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Inflationsbekämpfung der FED: Kein Erfolg, bisher
25.09.23 09:15
Janus Henderson Investors
London (www.anleihencheck.de) - Der Markt beschäftigte sich nach den letzten Sitzungen der FED (Federal Reserve) mit der Frage: "Bedeutet keine Erhöhung "vertagen" oder "belassen"?", so Jim Cielinski, Global Head of Fixed Income, und Jason England, Portfolio Manager, Janus Henderson Investors.
Gelernt aus den schmerzhaften Erfahrungen einer Generation mit zu frühen Zinsschritten, habe der Vorsitzende der FED, Jerome Powell bekräftigt, dass eine weitere Zinserhöhung im Raum stehe, sollte der Inflationsrückgang nicht den Erwartungen der Zentralbank entsprechen.
Die Experten würden glauben, dass dies ein weiterer Schritt in der gut kommunizierten Strategie der FED sei, die auf ein langsames Vorgehen und die Analyse der Wirtschaftsdaten von Sitzung zu Sitzung setze. Wichtig sei, dass die FED bei ihren Entscheidungen weiterhin alle verfügbaren Daten berücksichtige. Und seit der letzten Veröffentlichung der Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen (Summary of Economic Projections, SEP) durch die FED habe es eine Menge Daten zu verdauen gegeben.
Obwohl der Gesamtindex der persönlichen Verbraucherausgaben im Jahresvergleich auf 3,3% und seine Kernkomponente auf 4,2% gesunken sei, dürften andere, detailliertere Indikatoren den hawkishen Währungshütern der FED Munition liefern. Der jährliche "Sticky Consumer Price Index" der Atlanta FED liege immer noch bei 5,3%. Die annualisierte Drei-Monats-Rate der gleichen Datenreihe sei jedoch auf erträglichere 3,6% gesunken. Angesichts der widersprüchlichen Signale - und einer immer noch wachsenden Wirtschaft, trotz der bereits erfolgten Zinserhöhungen um 525 Basispunkte - würden die Experten die Vorsicht der FED für gerechtfertigt halten.
Der besonnene Ton der FED sei durch die aktualisierten SEP untermauert worden. Zinserhöhungen würden die Inflation meist insofern senken, als sie dem Wirtschaftswachstum entgegenwirken würden. Die nach oben korrigierte Medianprognose für das BIP-Wachstum 2023 von 1,0% auf deutlich positivere 2,1% zeige jedoch, dass die langen und variablen Verzögerungen der Geldpolitik dieses Mal länger und variabler sein könnten.
Die Experten würden nicht glauben, dass die FED unter Powell das Risiko eingehe, dass die bisherigen Kürzungen ausreichend sein würden. Die vielleicht überraschende Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft zeige sich darin, dass die FED ihre Einschätzung des Wachstums in den letzten drei Sitzungen von "bescheiden" auf "moderat" und nun auf "solide" geändert habe. Dies spreche zwar dafür, dass die kaum greifbare weiche Landung in diesem Zyklus möglich sein könnte, doch würden sich die Falken wohl kaum auf ihren Lorbeeren ausruhen.
Die Experten würden nicht glauben, dass es in der derzeitigen Zusammensetzung der stimmberechtigten FED-Mitglieder ein wirklich "dovishes" Lager gebe. Allerdings könnte die gemäßigte Gruppe die Abwärtskorrektur der Kerninflationserwartungen für 2023 auf 3,7% (von 3,9%) als Beweis dafür anführen, dass die bisherigen Kürzungen das System durchdringen und mehr Zeit für weitere Fortschritte benötigt werde. Aus diesem Grund würden die Experten die "Vertagungs"-Taktik der FED als einen vernünftigen Kompromiss zwischen den beiden Lagern betrachten.
Die FED, die ihren eigenen geplanten Zinserhöhungskurs stärker als erwartet nach oben korrigiert habe, habe keinen Zweifel daran gelassen, dass es sich um eine "hawkishe Pause" gehandelt habe. Zwar gehe sie nach wie vor von einer weiteren Zinserhöhung im Jahr 2023 aus (im Gegensatz zum Markt), doch habe die Zentralbank die voraussichtlich notwendigen Zinssenkungen um 25 Basispunkte für 2024 und 2025 um zwei reduziert, sodass die FED Funds Rate in diesen Jahren nun bei 5,1% bzw. 3,9% liegen dürfte.
Die Märkte seien grundsätzlich zukunftsorientiert, und die Antizipation von Trendwenden bei Zinsen und Konjunkturzyklen biete die Möglichkeit, Überrenditen zu erzielen. Dieser Punkt sei noch nicht erreicht. Die Experten würden glauben, dass zu viele Variablen im Spiel seien, einschließlich der anhaltenden Anspannung des Arbeitsmarktes und erheblicher geopolitischer Risiken.
Wie die Rendite der zweijährigen Treasury-Anleihe bei über 5,0% zeige, habe sich der Markt mit einer FED arrangiert, die mit Nachdruck versuche, diese Inflationswelle zu beenden. Da jedoch das Ende der Zinserhöhungen absehbar sei, böten Anleihen mit kürzerer Laufzeit attraktive Renditechancen, die es vor zwei Jahren noch nicht gegeben habe. Um an diesen Punkten der Kurve Renditen zu erzielen, würden Anleger keinen Kurswechsel brauchen - nach Meinung der Experten "länger hoch" das Gebot der Stunde, unabhängig vom Endstand.
