Inflationsperspektive - der einzige Bestimmungsfaktor für die FED


11.06.25 08:38
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In einem Umfeld, das zwar von konjunkturellen Risken geprägt ist, in dem die Arbeitsmarktsituation aber solide ist und keinen Druck auf die Geldpolitik ausübt, scheint die Inflationsperspektive der einzige Bestimmungsfaktor für die US-Notenbank zu sein, so die Analysten der Helaba.

Somit würden sich die Blicke in den USA heute vor allem auf die Verbraucherpreisentwicklungen im Monat Mai richten. Werde der Einfluss erhöhter Zölle allmählich spürbar, wie es FOMC-Vertreter auch für die kommenden Monate erwarten würden? Es sei dabei nicht nur der Effekt verteuerter Importe zu beachten, sondern wohl auch die Tatsache, dass heimische Produzenten die Chance zu Preissteigerungen nutzen wollten, wenn die internationale Konkurrenz durch die Abgabenerhöhungen behindert werde. Zumindest im April habe es bereits einen kräftigen monatlichen Anstieg der Importpreise abseits von Rohöl und Rohölprodukten gegeben. Offen sei, ob sich dies im Mai fortgesetzt habe, oder ob dies ein Ausreißer gewesen sei. Insofern bestehe das Risiko, dass es zu einem monatlichen Plus des Verbraucherpreiseindexes komme, insbesondere in der Abgrenzung ohne Energie und Nahrungsmittel. Währenddessen würden die Benzinpreise wohl tendenziell für einen dämpfenden Effekt auf den Gesamtindex sorgen. In der ersten Maihälfte hätten die Preise für Benzin unterhalb des Niveaus des vergleichbaren Zeitraums im April gelegen. Per saldo bleibe der Anstieg des Verbraucherpreiseindexes damit im Rahmen durchschnittlicher Werte. Der Basiseffekt aus dem Jahr 2024 aber werde dafür sorgen, dass die Jahresteuerungsrate zunehme. Mit rund 2,5% wäre diese zu hoch, um der US-Notenbank Raum für eine Wiederaufnahme des Zinssenkungszyklus zu geben, zumal die Kernrate in der Nähe von drei Prozent liegen dürfte. (11.06.2025/alc/a/a)