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Inflationsanleihe 22-29 der Erste Group: Inflationsraten in Zinsen verwandeln? Chancen und Risiken
18.10.22 14:00
ZertifikateReport
Gablitz (www.anleihencheck.de) - Die Experten vom "ZertifikateReport" stellen in einer aktuellen Ausgabe die Inflationsanleihe 22-29 (ISIN AT0000A30FA1 / WKN EB09M6) der Erste Group vor.
Im August habe sich das Leben in der Europäischen Union um 10,1 Prozent verteuert, auch in Deutschland sei die Inflation im zweistelligen Prozentbereich angekommen. Zur Ermittlung der Inflation werde die Preisentwicklung eines repräsentativen Warenkorbes durch das statistische Amt der Europäischen Union, Eurostat, erhoben und der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für alle Mitgliedsländer, Europa und die Eurozone berechnet. Ein Subindex des HVPI, der HVPI ex Tobacco, klammere die Preise von Tabakprodukten aus.
Mindestkupon 1 Prozent p.a. - Laufzeit 7 Jahre
Die Inflationsanleihe 22-29 der Erste Group sei bezogen auf den unrevidierten Eurozone HVPI ex Tobacco. Anleger würden an jedem der sieben jährlichen Zinstermine, erstmalig am 21.10.2023, einen Kupon in Höhe der Inflationsrate erhalten. Diese werde als prozentuale Veränderung des Indexstandes vom Juli gegenüber dem Juli-Stand des Vorjahres errechnet.
Ein Beispiel: Für den Juli 2022 sei der Indexstand mit 116,83 Punkten festgestellt worden. Sollte er im Juli 2023 etwa 123,30 betragen, dann bedeute das Plus von 6,47 Indexpunkten, dass Anleger einen Kupon in Höhe von 5,53 Prozent erhalten würden. Im Jahr 2024 werde analog verfahren, dann allerdings mit dem Jahr 2023 als Bezugsgröße.
Sollte während der siebenjährigen Laufzeit des Papiers in einer Beobachtungsperiode keine Teuerung auftreten (Indexstand unverändert) oder sogar eine Deflation auftreten (negative HVPI-Entwicklung), dann zahle die Anleihe immer den Mindestkupon in Höhe von 1 Prozent p.a. Bei Fälligkeit am 21.10.2029 erfolge die Rückzahlung zu 100 Prozent des Nennwerts. Die Anleihe könne noch bis zum 20.10.2022 zum Kurs von 100 Prozent gezeichnet werden.
Investoren würden das Risiko zwischenzeitlich fallender Anleihekurse übernehmen, was sowohl sinkenden oder gar negativen Inflationsraten, einem (schlimmstenfalls zeitgleich) steigenden Marktzinsniveau, aber auch der Verschlechterung der Bonität der Emittentin geschuldet sein könne, die derzeit durch die Agenturen S&P mit A+ und von Moodys mit A2 bewertet werde.
ZertifikateReport-Fazit: Die Anleihe eigne sich als Beimischung zu klassischen Anleihe- aber auch Aktienportfolios, da sie einen grundsätzlichen Schutz vor Inflation der Eurozone biete. Investoren sollten berücksichtigen, dass neben der restriktiven Geldpolitik der EZB auch politisch-regulatorische Maßnahmen, wie die Energiepreisdeckelung in Frankreich, die Inflation auch kurzfristig wirksam eindämmen könnten. (18.10.2022/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Im August habe sich das Leben in der Europäischen Union um 10,1 Prozent verteuert, auch in Deutschland sei die Inflation im zweistelligen Prozentbereich angekommen. Zur Ermittlung der Inflation werde die Preisentwicklung eines repräsentativen Warenkorbes durch das statistische Amt der Europäischen Union, Eurostat, erhoben und der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für alle Mitgliedsländer, Europa und die Eurozone berechnet. Ein Subindex des HVPI, der HVPI ex Tobacco, klammere die Preise von Tabakprodukten aus.
Mindestkupon 1 Prozent p.a. - Laufzeit 7 Jahre
Die Inflationsanleihe 22-29 der Erste Group sei bezogen auf den unrevidierten Eurozone HVPI ex Tobacco. Anleger würden an jedem der sieben jährlichen Zinstermine, erstmalig am 21.10.2023, einen Kupon in Höhe der Inflationsrate erhalten. Diese werde als prozentuale Veränderung des Indexstandes vom Juli gegenüber dem Juli-Stand des Vorjahres errechnet.
Sollte während der siebenjährigen Laufzeit des Papiers in einer Beobachtungsperiode keine Teuerung auftreten (Indexstand unverändert) oder sogar eine Deflation auftreten (negative HVPI-Entwicklung), dann zahle die Anleihe immer den Mindestkupon in Höhe von 1 Prozent p.a. Bei Fälligkeit am 21.10.2029 erfolge die Rückzahlung zu 100 Prozent des Nennwerts. Die Anleihe könne noch bis zum 20.10.2022 zum Kurs von 100 Prozent gezeichnet werden.
Investoren würden das Risiko zwischenzeitlich fallender Anleihekurse übernehmen, was sowohl sinkenden oder gar negativen Inflationsraten, einem (schlimmstenfalls zeitgleich) steigenden Marktzinsniveau, aber auch der Verschlechterung der Bonität der Emittentin geschuldet sein könne, die derzeit durch die Agenturen S&P mit A+ und von Moodys mit A2 bewertet werde.
ZertifikateReport-Fazit: Die Anleihe eigne sich als Beimischung zu klassischen Anleihe- aber auch Aktienportfolios, da sie einen grundsätzlichen Schutz vor Inflation der Eurozone biete. Investoren sollten berücksichtigen, dass neben der restriktiven Geldpolitik der EZB auch politisch-regulatorische Maßnahmen, wie die Energiepreisdeckelung in Frankreich, die Inflation auch kurzfristig wirksam eindämmen könnten. (18.10.2022/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



