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Inflationsabsicherung durch Qualitätstitel
26.08.21 11:15
Vontobel Asset Management
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zwar liegt das Hauptaugenmerk vieler Anleger auf der steigenden Inflation, doch überwogen letztendlich das Vertrauen in den weltweiten Impffortschritt und die globale Erholung neben der Erwartung einer lockeren Geldpolitik, so Matthew Benkendorf, Chief Investment Officer von Vontobel Quality Growth, einer Boutique von Vontobel Asset Management.
Auch in den USA habe die wirtschaftliche Erholung angezogen. Eine Rekordanzahl von Unternehmen habe positive Prognosen für das zweite Quartal veröffentlicht. Der Markt habe nach einem Anstieg der Inflation und der Ankündigung einer allmählichen Zinsanhebung seitens der US-Notenbank FED kurzzeitig nachgegeben, sich jedoch stabilisiert, nachdem der FED-Vorsitzende Jerome Powell einen gemäßigten Ansatz bei der geldpolitischen Straffung in Aussicht gestellt habe. Da die Zinsen nach wie vor niedrig seien, lasse sich an den Aktienmärkten weiterhin ein Aufwärtstrend verzeichnen. Trotz der Inflationsängste und der Aussicht auf eine schrittweise Straffung der Geldpolitik würden die Märkte erkennbar wieder mit einem Umfeld rechnen, das langfristig niedrige Zinsen verspreche. Offenbar sei man der Ansicht, dass eine deutliche geldpolitische Straffung noch zu weit in der Zukunft liege. Gewinne seien weiterhin möglich, solange das Ertragswachstum anhalte. Der KGV-Anstieg bei Aktien dürfte mittlerweile überwiegend der Vergangenheit angehören. Für die Renditen werde es daher eine größere Rolle spielen, wie hoch künftig das Ertragswachstum ausfalle.
Aus politischer Sicht habe die US-Regierung unter Joe Biden die in sie gesetzten Erwartungen im Allgemeinen erfüllt. Dank des Impfprogramms, der Transferleistungen an Verbraucher, der laufenden Infrastrukturpläne, der Neuausrichtung der US-Außenpolitik und der strengeren regulatorischen Überprüfungen in bestimmten Bereichen habe das Vertrauen an den Märkten zugenommen. Wir rechnen mit einer Zunahme der Volatilität im Laufe des Übergangs zum Jahr 2022, so Matthew Benkendorf von Vontobel Quality Growth. Das politische Klima werde im Vorfeld der wichtigen US-Zwischenwahlen, einem ersten Stimmungstest für die Regierung Biden, naturgemäß rauer werden.
Wir gehen davon aus, dass die steigende Inflation uns in der zweiten Jahreshälfte weiter beschäftigen wird, so Matthew Benkendorf von Vontobel Quality Growth weiter. Während sich der Preisanstieg bei einigen Gütern wie Holz und Gebrauchtwagen abschwäche, würden die Preise in anderen Bereichen hoch bleiben. Man rechne mit einer weiteren Inflationsabschwächung im Verlauf des kommenden Jahres, wenn Arbeitslosengelder auslaufen würden und sich der Lohndruck normalisiere. Anleger würden die Inflation fürchten, obwohl sie in der Regel auf eine gesündere wirtschaftliche Entwicklung hindeute. Anleger sollten das anstehende Jackson Hole Economic Symposium am 28. August im Blick behalten, auch dahingehend, ob Jerome Powell eine Reduzierung der massiven Anleihenkäufe in Aussicht stelle. Dies könnte sich unmittelbar auf Stimmung und Ausgabeverhalten auswirken.
Unternehmen mit dem richtigen Geschäftsmodell könnten dem Inflationsdruck standhalten. So würden bestimmte Konsumgüterhersteller wie Nike über starke Marken, die höhere Preise verlangen könnten, und über hohe Margen verfügen. Eine solide Preissetzungsmacht könne in einem inflationären Umfeld Wachstum überlegen sein. Die Preissetzungsmacht komme auch bei Unternehmen in den weniger konjunkturempfindlichen Bereichen wie Wartung, Dienstleistungen und Abonnements zum Tragen oder in Bereichen, in denen eine wiederkehrende Nachfrage nach Produkten bestehe, die Konsumenten benötigen, begehren würden oder aufgrund staatlicher Vorgaben erwerben müssten.
Anleger würden sich zur Inflationsabsicherung oftmals Rohstoffen zuwenden, wie z.B. Energieunternehmen. Zwar würden Energieunternehmen unter Umständen kurzfristig von dem mit der Inflation einhergehenden Anstieg der Ölpreise profitieren, doch der Kapitalbedarf in der Energiebranche dürfe nicht unterschätzt werden. Ab einem gewissen Punkt müssten die Unternehmen allein zur Aufrechterhaltung der Produktion schon neue Investitionen tätigen. Als Folge nähmen Abschreibungen zu und die Margen normalisieren sich.
