Inflationsindexierte Anleihen kostenloser Inflationsschutz


22.05.12 11:38
AXA Investment Managers

Köln (www.anleihencheck.de) - In den USA endete die dritte Offenmarktausschusssitzung dieses Jahres wie erwartet: Die Geldpolitik blieb unverändert, so Eric Chaney und Franz Wenzel, Investmentstrategen bei AXA Investment Managers.

Da die langfristigen Konjunkturaussichten noch immer unsicher seien, könnte die FED durchaus ihre Trumpfkarte ziehen und erneut zu unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen greifen. Zugegebenermaßen sei die Wahrscheinlichkeit aufgrund der stärkeren Konjunktur aber etwas zurückgegangen.

Operation Twist werde bald abgeschlossen sein. Dann könnte der Druck auf die Langfristrenditen etwas nachlassen, doch wie die Experten bereits an anderer Stelle geschrieben hätten, würden sie einen drastischen Renditeanstieg bis zum Jahresende für unwahrscheinlich halten. Auch die Risiken im Euroraum, die zu einer erhöhten Nachfrage nach US-Staatsanleihen führen und den Renditeanstieg verzögern könnten, würden für ihre neutrale Einschätzung sprechen.

Seit Anfang April seien inflationsindexierte Anleihen weltweit hinter nominalverzinslichen Papieren zurückgeblieben, insbesondere in Europa. Dies bestätige die zurückhaltendere Einschätzung der Experten. Umfrageergebnisse und Inflationsswaps würden nahe legen, dass auch im Euroraum langfristig mit Preisstabilität gerechnet werde. Es sei aber auch bekannt, dass die Assetklasse unter Marktvolatilität leide, weil dann die Liquiditätsprämien steigen würden. Die Experten würden daher bei ihrer zurückhaltenden Einschätzung europäischer inflationsindexierter Anleihen bleiben.

Ihre Übergewichtung von TIPS würden die Experten beibehalten. Zwar habe die FED ihre Inflationsprognosen für dieses Jahr wegen der höheren Energiepreise angehoben, aber der Inflationsdruck dürfte dennoch niedrig bleiben. Auch würden sie amerikanische inflationsindexierte Anleihen für eine nahezu kostenlose Möglichkeit halten, von Inflationsüberraschungen zu profitieren. Hinzu käme, dass die langfristige Breakeven-Inflationsrate unter den langfristigen Inflationserwartungen liege, sodass ein mäßiger Anstieg möglich sei. Die zehnjährige Breakeven-Inflationsrate betrage 2,20%, die zehnjährigen Inflationserwartungen 2,48%. (Ausgabe Mai 2012) (22.05.2012/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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