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Internationale Finanzmärkte: Keine geldpolitischen Überraschungen


16.03.18 10:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nun ist es also amtlich: Larry Kudlow wird als Direktor des Nationalen Wirtschaftsrates der wohl wichtigste ökonomische Berater Donald Trumps, so die Analysten der Deutschen Bank.

Bereits am späten Mittwochabend habe Kudlow keinen Zweifel daran gelassen, dass er den US-Präsidenten in Zukunft mit seinem Rat unterstützen würde. Und auf den ersten Blick scheine das Engagement auch zu passen. Etwa weil Kudlow als ein Befürworter niedriger Steuern gelte. Und wer gar gedacht habe, dass Konflikte zwischen Trump und Kudlow programmiert seien, weil dieser bis vor kurzem ein Anhänger des freien Handels gewesen sei, sei gestern schnell eines Besseren belehrt worden. Denn der TV-Moderator und Wirtschaftsjournalist habe gezeigt, wie schnell man diesen Widerspruch auflösen könne. Natürlich sei er gegen Zölle im Allgemeinen. Aber Trump habe ihn überzeugt, dass zielgerichtete Strafzölle notwendig seien, um China zu Verhandlungen zu bewegen. Auch stehe er zu einem harten Kurs mit der EU - kein Wunder, dass das Thema "multilateraler Handel" ein wichtiger Punkt beim Treffen der G20-Finanzminister am 19. und 20. März sein dürfte.

Aber auch in anderer Hinsicht habe Kudlow eine klare Einstellung: Er habe sich nicht erst kürzlich als Befürworter eines starken und beständigen US-Dollar-Kurses gegeben. Ein Statement, das diametral im Gegensatz zur Position von US-Finanzminister Steven Mnuchin stehe, der sich vor noch nicht allzu langer Zeit (in Davos) für einen schwachen Greenback ausgesprochen habe.

Allerdings sei es nicht gesichert, ob der Euro wegen dieser widerstreitenden Ansichten gestern nicht richtig vorangekommen sei. Zumindest die jüngsten (eher weniger bedeutenden) Wirtschaftsdaten seien jedenfalls nicht dazu geeignet gewesen, dem Devisenhandel einen neuen starken Impuls zu geben. Gut möglich, dass sich die Akteure aber auch wegen der Aussicht auf fehlende geldpolitische Überraschungen derzeit nicht in die eine oder andere Richtung festlegen möchten. Denn mit der Rede von EZB-Präsident Mario Draghi vom Mittwoch habe sich die Meinung der Analysten einmal mehr bestätigt, dass mit einer Beendigung der Anleihekäufe erst im Dezember und mit einem ersten Zinsschritt nicht vor Juni 2019 gerechnet werden könne. Und weil auch fast jeder mit einem weiteren Zinsschritt der FED in der kommenden Woche rechne, rangiere der Euro leicht unterhalb der Mitte seiner Konsolidierungszone zwischen 1,2155 und 1,2555. (16.03.2018/alc/a/a)