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Die Inflation wird verpuffen
18.06.21 16:38
BNP Paribas
Paris (www.anleihencheck.de) - Na toll, alles wird teurer, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".
Beim letzten Tankstopp hätten die Analysten schon wieder tiefer in die Tasche greifen müssen. Und beim ersten Restaurantbesuch seit vielen Monaten habe der Kaffee auch nicht mehr das gekostet, was er früher mal gekostet habe. Ganz zu schweigen vom Dämmmaterial, das den Analysten ihr Handwerker besorgt habe. 30 Prozent Preisaufschlag. Das sei ja super. Nur beim Gehalt bleibe alles beim Alten.
So, nun mal langsam. Werde wirklich alles teurer? Sprich, habe man Inflation? Ganz so einfach sei der Sachverhalt leider nicht. Die Antwort laute nämlich ja und nein. Ja, man habe eine steigende Inflationsrate. In Deutschland sei sie im Mai auf 2,5 Prozent geklettert, so viel wie zuletzt vor zehn Jahren. Dabei gebe es aber deutliche Unterschiede bei den Warengruppen. Nicht alles sei gleich teurer geworden. Ganz im Gegenteil. Vor allem Öl und Gas hätten zugelegt, auch Baustoffe seien extrem viel teurer geworden - man sage nur Dämmstoffe! -, und natürlich der Kaffee nebenan. Nach einem Jahr Zwangspause mit entsprechenden Einnahmeverlusten "runden" die Restaurants nun auf. Sei ja auch irgendwie verständlich. Würden die Analysten ja auch so machen. Wenn der Rubel mal wieder rolle, dann bloß hoch mit den Preisen - wer wisse schon, was morgen sei?
Dieser Trend dürfte sich noch eine Zeit lang fortsetzen. Dabei würden vor allem Warengruppen teurer, die man tagtäglich kaufe. Das habe viel mit Corona zu tun. Die Zwangspause und nun der kräftige Wirtschaftsaufschwung würden die Lieferengpässe offenbaren. Hier und da werde es richtig knapp mit der Versorgung. Selbst Schrauben sollten schon Mangelware sein. Hergestellt würden sie meist in China. Und weil auch dort die Wirtschaft lange Zeit geruht habe, seien die Lagerhallen leer. Wenn dann die Nachfrage steige, sei der Engpass respektive die Preiserhöhung vorgezeichnet. Und weil das eben viele Alltagsprodukte betreffe, würden Experten auch von der gefühlten Inflation sprechen, die die Menschen derzeit umtreibe. Bei um die vier Prozent solle sie sogar schon liegen, die gefühlte Inflation.
Das sei aber nicht die wirkliche Inflation, die liege eben bei 2,5 Prozent. Und wenn man hier noch mal jene Waren rausrechne, die besonders stark zugelegt hätten, zum Beispiel Heizöl und Kraftstoffe, dann bleibe von der Inflation nicht mehr ganz so viel übrig; laut dem Statistischen Bundesamt seien es im Mai 1,6 Prozent gewesen.
Nun, 1,6 Prozent höre sich doch gleich schon viel freundlicher an. Damit könne man leben. Die Inflation, so scheine den Analysten, beruhe vor allem auf einem Post-Corona-Effekt. Vielleicht ähnlich, wie das bei der Einführung des Euro gewesen sei. Damals hätten auch viele Verkäufer "aufgerundet", aus DM-Beträgen seien nicht selten eins zu eins Euro-Beträge geworden. Doch auch dieser Effekt sei damals irgendwann verpufft. (18.06.2021/alc/a/a)
Beim letzten Tankstopp hätten die Analysten schon wieder tiefer in die Tasche greifen müssen. Und beim ersten Restaurantbesuch seit vielen Monaten habe der Kaffee auch nicht mehr das gekostet, was er früher mal gekostet habe. Ganz zu schweigen vom Dämmmaterial, das den Analysten ihr Handwerker besorgt habe. 30 Prozent Preisaufschlag. Das sei ja super. Nur beim Gehalt bleibe alles beim Alten.
Dieser Trend dürfte sich noch eine Zeit lang fortsetzen. Dabei würden vor allem Warengruppen teurer, die man tagtäglich kaufe. Das habe viel mit Corona zu tun. Die Zwangspause und nun der kräftige Wirtschaftsaufschwung würden die Lieferengpässe offenbaren. Hier und da werde es richtig knapp mit der Versorgung. Selbst Schrauben sollten schon Mangelware sein. Hergestellt würden sie meist in China. Und weil auch dort die Wirtschaft lange Zeit geruht habe, seien die Lagerhallen leer. Wenn dann die Nachfrage steige, sei der Engpass respektive die Preiserhöhung vorgezeichnet. Und weil das eben viele Alltagsprodukte betreffe, würden Experten auch von der gefühlten Inflation sprechen, die die Menschen derzeit umtreibe. Bei um die vier Prozent solle sie sogar schon liegen, die gefühlte Inflation.
Das sei aber nicht die wirkliche Inflation, die liege eben bei 2,5 Prozent. Und wenn man hier noch mal jene Waren rausrechne, die besonders stark zugelegt hätten, zum Beispiel Heizöl und Kraftstoffe, dann bleibe von der Inflation nicht mehr ganz so viel übrig; laut dem Statistischen Bundesamt seien es im Mai 1,6 Prozent gewesen.
Nun, 1,6 Prozent höre sich doch gleich schon viel freundlicher an. Damit könne man leben. Die Inflation, so scheine den Analysten, beruhe vor allem auf einem Post-Corona-Effekt. Vielleicht ähnlich, wie das bei der Einführung des Euro gewesen sei. Damals hätten auch viele Verkäufer "aufgerundet", aus DM-Beträgen seien nicht selten eins zu eins Euro-Beträge geworden. Doch auch dieser Effekt sei damals irgendwann verpufft. (18.06.2021/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


