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Inflation steigt durch Basiseffekte leicht an
03.07.23 11:46
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die abgelaufene Handelswoche war geprägt von Aussagen der Notenbanker, schwächeren Konjunkturdaten aus dem Euroraum und China, überraschend guten Wirtschaftsdaten aus den USA und insgesamt steigenden Renditen am Rentenmarkt, so die Experten von Union Investment.
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft trübe sich weiter ein. Nachdem Ende letzter Woche schon der Einkaufsmanagerindex überraschend schwach ausgefallen sei, habe nun auch der ifo-Geschäftsklimaindex für Juni mit 88,5 Zähler deutlicher stärker nachgegeben als erwartet. Analysten seien im Vorfeld zwar von einem Rückgang ausgegangen, hätten aber mit einem Stand von mehr als 90 Punkten gerechnet. Mit dem Rückgang sei zugleich gut die Hälfte der Erholung aus dem letzten Herbst verloren gegangen, als der Optimismus mit der ausbleibenden Energiekrise wieder etwas zugenommen habe.
Während sich die Beurteilung der aktuellen Lage nur leicht verschlechtert habe, würden die rund 9.000 befragten Unternehmen vor allem pessimistischer in die Zukunft blicken. Die Schwäche in der Industrie verfestige sich damit und erhöhe das Risiko, dass die aktuell leichte Rezession der deutschen Wirtschaft in die Verlängerung gehe. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt bereits im Schlussquartal 2022 und auch im ersten Quartal 2023 leicht rückläufig gewesen sei, steige nun die Wahrscheinlichkeit, dass die Wirtschaftsleistung auch im zweiten Quartal geschrumpft sei. Gemäß dem ifo-Institut gäbe es nur wenig Lichtblicke, denn auch im Handel, unter Dienstleistern und am Bau habe sich die Stimmung eingetrübt. Mittelfristig könnte dies zumindest eine positive Wirkung auf die Inflation haben. Der getrübte Ausblick spreche eher nicht dafür, dass Unternehmen ihre Verkaufspreise weiter erhöhen würden.
Vorerst seien die Teuerungsraten aber sogar noch einmal leicht gestiegen. Im Juni habe die Teuerung in Deutschland nach drei Rückgängen in Folge gegenüber dem Vormonat wieder zugelegt und 6,4 Prozent betragen (Mai: 6,1 Prozent). Ein wichtiger Grund seien die Regionalbahn-Tickets der Deutschen Bahn. Vor einem Jahr sei das 9-Euro-Ticket eingeführt worden, wodurch seinerzeit die Inflation gegenüber Mai gesunken sei. Dieser Effekt habe die Teuerung nach oben getrieben.
Erfreulich sei: Ohne diese Verzerrungen zeige der Trend in die richtige Richtung. Die schwächelnde Nachfrage hinterlasse also ihre Spuren. Im Monatsvergleich habe der Preisdruck nicht nur bei Energie, Lebensmitteln und Kerngütern nachgelassen, sondern scheine sich auch bei Dienstleistungen zu stabilisieren. Auch seien nur noch wenige Engpässe bei Vorleistungsgütern oder in den Lieferketten verblieben. Das schaffe insgesamt eine bessere Balance zwischen Nachfrage und Angebot.
Das Notenbankziel von 2 Prozent sei aber noch in weiter Ferne. Zum einen, weil die Produktivität der deutschen Wirtschaft kaum zulege - und damit bei einer Erholung der Nachfrage die Preise auch wieder stärker steigen dürften. Zum anderen sei der Arbeitsmarkt trotz der aktuellen Konjunkturabschwächung robust genug, um für eine ordentliche Lohndynamik zu sorgen. Das zeige: Der Weg zu niedrigeren Inflationsraten sei noch lang und holprig.
Freitagmittag sei dann auch die Inflation für den gesamten Euroraum bekannt gegeben worden. Hier habe es einen leichten Anstieg der Kernrate von 5,3 Prozent auf 5,4 Prozent gegeben. Auch dies unterstreiche, dass vor der EZB noch etwas Arbeit liege.
