Inflationsanstieg: Wenig Grund zur dauerhaften Sorge


11.08.21 16:47
Merck Finck

München (www.anleihencheck.de) - 3,8 Prozent in Deutschland und 5,4 Prozent in den USA: Die aktuellen Inflationszahlen für Juli zeigen, dass die Teuerung weiter voranschreitet, so Robert Greil, der Chefstratege der Merck Finck a Quintet Private Bank.

In Deutschland sei die Inflation auf das höchste Niveau seit 28 Jahren geklettert. In den USA liege die Teuerungsrate seit Juni erstmals seit 13 Jahren wieder im 5-Prozent-Bereich. Auch wenn die Inflationsraten vorerst hoch bleiben dürften, würden sie aus Sicht der Analysten allerdings eher eine vorübergehende Erscheinung sein. Spätestens ab Anfang 2022 sollte die Teuerung wieder nachlassen.

Haupttreiber der beschleunigten Inflation auf beiden Seiten des Atlantiks würden vorübergehende Effekte bleiben. In den USA seien dies überwiegend durch hohe Nachholeffekte ausgelöste Preissprünge, etwa am Fahrzeugmarkt oder bei Dienstleistungen aus den Bereichen Tourismus und Gastronomie. Auch die im Zuge der wieder anspringenden Konjunktur gestiegenen Rohstoffpreise würden eine wichtige Rolle spielen. Speziell in Deutschland komme zu diesen Effekten gerade bei den Energiepreisen zusätzlich noch der Basiseffekt aus der temporären Mehrwertsteuersenkung im 2. Halbjahr 2020 hinzu.

Im Zuge der von den Analysten erwarteten anhaltenden Erholung der Weltwirtschaft sollten Nachholeffekte und daraus resultierende Engpässe sukzessive zurückgehen und damit beruhigend auf die Preisentwicklung wirken. So sei die US-Inflation im Vergleich zum Vormonat nach 0,9% noch im Juni im Juli nur noch um 0,5% gestiegen. Zudem würden die Basiseffekte nach und nach auslaufen. Vor allem aber würden die Analysten keinen nachhaltigen Lohndruck nach oben und damit auch keine große Gefahr einer anhaltenden Lohn-Preis-Spirale sehen.

Auf Sicht der kommenden zwei Jahre würden die Analysten die Inflation in den USA im nächsten Jahr bei 2,3 Prozent und 2023 bei 2,1 Prozent sehen. In der Eurozone würden sie dann mit einer Inflationsrate von jeweils 1,4 Prozent rechnen. (11.08.2021/alc/a/a)