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Internationale Anleihen: Anleger sollten bei ihren Allokationen selektiv vorgehen


29.06.17 11:00
BNY Mellon IM

Brüssel (www.anleihencheck.de) - In den letzten Monaten tendierten die Kreditmärkte im Wesentlichen verhalten, da politische und volkswirtschaftliche Ereignisse in den Fokus gerückt sind, so Peter Bentley, Head of UK and Global Credit bei Insight Investment, einer Boutique von BNY Mellon Investment Management (IM).

Es spreche derzeit immer mehr für einen zyklischen Weltwirtschaftsaufschwung, weil die globale Industrieproduktion wieder anziehe, während die Arbeitslosigkeit in den USA mit 4,3 Prozent so niedrig sei wie zuletzt vor der Finanzkrise. Gleichzeitig habe das Beschäftigungswachstum im Euroraum mit 1,5 Prozent seinen höchsten Stand seit der Finanzkrise erreicht.

Diese Faktoren würden jedoch nicht ausreichen, um eine unerwartet zügige Normalisierung der Geldmarktpolitik herbeizuführen, da die Kern- sowie die nominale Inflation nach wie vor weltweit lediglich moderat sei. So sei die Teuerungsrate in den USA zuletzt drei Monate hintereinander enttäuschend ausgefallen. Parallel dazu gehe die Europäische Zentralbank davon aus, dass die Inflation in Europa noch mindestens drei Jahre unter der Zielvorgabe bleiben werde.

In der Folge seien die Zinsdifferenzen globaler Investmentstatus-Anleihen geschrumpft und lägen mit 1,15 Prozent in etwa auf dem niedrigsten Niveau seit drei Jahren. Dieses Bewertungsniveau rechtfertige eine gewisse Zurückhaltung.

Deshalb sollten Anleger bei ihren Allokationen selektiv vorgehen, zumal die Top Down-Analyse der aktuellen Verschuldungstrends darauf hindeutet, dass wir uns bereits in einem fortgeschrittenen Stadium des aktuellen Unternehmensanleihen-Zyklus befinden, so die Experten von BNY Mellon IM.

Viel versprechende Anlagechancen könnten sich beispielsweise bei europäischen Bankentiteln bieten. Während sich die Fundamentaldaten globaler Unternehmensanleihen zurzeit eintrüben würden, würden sich die Tier 1-Kapitalquoten europäischer Banken nach wie vor verbessern und lägen im Durchschnitt bei über 13 Prozent, nachdem sie 2013 noch lediglich rund 10 Prozent betragen hätten.

Innerhalb des Sektors bestünden jedoch weiterhin Risiken. Das habe auch die Abwicklung der spanischen Banco Popular zu Beginn dieses Monats belegt. Diese habe die ersten Verluste von Tier 1-Bankenanleihen zusätzlich zu den Tier 2-Anleihen dieses Emittenten zur Folge gehabt.

Findige Investoren könnten aber Möglichkeiten finden, ihre Engagements nach der Abwicklung der Banco Popular sogar noch zu erhöhen, da sich in Regionen wie Spanien und Italien aufgrund von Erholungstendenzen in Bankenanleihen viele attraktive Anlagechancen eröffnen würden. (29.06.2017/alc/a/a)