Internationale Finanzmärkte: Ein kleiner Inflationshinweis?


13.03.18 08:15
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Gut möglich, dass sich Devisenhändler vor der heutigen Veröffentlichung der US-Konsumentenpreise nicht neu positionieren wollten. Obwohl man doch unlängst zumindest einen kleinen Hinweis darauf bekommen hatte, wie es um die US-Inflation bestellt sein könnte, so die Analysten der Deutschen Bank.

Wenn man der Entwicklung der durchschnittlichen Stundenlöhne im Rahmen des am Freitag publizierten Arbeitsmarktberichts genügend Aufmerksamkeit geschenkt habe. Aber dass jene im Februar um ein gutes Viertelprozent gegenüber dem Vormonat angezogen hatten, schien kaum jemand wirklich zu interessieren, so die Analysten der Deutschen Bank. Vielleicht weil die Vorhersagen auf den ersten Blick recht zielsicher getroffen worden seien. Allerdings gelte dies nicht für die Jahresbetrachtung, die mit einem durchschnittlichen Lohnzuwachs von 2,6 Prozent (erwartet gewesen seien 2,8) doch etwas niedriger als gedacht ausgefallen sei. Und die prominente Januar-Zahl sei auch noch um 0,1 Prozent nach unten revidiert worden. Man bedenke: Noch vor fünf Wochen habe das gleiche Datum im Arbeitsmarktbericht für großes Aufsehen gesorgt. Denn mit den scheinbar deutlich über den Erwartungen liegenden Stundenlöhnen hätten sich auch die Inflationserwartungen schlagartig erhöht.

Die Analysten der Deutschen Bank erinnern: Damals wurde vielerorts mit einem Mal von vier möglichen Zinserhöhungen der US-Notenbank im Jahr 2018 gesprochen. Aber mit der am vergangenen Freitag veröffentlichten Zahl müsste man streng genommen das Januar-Datum, das für so viel Aufsehen gesorgt habe, als vorübergehenden Ausreißer klassifizieren. Mit der Folge, dass man natürlich auch die Wahrscheinlichkeit für vier Zinserhöhungen - die Analysten würden übrigens wie damals unverändert davon ausgehen, dass diese erfolgen würden - in diesem Jahr senken könnte. Aber ein Blick auf das CME FedWatch Tool zeige, dass die implizite Wahrscheinlichkeit dafür zwar leicht auf 34 Prozent gefallen sei, aber immer noch doppelt so hoch über der vom 5. Februar (rund 17%) liege. Mit anderen Worten: Der Markt habe die revidierte Situation vielleicht auch wegen der extrem guten Job-Daten nicht zur Kenntnis genommen.

Kein Wunder, dass sich der Euro immer noch im Rahmen der Konsolidierungszone der Analysten zwischen 1,2155 und 1,2555 fast nicht bewege. (13.03.2018/alc/a/a)