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Interessenkonflikte zählen nicht: Trump kauft Anleihen im großen Stil - Anleihenews


20.08.25 11:00
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - US-Präsident Donald Trump hat seit seiner Rückkehr ins Amt Hunderte von Anleihen erworben - darunter auch solche von US-Unternehmen, die direkt von seinen weitreichenden politischen Maßnahmen betroffen sind, so die Experten von "FONDS professionell".

Laut einem am Dienstag (19.08.) veröffentlichten Dokument des Weißen Hauses habe Trump 690 Transaktionen im Wert von mindestens 103,7 Millionen US-Dollar getätigt. Die erste Transaktion sei bereits am Tag nach seiner Amtseinführung erfolgt.

Investments in Konzerne und Kommunen

Neben Kommunalanleihen von Städten, Schulbehörden, Flughäfen und Gasversorgern habe Trump am 10. Februar Unternehmensanleihen in Höhe von mindestens 500.000 Dollar von QUALCOMM, Home Depot und T-Mobile US gekauft. Später im selben Monat habe er mindestens 250.000 Dollar an Schuldtiteln der Facebook-Mutter Meta Platforms erworben. Das verpflichtende Offenlegungsdokument aller Bundesbeamten, die mit Wertpapieren handeln würden, nenne dabei nur grobe Spannen, keine genauen Beträge oder Preise. Verkäufe habe Trump nicht gemeldet.

Bruch mit der Tradition

Mit einem vom Bloomberg Billionaires Index auf 6,4 Milliarden US-Dollar geschätzten Vermögen bleibe Trump auch während seiner Amtszeit auf Expansionskurs. Obwohl Bundesgesetze Präsidenten nicht verpflichten würden, potenziell konfliktträchtige Vermögenswerte abzustoßen oder in einen unabhängigen Trust zu überführen, hätten dies seit 1978 alle Amtsinhaber getan - mit Ausnahme von Trump. Stattdessen würden zwei seiner Söhne das Firmenimperium weiter führen - ein Konzerngeflecht, das in zahlreichen Bereichen tätig sei, die unmittelbar mit den politischen Entscheidungen des Präsidenten in Berührung kämen.

Politik und Geschäfte im Spannungsfeld

Trump habe wiederholt Manager von Unternehmen getroffen, deren Lieferketten durch seine hohen Zölle oder Technologievorgaben stark beeinflusst worden seien. Kritiker würden hierin ein erhebliches Konfliktpotenzial sehen. Das Weiße Haus habe bislang nicht auf eine Anfrage zu dem 33-seitigen Bericht vom 12. August reagiert, der beim "Office of Government Ethics" eingereicht worden sei.

Von Mar-a-Lago bis Krypto - Trumps zusätzliche Gewinne

Bereits im Finanzbericht über seine Aktivitäten 2024 habe Trump Hunderte von Anleihen in privaten Anlagekonten ausgewiesen - getrennt von seinem Firmenimperium, das unter anderem das Anwesen Mar-a-Lago, Anteile an Trump Media & Technology Group und Kryptowährungs-Investments umfasse. Diese hätten seinem Vermögen laut Bloomberg zuletzt zusätzliche 620 Millionen Dollar eingebracht. (mb/Bloomberg) (20.08.2025/alc/a/a)