Im Credit-Bereich hätten verbriefte Instrumente - z. B. Asset-Backed Securities, Mortgage-Backed Securities und Darlehen - eine stärkere konjunkturelle Abkühlung eingepreist als Unternehmenskredite und dürften daher im Falle einer weichen Landung oder sogar einer leichten Rezession attraktiv bewertet sein. (25.09.2023/alc/a/a)
Gelernt aus den schmerzhaften Erfahrungen einer Generation mit zu frühen Zinsschritten, habe der Vorsitzende der FED, Jerome Powell bekräftigt, dass eine weitere Zinserhöhung im Raum stehe, sollte der Inflationsrückgang nicht den Erwartungen der Zentralbank entsprechen.
Die Experten würden glauben, dass dies ein weiterer Schritt in der gut kommunizierten Strategie der FED sei, die auf ein langsames Vorgehen und die Analyse der Wirtschaftsdaten von Sitzung zu Sitzung setze. Wichtig sei, dass die FED bei ihren Entscheidungen weiterhin alle verfügbaren Daten berücksichtige. Und seit der letzten Veröffentlichung der Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen (Summary of Economic Projections, SEP) durch die FED habe es eine Menge Daten zu verdauen gegeben.
Obwohl der Gesamtindex der persönlichen Verbraucherausgaben im Jahresvergleich auf 3,3% und seine Kernkomponente auf 4,2% gesunken sei, dürften andere, detailliertere Indikatoren den hawkishen Währungshütern der FED Munition liefern. Der jährliche "Sticky Consumer Price Index" der Atlanta FED liege immer noch bei 5,3%. Die annualisierte Drei-Monats-Rate der gleichen Datenreihe sei jedoch auf erträglichere 3,6% gesunken. Angesichts der widersprüchlichen Signale - und einer immer noch wachsenden Wirtschaft, trotz der bereits erfolgten Zinserhöhungen um 525 Basispunkte - würden die Experten die Vorsicht der FED für gerechtfertigt halten.
Der besonnene Ton der FED sei durch die aktualisierten SEP untermauert worden. Zinserhöhungen würden die Inflation meist insofern senken, als sie dem Wirtschaftswachstum entgegenwirken würden. Die nach oben korrigierte Medianprognose für das BIP-Wachstum 2023 von 1,0% auf deutlich positivere 2,1% zeige jedoch, dass die langen und variablen Verzögerungen der Geldpolitik dieses Mal länger und variabler sein könnten.
Die Experten würden nicht glauben, dass es in der derzeitigen Zusammensetzung der stimmberechtigten FED-Mitglieder ein wirklich "dovishes" Lager gebe. Allerdings könnte die gemäßigte Gruppe die Abwärtskorrektur der Kerninflationserwartungen für 2023 auf 3,7% (von 3,9%) als Beweis dafür anführen, dass die bisherigen Kürzungen das System durchdringen und mehr Zeit für weitere Fortschritte benötigt werde. Aus diesem Grund würden die Experten die "Vertagungs"-Taktik der FED als einen vernünftigen Kompromiss zwischen den beiden Lagern betrachten.
Die FED, die ihren eigenen geplanten Zinserhöhungskurs stärker als erwartet nach oben korrigiert habe, habe keinen Zweifel daran gelassen, dass es sich um eine "hawkishe Pause" gehandelt habe. Zwar gehe sie nach wie vor von einer weiteren Zinserhöhung im Jahr 2023 aus (im Gegensatz zum Markt), doch habe die Zentralbank die voraussichtlich notwendigen Zinssenkungen um 25 Basispunkte für 2024 und 2025 um zwei reduziert, sodass die FED Funds Rate in diesen Jahren nun bei 5,1% bzw. 3,9% liegen dürfte.
Die Märkte seien grundsätzlich zukunftsorientiert, und die Antizipation von Trendwenden bei Zinsen und Konjunkturzyklen biete die Möglichkeit, Überrenditen zu erzielen. Dieser Punkt sei noch nicht erreicht. Die Experten würden glauben, dass zu viele Variablen im Spiel seien, einschließlich der anhaltenden Anspannung des Arbeitsmarktes und erheblicher geopolitischer Risiken.
Wie die Rendite der zweijährigen Treasury-Anleihe bei über 5,0% zeige, habe sich der Markt mit einer FED arrangiert, die mit Nachdruck versuche, diese Inflationswelle zu beenden. Da jedoch das Ende der Zinserhöhungen absehbar sei, böten Anleihen mit kürzerer Laufzeit attraktive Renditechancen, die es vor zwei Jahren noch nicht gegeben habe. Um an diesen Punkten der Kurve Renditen zu erzielen, würden Anleger keinen Kurswechsel brauchen - nach Meinung der Experten "länger hoch" das Gebot der Stunde, unabhängig vom Endstand.
Im Credit-Bereich hätten verbriefte Instrumente - z. B. Asset-Backed Securities, Mortgage-Backed Securities und Darlehen - eine stärkere konjunkturelle Abkühlung eingepreist als Unternehmenskredite und dürften daher im Falle einer weichen Landung oder sogar einer leichten Rezession attraktiv bewertet sein. (25.09.2023/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


