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Internationale Rentenmärkte von Virus angesteckt


12.03.20 10:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - An den internationalen Rentenmärkten herrschte im Februar zunächst noch eine recht gelöste Stimmung, berichten die Experten von Union Investment.

Das SARS-CoV-2-Virus schien vor allem ein Problem in China, nicht aber für den Rest der Welt zu sein, so die Experten von Union Investment. Gute Konjunkturdaten hätten bei US-Schatzanweisungen und Bundesanleihen zu leicht steigenden Renditen geführt. Papiere mit Risikoaufschlag, wie europäische Peripherieanleihen seien hingegen gesucht gewesen.

In der zweiten Monatshälfte habe sich jedoch das Blatt gewendet. Zwar sei in China die Zahl der Neuinfektionen zurückgegangen, die Viruserkrankung COVID-19 habe sich aber nach und nach auch auf andere Länder ausgebreitet. Bei den Marktteilnehmern hätten in diesem Zusammenhang die Wachstumssorgen deutlich zugenommen. In diesem Umfeld seien die als sicher geltenden US-Schatzanweisungen gefragt gewesen. Die Rendite zehnjähriger Papiere sei bis zum Monatsende auf 1,15 Prozent zurückgegangen. Damit sei ein Rekordtief erreicht worden. Am kurzen Ende hätten die Marktteilnehmer begonnen gleich mehrere Zinsschritte der US-Notenbank einzupreisen. Eine erste Zinssenkung werde bereits für März in Erwägung gezogen. Auf Indexebene (J.P. Morgan Global Bond US-Index) hätten US-Staatsanleihen im Februar mit 2,8 Prozent deutlich hinzugewonnen.

Im Euroraum seien Bundesanleihen ebenfalls gesucht gewesen. Die Rendite für zehnjährige Papiere habe sich Schritt für Schritt auf -0,6 Prozent reduziert. Schuldverschreibungen aus den Peripherieländern hätten sich hingegen steigenden Renditen gegenübergesehen und daher entsprechende Kursverluste hinnehmen müssen. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index hätten europäische Staatsanleihen im Februar 0,4 Prozent an Wert gewonnen. Während Papiere aus den Kernländern 1,3 Prozent zugelegt hätten, hätten Anleihen aus der Peripherie 0,7 Prozent verloren.

Euro-Unternehmensanleihen hätten sich vergleichsweise gut gehalten. Die niedrigeren Renditen bei Bundesanleihen hätten die höheren Renditeaufschläge abgefedert, sodass letztlich nur ein Minus von 0,4 Prozent entstanden sei (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporates, ER00-Index). Anleihen aus den Schwellenländern hätten unter der Risikoaversion der Marktteilnehmer gelitten und im Februar, gemessen am J.P. Morgan EMBI Global Diversified-Index, 1,0 Prozent an Wert verloren. (Ausgabe vom 10.03.2020) (12.03.2020/alc/a/a)