Inflationsdruck in Deutschland niedriger als gedacht


29.03.19 09:00
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Der Euro gab gestern zum US-Dollar weiter in Richtung der Marke von 1,12 USD nach, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Zu der Schwäche dürfte ein überraschend niedriger Preisdruck in Deutschland beigetragen haben. So habe der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) überraschend von 1,7% auf 1,5% gg. Vj. nachgegeben (Konsens: 1,6%). Der auf nationaler Basis berechnete Preisauftrieb sei auf 1,4% zurückgefallen (Konsens: 1,5%). Besonders im Dienstleistungsbereich sei die Inflation gering und habe mit 1,2% gg. Vj. auf den tiefsten Stand seit Mitte des letzten Jahres nachgegeben. Damit würden weiter Anzeichen dafür fehlen, dass sich ein nachhaltiger Preisdruck in Deutschland aufbaue, obwohl die Arbeitslosigkeit auf dem tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung liege. Im März dürfte die Arbeitslosenquote von 5,0% auf 4,9% fallen. Eine schwächelnde Wirtschaft in Kombination mit einer niedrigen Inflation würden Leitzinserhöhungen in der Eurozone immer weiter in die Ferne rücken lassen.

Der Euro befinde sich zum US-Dollar wieder in Schlagweite zu seinem Anfang März verzeichneten zyklischen Tiefstand bei rund 1,118 USD. Bei einem Unterschreiten dieser Marke drohe eine Beschleunigung des Verfalls. Gerade auch mit Blick auf die gestrigen Preisdaten aus Deutschland dürfte heute die Veröffentlichung des HVPI für die gesamte Eurozone im Mittelpunkt stehen. Hier würden die Analysten mit einem Rückgang der Kerninflation von 1,0% auf 0,9% gg. Vj. rechnen. (29.03.2019/alc/a/a)