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Inflationsdaten für Eurozone: Handfeste Überraschung
03.02.22 09:30
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Diese Woche jagt ein Highlight das andere, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.
Gestern hätten die Inflationsdaten für die Eurozone eine handfeste Überraschung gebracht - einmal mehr sei die Teuerung mit 5,1% p.a. höher als erwartet gewesen (Konsensus habe zu Wochenbeginn bei 4,4% p.a. gelegen. In vielen Ländern des Euroraums würden Strom- und Gaspreise im Januar neu festgesetzt. Infolgedessen habe vor der gestrigen Veröffentlichung ein hohes Maß an Unsicherheit geherrscht und die Bandbreite der Schätzungen sei enorm gewesen (von 3,6% p.a. bis 5,2% p.a.). Letztendlich hätten sich die Energiepreise mit +6,0% im Vergleich zum Vormonat deutlich erhöht und die Gesamtinflationsrate ansteigen lassen. Energiepreise wüden mit einem Beitrag von 2,7 Prozentpunkte gut die Hälfte der Inflationsrate erklären.
Die eigentlich größere Überraschung sei die Preisentwicklung ohne Berücksichtigung der Lebensmittel- und Energiepreise gewesen. Diese sogenannte Kerninflation sei im Januar zwar von 2,6% p.a. auf 2,3% p.a. gefallen, sei aber sowohl im Güter- als auch im Dienstleistungsbereich klar über der 2%-Marke geblieben. Die monatliche Veränderung der Kernpreise liege seit dem zweiten Halbjahr 2021 über den Durchschnittswerten der letzten 15 Jahre. Zum ersten Mal seit der Finanz- und Eurokrise scheine es, dass sich die allgemeine Teuerung dauerhaft von einem zu niedrigen Niveau lösen könnte. Somit werde es interessant sein, wie die EZB die jüngsten Inflationszahlen auf ihrer heutigen Zinssitzung bewerten werde. Vorerst dürfte der EZB-Rat bei der Einschätzung bleiben, dass die Inflation überwiegend durch Entwicklungen getrieben werde, die im Laufe des Jahres an Wirkung verlieren würden (Energiepreise, Nachfrage-/Angebotsverschiebungen aufgrund der Pandemie). Auf der Grundlage dieser Einschätzung sei eine Leitzinserhöhung in diesem Jahr nach dem offiziellen Wortlaut der EZB unwahrscheinlich. Präsidentin Lagarde dürfte jedoch nicht mehr versuchen, Zinsanhebungserwartungen für die kommenden Quartale mit aller Kraft zurückzudrängen. (03.02.2022/alc/a/a)
Gestern hätten die Inflationsdaten für die Eurozone eine handfeste Überraschung gebracht - einmal mehr sei die Teuerung mit 5,1% p.a. höher als erwartet gewesen (Konsensus habe zu Wochenbeginn bei 4,4% p.a. gelegen. In vielen Ländern des Euroraums würden Strom- und Gaspreise im Januar neu festgesetzt. Infolgedessen habe vor der gestrigen Veröffentlichung ein hohes Maß an Unsicherheit geherrscht und die Bandbreite der Schätzungen sei enorm gewesen (von 3,6% p.a. bis 5,2% p.a.). Letztendlich hätten sich die Energiepreise mit +6,0% im Vergleich zum Vormonat deutlich erhöht und die Gesamtinflationsrate ansteigen lassen. Energiepreise wüden mit einem Beitrag von 2,7 Prozentpunkte gut die Hälfte der Inflationsrate erklären.
Die eigentlich größere Überraschung sei die Preisentwicklung ohne Berücksichtigung der Lebensmittel- und Energiepreise gewesen. Diese sogenannte Kerninflation sei im Januar zwar von 2,6% p.a. auf 2,3% p.a. gefallen, sei aber sowohl im Güter- als auch im Dienstleistungsbereich klar über der 2%-Marke geblieben. Die monatliche Veränderung der Kernpreise liege seit dem zweiten Halbjahr 2021 über den Durchschnittswerten der letzten 15 Jahre. Zum ersten Mal seit der Finanz- und Eurokrise scheine es, dass sich die allgemeine Teuerung dauerhaft von einem zu niedrigen Niveau lösen könnte. Somit werde es interessant sein, wie die EZB die jüngsten Inflationszahlen auf ihrer heutigen Zinssitzung bewerten werde. Vorerst dürfte der EZB-Rat bei der Einschätzung bleiben, dass die Inflation überwiegend durch Entwicklungen getrieben werde, die im Laufe des Jahres an Wirkung verlieren würden (Energiepreise, Nachfrage-/Angebotsverschiebungen aufgrund der Pandemie). Auf der Grundlage dieser Einschätzung sei eine Leitzinserhöhung in diesem Jahr nach dem offiziellen Wortlaut der EZB unwahrscheinlich. Präsidentin Lagarde dürfte jedoch nicht mehr versuchen, Zinsanhebungserwartungen für die kommenden Quartale mit aller Kraft zurückzudrängen. (03.02.2022/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 24.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


