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Inflation sinkt, aber die Märkte bleiben nervös
06.06.25 10:45
LOYS
Oldenburg (www.anleihencheck.de) - Vor vier Wochen hatten wir über eine Abwärtskorrektur an den internationalen Börsen berichtet, so Dr. Christoph Bruns und Ufuk Boydak von LOYS.
Zwischenzeitlich hätten sich die Weltbörsen wieder erholen können, woran man erkennen möge, wie wild es in diesem Jahr an den Börsen zugehe. Inhaltlich habe sich im Mai eher wenig Neues ergeben, wenngleich der vom amerikanischen Präsidenten vom Zaun gebrochene Handelsstreit immer mehr das Gepräge der berühmten Echternacher Springprozession annehme.
Neue Zollankündigungen kämen wie aus der Hüfte geschossen aus dem Weißen Haus in Washington und würden wenige Tage später dann abgemildert oder zurückgenommen. An den Börsen stelle man sich allmählich auf die seit längerem beobachtbaren Muster ein und die Kursreaktionsmuster seien gleich geblieben. Auf neue Zollankündigungen würden die Aktienmärkte mit z.T. deutlichen Abschlägen reagieren, während dann die Rücknahme der Drohungen zu entsprechenden Kurssprüngen führe.
Die mit dem Zickzack-Verhandlungskurs einhergehende Volatilität der Kurse erbringe für antizyklisch agierende Investoren durchaus Chancen, zumal wenn eine robuste Liquiditätshaltung betrieben werde. Glücklicherweise spüle die aktuelle Dividendensaison den Anlegern frische Liquidität in die Kasse. Dabei sollte man übrigens nicht übersehen, dass der deutsche Staat zu den Hauptnutznießern dieser Entwicklung zähle. Denn von jedem ausgeschütteten und bereits zuvor schon versteuerten Euro behalte der Staat nochmals 26,37% ein. Eigentlich stünde es der unlängst ins Amt gekommenen GroKo 5.0 gut an, der Frage nachzugehen, ob die hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland mitursächlich für das Siechtum der Volkswirtschaft sei. In diesem Zusammenhang sei auf das fortwährende Ärgernis hinzuweisen, dass der ursprünglich nur ein Jahr lang zu erhebende Solidaritätszuschlag mittlerweile seinen 35. Geburtstag erlebt habe.
Strukturell komplizierter als an den Aktienmärkten zeige sich indessen das Gefüge an den Zinsmärkten. Vor allem am langen Ende der Zinsstrukturkurve würden sich Besorgnisse über die disziplinlose Verschuldung vieler Staaten offenbaren. Die derzeitigen Beratungen zu einem neuen Haushaltsgesetz in Washington hätten die Bondmärkte alarmiert und zugleich die Zinskosten für Amerika nach oben getrieben. Obendrein habe sich die amerikanische Notenbank bislang den Wünschen des Präsidenten widersetzt, die Leitzinsen weiter abzusenken. Unterdessen habe das oberste Gericht der USA festgestellt, dass eine fristlose Entlassung des FED-Präsidenten durch Donald Trump nicht statthaft sei. Zur Begründung habe der Supreme Court auf den "quasi-privaten Charakter" der US-Zentralbank verwiesen. Gleichwohl würden die Experten von LOYS auch in den USA mit weiteren Leitzinssenkungen in diesem Jahr rechnen.
Etwas entspannter sehe die Zinslage in Europa aus. Das jahrelange anämische Wirtschaftswachstum verleite die Europäische Zentralbank dazu, ihren Zinssenkungspfad weiter zu beschreiten. Fortschritte beim Rückgang der Inflationsraten mögen hier hilfreich sein, so die Experten von LOYS. Hilfreich sei hier auch der Auftrieb des Euro, denn in Dollar gehandelte Güter wie z.B. Rohstoffe würden durch den Kursverfall des Greenback günstiger für europäische Verbraucher. So sei es etwa kein Zufall, dass zuletzt stark sinkende Energiepreise die fortwährende Geldentwertung geringer hätten ausfallen lassen als in den Jahren zuvor. (Ausgabe vom 30.04.2025) (06.06.2025/alc/a/a)
Zwischenzeitlich hätten sich die Weltbörsen wieder erholen können, woran man erkennen möge, wie wild es in diesem Jahr an den Börsen zugehe. Inhaltlich habe sich im Mai eher wenig Neues ergeben, wenngleich der vom amerikanischen Präsidenten vom Zaun gebrochene Handelsstreit immer mehr das Gepräge der berühmten Echternacher Springprozession annehme.
Die mit dem Zickzack-Verhandlungskurs einhergehende Volatilität der Kurse erbringe für antizyklisch agierende Investoren durchaus Chancen, zumal wenn eine robuste Liquiditätshaltung betrieben werde. Glücklicherweise spüle die aktuelle Dividendensaison den Anlegern frische Liquidität in die Kasse. Dabei sollte man übrigens nicht übersehen, dass der deutsche Staat zu den Hauptnutznießern dieser Entwicklung zähle. Denn von jedem ausgeschütteten und bereits zuvor schon versteuerten Euro behalte der Staat nochmals 26,37% ein. Eigentlich stünde es der unlängst ins Amt gekommenen GroKo 5.0 gut an, der Frage nachzugehen, ob die hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland mitursächlich für das Siechtum der Volkswirtschaft sei. In diesem Zusammenhang sei auf das fortwährende Ärgernis hinzuweisen, dass der ursprünglich nur ein Jahr lang zu erhebende Solidaritätszuschlag mittlerweile seinen 35. Geburtstag erlebt habe.
Strukturell komplizierter als an den Aktienmärkten zeige sich indessen das Gefüge an den Zinsmärkten. Vor allem am langen Ende der Zinsstrukturkurve würden sich Besorgnisse über die disziplinlose Verschuldung vieler Staaten offenbaren. Die derzeitigen Beratungen zu einem neuen Haushaltsgesetz in Washington hätten die Bondmärkte alarmiert und zugleich die Zinskosten für Amerika nach oben getrieben. Obendrein habe sich die amerikanische Notenbank bislang den Wünschen des Präsidenten widersetzt, die Leitzinsen weiter abzusenken. Unterdessen habe das oberste Gericht der USA festgestellt, dass eine fristlose Entlassung des FED-Präsidenten durch Donald Trump nicht statthaft sei. Zur Begründung habe der Supreme Court auf den "quasi-privaten Charakter" der US-Zentralbank verwiesen. Gleichwohl würden die Experten von LOYS auch in den USA mit weiteren Leitzinssenkungen in diesem Jahr rechnen.
Etwas entspannter sehe die Zinslage in Europa aus. Das jahrelange anämische Wirtschaftswachstum verleite die Europäische Zentralbank dazu, ihren Zinssenkungspfad weiter zu beschreiten. Fortschritte beim Rückgang der Inflationsraten mögen hier hilfreich sein, so die Experten von LOYS. Hilfreich sei hier auch der Auftrieb des Euro, denn in Dollar gehandelte Güter wie z.B. Rohstoffe würden durch den Kursverfall des Greenback günstiger für europäische Verbraucher. So sei es etwa kein Zufall, dass zuletzt stark sinkende Energiepreise die fortwährende Geldentwertung geringer hätten ausfallen lassen als in den Jahren zuvor. (Ausgabe vom 30.04.2025) (06.06.2025/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