Wir sollten für dieses Jahr weiter mit leichter Volatilität an den Aktienmärkten infolge der sich von Quartal zu Quartal ändernden Wirtschaftsdaten rechnen, so Matthew Benkendorf von Vontobel Quality Growth. Da die relativ lockere Zinspolitik über die nächsten 18 Monate Bestand haben dürfte und die Bedrohung durch die Corona-Pandemie allmählich abklinge, würden sich nach Erachten von Matthew Benkendorf jedoch attraktive Chancen für aktive Stockpicker ergeben. Wie das Leben selbst bestünden auch die Märkte aus zu vielen unbekannten Variablen, um einen Zyklus aus zeitlicher Perspektive verlässlich bestimmen zu können. Eine verbreitete Fehlannahme unter Anlegern sei, dass man Schocks für den Markt, wie die Pandemie oder die letzte Finanz- oder Immobilienkrise, voraussehen können müsse. Anleger sollten sich stattdessen darauf konzentrieren, attraktive Anlagechancen, d.h. das Unternehmen und die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge, richtig einzuschätzen. Im Idealfall würden sich diese Unternehmen gegenüber dem Zyklus als resistent oder als davon unabhängig erweisen.
Auf den heutigen Märkten sei ein Qualitätsfokus nach wie vor wichtig. Anleger, die nach Unternehmen suchen würden, die sich durch konsistentes und nachhaltiges Ertragswachstum auszeichnen würden, könnten überzeugt sein, dass diese Unternehmen aus der unausweichlichen Marktvolatilität gestärkt hervorgehen würden. Für einige Anleger ablenkend wirken könne der Boom von thematischen Anlagen. Grundsätzlich könne ein thematischer Ansatz sie zum Kauf von Aktien verleiten, die sich bereits bei anderen Anlegern großer Beliebtheit erfreuen würden. Durch eine thematische Ausrichtung würden sie Gefahr laufen, zwar in einem guten Bereich und vielleicht auch in ein gutes Unternehmen zu investieren, jedoch im Rahmen einer schlechten Anlage, bei der die Bewertung oder zu viel Optimismus in das künftige Wachstum eingepreist sei.
Unserer Auffassung nach sollten Anleger immer zunächst ein etabliertes Unternehmen mit starken Wirtschaftsdaten wählen, dessen künftige Entwicklung positiv und berechenbar und das attraktiv bewertet ist - unabhängig davon, ob es in eine übergeordnete, attraktive Story oder ein bestimmtes Thema passt; manchmal scheinen sich diese Bottom-up-Anlagen in weiter gefassten Themenbereichen wiederzufinden, so Matthew Benkendorf von Vontobel Quality Growth. Benkendorf halte es aber für besser, sie aus der anderen Richtung in Angriff zu nehmen. (26.08.2021/alc/a/a)
Auch in den USA habe die wirtschaftliche Erholung angezogen. Eine Rekordanzahl von Unternehmen habe positive Prognosen für das zweite Quartal veröffentlicht. Der Markt habe nach einem Anstieg der Inflation und der Ankündigung einer allmählichen Zinsanhebung seitens der US-Notenbank FED kurzzeitig nachgegeben, sich jedoch stabilisiert, nachdem der FED-Vorsitzende Jerome Powell einen gemäßigten Ansatz bei der geldpolitischen Straffung in Aussicht gestellt habe. Da die Zinsen nach wie vor niedrig seien, lasse sich an den Aktienmärkten weiterhin ein Aufwärtstrend verzeichnen. Trotz der Inflationsängste und der Aussicht auf eine schrittweise Straffung der Geldpolitik würden die Märkte erkennbar wieder mit einem Umfeld rechnen, das langfristig niedrige Zinsen verspreche. Offenbar sei man der Ansicht, dass eine deutliche geldpolitische Straffung noch zu weit in der Zukunft liege. Gewinne seien weiterhin möglich, solange das Ertragswachstum anhalte. Der KGV-Anstieg bei Aktien dürfte mittlerweile überwiegend der Vergangenheit angehören. Für die Renditen werde es daher eine größere Rolle spielen, wie hoch künftig das Ertragswachstum ausfalle.
Aus politischer Sicht habe die US-Regierung unter Joe Biden die in sie gesetzten Erwartungen im Allgemeinen erfüllt. Dank des Impfprogramms, der Transferleistungen an Verbraucher, der laufenden Infrastrukturpläne, der Neuausrichtung der US-Außenpolitik und der strengeren regulatorischen Überprüfungen in bestimmten Bereichen habe das Vertrauen an den Märkten zugenommen. Wir rechnen mit einer Zunahme der Volatilität im Laufe des Übergangs zum Jahr 2022, so Matthew Benkendorf von Vontobel Quality Growth. Das politische Klima werde im Vorfeld der wichtigen US-Zwischenwahlen, einem ersten Stimmungstest für die Regierung Biden, naturgemäß rauer werden.
