Inflationsdaten dürften in Frankfurt für Stirnrunzeln gesorgt haben


01.10.18 13:30
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die letzte Veröffentlichung der Verbraucherpreise dürfte in Frankfurt für Stirnrunzeln gesorgt haben, so die Analysten der NORD LB.

Die Teuerungsrate habe um 2,1% Y/Y zugenommen. Deutschland habe gar durch eine recht hohe Dynamik in Höhe von 2,2% Y/Y (EU harmonisiert) überrascht. Auf der anderen Seite habe die Kernrate in der Eurozone mit einem Rückgang auf 0,9% Y/Y enttäuscht. Preistreiber seien am aktuellen Rand Energieträger gewesen - dank anhaltendem Auftrieb der Ölpreise sowie die Lebensmittel/Alkohol. Für den Anstieg bei der Nahrung dürfte der heiße und trockene Sommer eine Rolle spielen. So habe Niedersachsen für 2018 letzte Woche eine im Vergleich zum Vorjahr um 25% geringer ausgefallene Kartoffelernte gemeldet. Beide Effekte würden allerdings eher temporärer Natur sein. Was fehle sei die Dynamik der anderen Preise. Ein Stück weit dürften die Energie- und Lebensmittelpreise in den nächsten Monaten auch in der Kerninflation Effekte aufweisen und zudem verzögert über die Tarifrunden weiteren Druck entfalten. Die EZB hätte sich aber sicherlich eine andere Entwicklung der Komponenten gewünscht.

Angesichts der Preise und der geopolitischen Drohkulisse werde die Zentralbank aktuell nicht von der Agenda abweichen und im Oktober wie geplant das Volumen des Ankaufprogramms reduzieren sowie zum Ende des Jahres die zusätzlichen Ankäufe komplett einstellen. Die Notenbank verweise derzeit auch verstärkt auf die Verantwortung der Nationalstaaten hinsichtlich fiskal- und wirtschaftspolitischer Maßnahmen, um auf den nächsten Abschwung vorbereitet zu sein. Am aktuellen Rand habe dies etwa Benoît Cœuré getan. Auch Olli Rehn habe ins selbe Horn geblasen und sogar direkt Italien angesprochen. In der Tat fehle den Geldhütern das Pulver für größere Impulse. Dafür seien die Zinsen schlicht zu niedrig und das Ankaufprogramm allein sei als Steuermittel wohl nur bedingt geeignet. Genügend konjunkturelle Downside-Risiken würden aktuell bestehen bleiben. (01.10.2018/alc/a/a)