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Italien begibt Staatsanleihen für Kleinanleger


07.03.12 13:24
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Italien wolle sich die traditionell sehr hohe Sparquote des eigenen Volkes zu Nutze machen. Die privaten Haushalte des Landes seien im Europa-Vergleich mit am wenigstens verschuldet. Vor diesem Hintergrund habe das italienische Finanzministerium Anleihen entwickelt, welche speziell auf Kleinanleger zugeschnitten seien. Die Bonds hätten eine Laufzeit von 4 Jahren und würden an die Inflationsrate des Landes gekoppelt. Die Couponzahlung erfolge halbjährlich. Wer die Titel über die volle Laufzeit halte, dem werde darüber hinaus eine Prämie in Höhe von 0,4% gezahlt.

Das italienische Finanzministerium sei der Ansicht, dass eine solche Aktion durchaus legitim sei, zumal bereits im vergangenen Jahr ein ähnliches Programm stattgefunden habe. Eine Prognose darüber, wie viele der Anleihen nun tatsächlich einen Abnehmer finden würden, gebe es hingegen nicht.

In den letzten Wochen seien dem Land zudem die fallenden Renditen am herkömmlichen Markt infolge des EZB-Tenders zu Gute gekommen. Dies habe dazu geführt, dass die Zinsen für zehnjährige Papiere zum Teil sogar unter die wichtige 5%-Marke gefallen seien. Für Anleger gelte diese Grenze als Maß für die langfristige Finanzierung von Staatsdefiziten.

Auch wenn dies durchaus erfreuliche Nachrichten seien, sei die Gefahr noch nicht gebannt. Italien befinde sich in einer Rezession. Das jüngst vermehrt Staatsanleihen des Landes erworben worden seien, gründe vorwiegend auf der Liquiditätsspritze der Europäischen Zentralbank und nicht auf einer Vertrauenszunahme vonseiten der Investoren. (Analyse vom 07.03.2012) (07.03.2012/alc/a/a)