Inflationssorgen und Trump-Zölle halten Märkte in Atem


28.03.25 09:38
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Donald Trump hält die Märkte global in Atem und die Unsicherheit über die zukünftigen Wachstums- und Inflationsentwicklungen sowie die Reaktion der Finanzmärkte auf Zölle ist weiterhin hoch, so die Analysten der Helaba.

In dieser Gemengelage würden die eingehenden Konjunkturdaten zumindest etwas Orientierung geben. Heute richte sich der Fokus wohl vor allem auf die US-Konsum- und Einkommensdaten nebst den dazugehörigen Deflatoren.

Insbesondere der Kerndeflator der privaten Konsumausgaben (PCE) gelte als bevorzugtes Inflationsmaß der US-Notenbank FED. Der Disinflationsprozess ab Herbst 2022 habe im vergangenen Jahr an Schwung verloren, mit dem Ergebnis, dass die Jahresraten weiterhin auf erhöhtem Niveau lägen. Mit aktuell 2,6% liege die Dynamik der Kernpreise spürbar oberhalb dessen, was aus Sicht der Notenbanker angemessen erscheine und was in der Vergangenheit die Regel gewesen sei. Zudem werde mit den anstehenden Februarwerten ein Anstieg der Jahresrate des Kerndeflators erwartet.

Per Saldo würden die Zinssenkungserwartungen im Hinblick auf die FED wohl nicht verstärkt, sondern tendenziell gedämpft.

In der Eurozone seien am Vormittag die deutschen Arbeitsmarktdaten sowie die Verbraucherpreise in Frankreich und Spanien zu beachten - ebenso das EWU-Industrievertrauen. Erwartet werde eine leichte Zunahme der Arbeitslosenzahl bei einer unveränderten Quote. In Frankreich rechne man auf niedrigem Niveau mit einem leichten Inflationsplus, während in Spanien erneut eine Entspannung erwartet werde. Nachdem sich zuletzt die Stimmungsbarometer des Industriesektors verbessert hätten, sollte ein Anstieg des Industrievertrauens nicht überraschen. Der Wert werde jedoch wohl weiterhin auf einem niedrigen Niveau liegen.

Alles in allem müsse die EZB nicht grundsätzlich von dem eingeschlagenen Lockerungskurs abweichen. Die diesbezüglichen Erwartungen würden aber wohl nicht forciert. (28.03.2025/alc/a/a)