Wir gehen davon aus, dass die steigende Inflation uns in der zweiten Jahreshälfte weiter beschäftigen wird, so Matthew Benkendorf von Vontobel Quality Growth weiter. Während sich der Preisanstieg bei einigen Gütern wie Holz und Gebrauchtwagen abschwäche, würden die Preise in anderen Bereichen hoch bleiben. Man rechne mit einer weiteren Inflationsabschwächung im Verlauf des kommenden Jahres, wenn Arbeitslosengelder auslaufen würden und sich der Lohndruck normalisiere. Anleger würden die Inflation fürchten, obwohl sie in der Regel auf eine gesündere wirtschaftliche Entwicklung hindeute. Anleger sollten das anstehende Jackson Hole Economic Symposium am 28. August im Blick behalten, auch dahingehend, ob Jerome Powell eine Reduzierung der massiven Anleihenkäufe in Aussicht stelle. Dies könnte sich unmittelbar auf Stimmung und Ausgabeverhalten auswirken.
Anleger würden sich zur Inflationsabsicherung oftmals Rohstoffen zuwenden, wie z.B. Energieunternehmen. Zwar würden Energieunternehmen unter Umständen kurzfristig von dem mit der Inflation einhergehenden Anstieg der Ölpreise profitieren, doch der Kapitalbedarf in der Energiebranche dürfe nicht unterschätzt werden. Ab einem gewissen Punkt müssten die Unternehmen allein zur Aufrechterhaltung der Produktion schon neue Investitionen tätigen. Als Folge nähmen Abschreibungen zu und die Margen normalisieren sich.
Wir sollten für dieses Jahr weiter mit leichter Volatilität an den Aktienmärkten infolge der sich von Quartal zu Quartal ändernden Wirtschaftsdaten rechnen, so Matthew Benkendorf von Vontobel Quality Growth. Da die relativ lockere Zinspolitik über die nächsten 18 Monate Bestand haben dürfte und die Bedrohung durch die Corona-Pandemie allmählich abklinge, würden sich nach Erachten von Matthew Benkendorf jedoch attraktive Chancen für aktive Stockpicker ergeben. Wie das Leben selbst bestünden auch die Märkte aus zu vielen unbekannten Variablen, um einen Zyklus aus zeitlicher Perspektive verlässlich bestimmen zu können. Eine verbreitete Fehlannahme unter Anlegern sei, dass man Schocks für den Markt, wie die Pandemie oder die letzte Finanz- oder Immobilienkrise, voraussehen können müsse. Anleger sollten sich stattdessen darauf konzentrieren, attraktive Anlagechancen, d.h. das Unternehmen und die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge, richtig einzuschätzen. Im Idealfall würden sich diese Unternehmen gegenüber dem Zyklus als resistent oder als davon unabhängig erweisen.
Auf den heutigen Märkten sei ein Qualitätsfokus nach wie vor wichtig. Anleger, die nach Unternehmen suchen würden, die sich durch konsistentes und nachhaltiges Ertragswachstum auszeichnen würden, könnten überzeugt sein, dass diese Unternehmen aus der unausweichlichen Marktvolatilität gestärkt hervorgehen würden. Für einige Anleger ablenkend wirken könne der Boom von thematischen Anlagen. Grundsätzlich könne ein thematischer Ansatz sie zum Kauf von Aktien verleiten, die sich bereits bei anderen Anlegern großer Beliebtheit erfreuen würden. Durch eine thematische Ausrichtung würden sie Gefahr laufen, zwar in einem guten Bereich und vielleicht auch in ein gutes Unternehmen zu investieren, jedoch im Rahmen einer schlechten Anlage, bei der die Bewertung oder zu viel Optimismus in das künftige Wachstum eingepreist sei.
Unserer Auffassung nach sollten Anleger immer zunächst ein etabliertes Unternehmen mit starken Wirtschaftsdaten wählen, dessen künftige Entwicklung positiv und berechenbar und das attraktiv bewertet ist - unabhängig davon, ob es in eine übergeordnete, attraktive Story oder ein bestimmtes Thema passt; manchmal scheinen sich diese Bottom-up-Anlagen in weiter gefassten Themenbereichen wiederzufinden, so Matthew Benkendorf von Vontobel Quality Growth. Benkendorf halte es aber für besser, sie aus der anderen Richtung in Angriff zu nehmen. (26.08.2021/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 17.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


