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Investmentausblick: Wo die Zinssätze landeten
14.02.24 12:15
Eurizon Asset Management
Luxembourg (www.anleihencheck.de) - Das wichtigste Makrothema für 2023 war die Rückkehr zu Wachstum und Inflation nach den Turbulenzen des Neustarts nach der Corona-Krise, so die Experten von Eurizon Asset Management.
Unter den im Vorfeld aufgestellten Hypothesen habe sich die eines Soft Landings gegenüber den Vorhersagen einer Rezession (Hard Landing) durchgesetzt. 2024 stehe im Zeichen der Zinswende.
Ob die Debatte über ein Soft- oder Hard-Landing beendet sei, lasse sich an den Makrodaten ablesen.
Das Inflationsziel der Zentralbanken sei jetzt in Sichtweite, sowohl in den USA als auch in der Eurozone. Nach den Erwartungen der Ökonomen werde die 2%-Marke erst in den letzten Monaten dieses Jahres erreicht werden, da bis dahin die letzten Nachwehen des leichten Inflationsschubes überwunden sein müssten. Tatsächlich befinden wir Preisstabilität, das sich nicht allzu sehr von der Zeit vor der Corona-Krise unterscheidet, so die Experten von Eurizon Asset Management.
Was das Wachstum anbelange, so sei der Tiefpunkt der wirtschaftlichen Aktivität höchstwahrscheinlich jetzt erreicht, vor allem in der Eurozone. Bisher hätten sich der Inflationsschock und die steigenden Zinssätze sehr dämpfend auf die Wirtschaft ausgewirkt. Doch jetzt gebe die sinkende Inflation den Verbrauchern ihre Kaufkraft zurück, die Verschärfung der finanziellen Bedingungen sei vorbei und der Welthandel zeige Anzeichen für eine Normalisierung nach dem starken Abschwung im Jahr 2023.
In dem Maße, wie sich die Inflation stabilisiere, sinke die Notwendigkeit, die Zinssätze der Zentralbank auf ein Notfallniveau anzuheben. Der aktuelle EZB-Refinanzierungszinssatz von 4,5% und der FED-Funds-Satz von 5,5% seien in der Tat Extremwerte. Sie würden an die negativen Zinsen am Tiefpunkt des letzten Zyklus erinnern.
Verständlicherweise würden sowohl die FED als auch die EZB eine Senkung vorerst ausschließen. Sie wollten zunächst dafür sorgen, dass sich der Rückgang der Inflation festige. Aber der Countdown für die Zinssenkung habe begonnen.
Die Geldmarkt-Futures würden davon ausgehen, dass die EZB im April und die FED im Mai eine erste Zinssenkung vornehmen werde. Es sei möglich, dass sich diese Erwartungen in die Jahresmitte verschieben würden, aber in der zweiten Jahreshälfte 2024 und in der ersten Jahreshälfte 2025 dürften die kurzfristigen Zinssätze sinken.
Derzeit werde erwartet, dass die EZB-Zinsen bei 2,0% bis 2,5% und die FED-Zinsen bei 3,0% bis 3,5% liegen würden. In beiden Fällen lägen sie 200 BP unter dem aktuellen Niveau, aber weit entfernt von den Tiefstständen des letzten Zyklus.
Diese Erwartungen seien mit dem Ende des Inflationsschocks und der Fortsetzung des Konjunkturzyklus vereinbar - nichts, was ein Rezessionsrisiko berge.
Die erwartete Senkung der Zentralbankzinsen spiegele sich auch in der Form der Zinskurven der Staaten wider, die immer noch invertiert seien.
Die kurzfristigen Euro-Zinssätze würden in einem Jahr einen Punkt unter dem aktuellen Niveau liegen, die Dollar-Zinssätze etwa eineinhalb Punkte darunter. Die einjährigen Terminkurven seien flach. In der ersten Hälfte des Jahres 2025, wenn die Normalisierung der kurzfristigen Zinssätze abgeschlossen sein werde, würden sie voraussichtlich wieder ihre normale Steigung erreichen.
Es sei bemerkenswert, dass sich die längerfristigen staatlichen Zinssätze in den aktuellen Erwartungen der Anleger kaum bewegen würden. Auch dies bestätige den Referenzrahmen, der eine Fortsetzung des globalen Konjunkturzyklus vorhersage, wobei die US-Wirtschaft und die der Eurozone wahrscheinlich ein höheres durchschnittliches Zinsniveau als im letzten Zyklus beibehalten würden.
Daraus folge, dass das derzeitige Niveau der 3M 6M langfristigen Staatszinsen eine bequeme Versicherungspolice gegen das Risiko einer Wachstumsenttäuschung sei. Eine Versicherung, für die man nicht zahle, sondern die man in Form eines Zinssatzes kassiere.
Die Zinswende der Zentralbanken sei ein unterstützendes Element für Risikoanlagen, so wie die Zinserhöhung ein störendes Element gewesen sei.
Wichtig sei vor allem, dass die Lockerungsphase im Kontext eines anhaltenden Konjunkturzyklus stattfinde, sozusagen als Bestätigung für das Ende des inflationären Notstands. Der Zinssenkungszyklus würde sich von früheren Zyklen unterscheiden, bei denen die Zinssätze nur gesenkt worden seien, um eine bereits eingetretene Rezession zu bewältigen.
Die Erholung, die Risikoanlagen im letzten Jahr erreicht hätten, spiegele dieses positive Szenario bereits jetzt teilweise wider.
