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Internationale Rentenmärkte: Anleger wagen sich stärker ins Risiko


20.01.20 09:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Dezember geriet der US-Rentenmarkt ein wenig unter Abgabedruck, so die Experten von Union Investment.

Eine Annäherung im Handelsstreit mit China habe dafür gesorgt, dass die als sicher geltenden US-Staatsanleihen weniger gefragt gewesen seien. In diesem Zusammenhang habe sich auch ein gewisser Konjunkturoptimismus breitgemacht, auch wenn die Effekte aus dem so genannten "Phase 1-Abkommen" gering sein dürften. Schließlich sei es vor allem darum gegangen, bereits geplante zusätzlich Strafzölle zukünftig doch nicht zu erheben. Beide Seiten möchten aber im Gespräch bleiben und in einer zweiten Phase über den Abbau der Zollschranken diskutieren. Anleger hätten sich daher wieder stärker ins Risiko gewagt. Auf Indexebene (J.P. Morgan Global Bond US-Index) hätten US-Staatsanleihen im Dezember 0,6 Prozent an Wert verloren.

Euro-Staatsanleihen hätten eine ähnliche Kursentwicklung vollzogen. Gute Nachrichten seien zusätzlich auch aus London gekommen. Boris Johnson sei als großer Wahlsieger aus der britischen Unterhauswahl hervorgegangen. Mit den neuen Mehrheitsverhältnissen sei ein EU-Austritt des Vereinigten Königreiches zum 31. Januar 2020 sehr wahrscheinlich geworden. Angesichts der abnehmenden politischen Risiken hätten sich Anleger auch hier wieder stärker ins Risiko gewagt und sich vor allem von Papieren aus den Kernstaaten getrennt. Diese hätten auf Monatssicht (ICE BofA Merrill Lynch NCLR-Index) 1,4 Prozent an Wert verloren. Anleihen aus den Peripherieländern (ICE BofA Merrill Lynch EGLR-Index) hätten hingegen lediglich 0,2 Prozent nachgegeben.

Euro-Unternehmensanleihen hätten sich vergleichsweise gut gehalten und seien trotz der höheren Renditen von Staatsanleihen letztlich unverändert aus dem Handel gegangen. Die hohe Nachfrage und das Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank hätten gestützt. Der Markt für in US-Dollar und Euro notierte Anleihen aus den Schwellenländern habe sich im Dezember sehr erfreulich entwickelt. Umfangreiche Anlagegelder seien gegen Jahresende in den Schwellenländern investiert worden. Auch hier habe die Entspannung im Handelsstreit für Rückenwind gesorgt. Auf Gesamtmarktebene (J.P. Morgan EMBI Global Diversified-Index) hätten entsprechende Papiere im Berichtsmonat um 2 Prozent zulegen können. (Ausgabe vom 16.01.2020) (20.01.2020/alc/a/a)