 Prozent dürfte hingegen kaum zu einem wesentlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung führen. Apropos: Mit Blick auf die schwächer als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten für das zweite Quartal schließe sich BlueBay Asset Management dem FED-Vorsitzenden Jerome Powell an. Die ersten Zahlen würden ein schlechtes Abbild des Konjunkturverlaufs liefern, da es im Laufe der Zeit unweigerlich zu Revisionen komme und andere Indikatoren wie der Arbeitsmarkt relativ stark seien. (29.07.2022/alc/a/a)
Aktuell sehe es aus, als würden die Gasreserven gegen Ende des Winters erschöpft sein. In den kommenden Monaten könnte daher eine Rationierung unvermeidlich sein. Diese dürfte sich spürbar auf die Produktion auswirken.
Deutschland und Italien seien die beiden großen Volkswirtschaften, die am stärksten von russischen Gasimporten abhängig seien. In Italien werde die Wirtschaft ein wichtiger Faktor für den bevorstehenden Wahlkampf sein. Die Energiekrise scheine die Politik in eine populistischere Richtung zu treiben. Um deren negative Auswirkungen auf die Verbraucher zu begrenzen, würden Steuersenkungen und Stützungsmaßnahmen diskutiert.
Das könnte die italienische Verschuldung von aktuell mehr als 150 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen lassen und zu einer Ausweitung der Zinsaufschläge für italienische Staatsanleihen führen. Es sei nicht klar, ob das neu vorgestellte Transmissionsschutzinstrument (TPI) der Europäischen Zentralbank hier viel ausrichten könne - vor allem, da sich die Spreads in der übrigen Eurozone kaum verändern würden.
In den USA habe die Notenbank Federal Reserve (FED) die Leitzinsen um 75 Basispunkte auf 2,25 Prozent erhöht, um auf die überschießende Inflation zu reagieren. Dabei hätten die Währungshüter darauf hingewiesen, dass sich das Tempo der Straffung nun verlangsamen könnte. Das sei von den Finanzmärkten positiv aufgenommen worden und passe zur Annahme, dass der Zins-Höhepunkt bereits in wenigen Monaten erreicht sein könnte.
Die weitere Entwicklung werde jedoch vollständig von der Datenlage abhängen. Bis zur nächsten geldpolitischen Sitzung im September würden zweimal Inflations- und Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Daher werde es für die FED in den kommenden Wochen viel zu bewerten geben.
Da die US-Renditen gestiegen seien, neige BlueBay Asset Management zu einer kurzen Duration. BlueBay Asset Management bezweifele, dass die Wachstumsaussichten in den USA so schlecht seien, wie viele derzeit befürchten würden. Dies gelte insbesondere dann, wenn der Höchststand der Zinsen früher erreicht werde als noch vor einigen Monaten befürchtet worden sei.
Nach Einschätzung von BlueBay Asset Management werde ein Anstieg der US-Zinsen auf über 4 Prozent die Wirtschaft mit ziemlicher Sicherheit in eine Rezession stürzen. Ein Höchststand von 3,5 Prozent dürfte hingegen kaum zu einem wesentlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung führen. Apropos: Mit Blick auf die schwächer als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten für das zweite Quartal schließe sich BlueBay Asset Management dem FED-Vorsitzenden Jerome Powell an. Die ersten Zahlen würden ein schlechtes Abbild des Konjunkturverlaufs liefern, da es im Laufe der Zeit unweigerlich zu Revisionen komme und andere Indikatoren wie der Arbeitsmarkt relativ stark seien. (29.07.2022/alc/a/a)