Aber die Aussichten würden günstig bleiben. Dies gelte sowohl für Kredite, bei denen die Spreads gegenüber den typischen Niveaus am Ende des Zyklus sich noch weiter zusammenziehen könnten, als auch für Aktien, die nach einem von steigenden Multiplikatoren getragenen Jahr 2023 ein Gewinnwachstum als unterstützendes Element aufweisen könnten. (14.02.2024/alc/a/a)
Unter den im Vorfeld aufgestellten Hypothesen habe sich die eines Soft Landings gegenüber den Vorhersagen einer Rezession (Hard Landing) durchgesetzt. 2024 stehe im Zeichen der Zinswende.
Ob die Debatte über ein Soft- oder Hard-Landing beendet sei, lasse sich an den Makrodaten ablesen.
Das Inflationsziel der Zentralbanken sei jetzt in Sichtweite, sowohl in den USA als auch in der Eurozone. Nach den Erwartungen der Ökonomen werde die 2%-Marke erst in den letzten Monaten dieses Jahres erreicht werden, da bis dahin die letzten Nachwehen des leichten Inflationsschubes überwunden sein müssten. Tatsächlich befinden wir Preisstabilität, das sich nicht allzu sehr von der Zeit vor der Corona-Krise unterscheidet, so die Experten von Eurizon Asset Management.
Was das Wachstum anbelange, so sei der Tiefpunkt der wirtschaftlichen Aktivität höchstwahrscheinlich jetzt erreicht, vor allem in der Eurozone. Bisher hätten sich der Inflationsschock und die steigenden Zinssätze sehr dämpfend auf die Wirtschaft ausgewirkt. Doch jetzt gebe die sinkende Inflation den Verbrauchern ihre Kaufkraft zurück, die Verschärfung der finanziellen Bedingungen sei vorbei und der Welthandel zeige Anzeichen für eine Normalisierung nach dem starken Abschwung im Jahr 2023.
In dem Maße, wie sich die Inflation stabilisiere, sinke die Notwendigkeit, die Zinssätze der Zentralbank auf ein Notfallniveau anzuheben. Der aktuelle EZB-Refinanzierungszinssatz von 4,5% und der FED-Funds-Satz von 5,5% seien in der Tat Extremwerte. Sie würden an die negativen Zinsen am Tiefpunkt des letzten Zyklus erinnern.
Verständlicherweise würden sowohl die FED als auch die EZB eine Senkung vorerst ausschließen. Sie wollten zunächst dafür sorgen, dass sich der Rückgang der Inflation festige. Aber der Countdown für die Zinssenkung habe begonnen.
Die Geldmarkt-Futures würden davon ausgehen, dass die EZB im April und die FED im Mai eine erste Zinssenkung vornehmen werde. Es sei möglich, dass sich diese Erwartungen in die Jahresmitte verschieben würden, aber in der zweiten Jahreshälfte 2024 und in der ersten Jahreshälfte 2025 dürften die kurzfristigen Zinssätze sinken.
Diese Erwartungen seien mit dem Ende des Inflationsschocks und der Fortsetzung des Konjunkturzyklus vereinbar - nichts, was ein Rezessionsrisiko berge.
Die erwartete Senkung der Zentralbankzinsen spiegele sich auch in der Form der Zinskurven der Staaten wider, die immer noch invertiert seien.
Die kurzfristigen Euro-Zinssätze würden in einem Jahr einen Punkt unter dem aktuellen Niveau liegen, die Dollar-Zinssätze etwa eineinhalb Punkte darunter. Die einjährigen Terminkurven seien flach. In der ersten Hälfte des Jahres 2025, wenn die Normalisierung der kurzfristigen Zinssätze abgeschlossen sein werde, würden sie voraussichtlich wieder ihre normale Steigung erreichen.
Es sei bemerkenswert, dass sich die längerfristigen staatlichen Zinssätze in den aktuellen Erwartungen der Anleger kaum bewegen würden. Auch dies bestätige den Referenzrahmen, der eine Fortsetzung des globalen Konjunkturzyklus vorhersage, wobei die US-Wirtschaft und die der Eurozone wahrscheinlich ein höheres durchschnittliches Zinsniveau als im letzten Zyklus beibehalten würden.
Daraus folge, dass das derzeitige Niveau der 3M 6M langfristigen Staatszinsen eine bequeme Versicherungspolice gegen das Risiko einer Wachstumsenttäuschung sei. Eine Versicherung, für die man nicht zahle, sondern die man in Form eines Zinssatzes kassiere.
Die Zinswende der Zentralbanken sei ein unterstützendes Element für Risikoanlagen, so wie die Zinserhöhung ein störendes Element gewesen sei.
Wichtig sei vor allem, dass die Lockerungsphase im Kontext eines anhaltenden Konjunkturzyklus stattfinde, sozusagen als Bestätigung für das Ende des inflationären Notstands. Der Zinssenkungszyklus würde sich von früheren Zyklen unterscheiden, bei denen die Zinssätze nur gesenkt worden seien, um eine bereits eingetretene Rezession zu bewältigen.
Die Erholung, die Risikoanlagen im letzten Jahr erreicht hätten, spiegele dieses positive Szenario bereits jetzt teilweise wider.
Aber die Aussichten würden günstig bleiben. Dies gelte sowohl für Kredite, bei denen die Spreads gegenüber den typischen Niveaus am Ende des Zyklus sich noch weiter zusammenziehen könnten, als auch für Aktien, die nach einem von steigenden Multiplikatoren getragenen Jahr 2023 ein Gewinnwachstum als unterstützendes Element aufweisen könnten. (14.02.2024/alc/a/a)