Während aus dem Euroraum zuletzt eher schwäche Konjunkturdaten veröffentlicht worden seien, hätten die Daten aus den USA oberhalb der Prognosen gelegen. Dieser Trend habe sich in dieser Woche fortgesetzt, als zunächst die wöchentlichen Anträge auf Arbeitslosenunterstützung rückläufig gewesen seien und dann auch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das erste Quartal unerwartet deutlich nach oben revidiert worden sei. Statt um +1,3 Prozent habe die Wirtschaftskraft nun um annualisiert +2,0 Prozent zugelegt. Zu erklären sei das höhere Wachstum vor allem mit den Ausfuhren und den Konsumausgaben, die sich in den ersten drei Monaten des Jahres besser entwickelt hätten als bisher angenommen. (Ausgabe vom 30.06.2023) (03.07.2023/alc/a/a)
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft trübe sich weiter ein. Nachdem Ende letzter Woche schon der Einkaufsmanagerindex überraschend schwach ausgefallen sei, habe nun auch der ifo-Geschäftsklimaindex für Juni mit 88,5 Zähler deutlicher stärker nachgegeben als erwartet. Analysten seien im Vorfeld zwar von einem Rückgang ausgegangen, hätten aber mit einem Stand von mehr als 90 Punkten gerechnet. Mit dem Rückgang sei zugleich gut die Hälfte der Erholung aus dem letzten Herbst verloren gegangen, als der Optimismus mit der ausbleibenden Energiekrise wieder etwas zugenommen habe.
Während sich die Beurteilung der aktuellen Lage nur leicht verschlechtert habe, würden die rund 9.000 befragten Unternehmen vor allem pessimistischer in die Zukunft blicken. Die Schwäche in der Industrie verfestige sich damit und erhöhe das Risiko, dass die aktuell leichte Rezession der deutschen Wirtschaft in die Verlängerung gehe. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt bereits im Schlussquartal 2022 und auch im ersten Quartal 2023 leicht rückläufig gewesen sei, steige nun die Wahrscheinlichkeit, dass die Wirtschaftsleistung auch im zweiten Quartal geschrumpft sei. Gemäß dem ifo-Institut gäbe es nur wenig Lichtblicke, denn auch im Handel, unter Dienstleistern und am Bau habe sich die Stimmung eingetrübt. Mittelfristig könnte dies zumindest eine positive Wirkung auf die Inflation haben. Der getrübte Ausblick spreche eher nicht dafür, dass Unternehmen ihre Verkaufspreise weiter erhöhen würden.
Erfreulich sei: Ohne diese Verzerrungen zeige der Trend in die richtige Richtung. Die schwächelnde Nachfrage hinterlasse also ihre Spuren. Im Monatsvergleich habe der Preisdruck nicht nur bei Energie, Lebensmitteln und Kerngütern nachgelassen, sondern scheine sich auch bei Dienstleistungen zu stabilisieren. Auch seien nur noch wenige Engpässe bei Vorleistungsgütern oder in den Lieferketten verblieben. Das schaffe insgesamt eine bessere Balance zwischen Nachfrage und Angebot.
Das Notenbankziel von 2 Prozent sei aber noch in weiter Ferne. Zum einen, weil die Produktivität der deutschen Wirtschaft kaum zulege - und damit bei einer Erholung der Nachfrage die Preise auch wieder stärker steigen dürften. Zum anderen sei der Arbeitsmarkt trotz der aktuellen Konjunkturabschwächung robust genug, um für eine ordentliche Lohndynamik zu sorgen. Das zeige: Der Weg zu niedrigeren Inflationsraten sei noch lang und holprig.
Freitagmittag sei dann auch die Inflation für den gesamten Euroraum bekannt gegeben worden. Hier habe es einen leichten Anstieg der Kernrate von 5,3 Prozent auf 5,4 Prozent gegeben. Auch dies unterstreiche, dass vor der EZB noch etwas Arbeit liege.
Während aus dem Euroraum zuletzt eher schwäche Konjunkturdaten veröffentlicht worden seien, hätten die Daten aus den USA oberhalb der Prognosen gelegen. Dieser Trend habe sich in dieser Woche fortgesetzt, als zunächst die wöchentlichen Anträge auf Arbeitslosenunterstützung rückläufig gewesen seien und dann auch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das erste Quartal unerwartet deutlich nach oben revidiert worden sei. Statt um +1,3 Prozent habe die Wirtschaftskraft nun um annualisiert +2,0 Prozent zugelegt. Zu erklären sei das höhere Wachstum vor allem mit den Ausfuhren und den Konsumausgaben, die sich in den ersten drei Monaten des Jahres besser entwickelt hätten als bisher angenommen. (Ausgabe vom 30.06.2023) (03.07.2023/alc/a/a)
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| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 20.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
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