Inflation nicht so stark gestiegen wie erwartet


08.10.13 10:43
AXA Investment Managers

Köln (www.anleihencheck.de) - Trotz besserer Konjunkturdaten, rückläufiger Arbeitslosenzahlen und fortgesetzter QE ist die Inflation nicht so stark gestiegen wie erwartet, so Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers.

In den USA habe die PCE-Inflationsrate - also der Preisindex für Konsumausgaben - im August 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr betragen, während die Kerninflationsrate bei nur 1,5 Prozent gelegen habe. In Europa sei die Kerninflation mit 1,1 Prozent im August sogar noch niedriger gewesen; in vielen Ländern habe sie noch nicht einmal 1,0 Prozent erreicht. Weltweit sei die Inflationsdynamik schwach. Für Anleihen sei das positiv, da die Zentralbanken ihre aktuelle Zins- und expansive Geldpolitik fortsetzen könnten. Doch über die Faktoren, die die Inflationsentwicklung bestimmen würden, bestehe immer noch keine völlige Klarheit.

Klar sei indes, dass es in den letzten Jahren eher die Deflation gewesen sei, die Zentralbankern wie Ben Bernanke Sorgen gemacht habe. Grund seien der Einbruch des Kreditwachstums, der anschließende systemweite Schuldenabbau und der Anstieg von Überkapazitäten gewesen. Zudem falle es bei schwachen Lohnzuwächsen schwer, sich um einen echten Anstieg der Inflationsrate auf längere Sicht zu sorgen.

In den USA seien die Stundenlöhne seit 2010 kaum gestiegen: den jüngsten Zahlen zufolge um nur 2,2 Prozent. In Europa und Japan stagniere die Lohnentwicklung. In Großbritannien habe der Dreimonatsdurchschnitt der wöchentlichen Lohnzuwächse im August bei mageren 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gelegen. Bernanke und Yellen seien offensichtlich der Meinung, die Arbeitslosenquote müsse noch sehr viel weiter sinken, bevor Lohninflation eintrete. Die Experten seien sich nicht sicher, inwieweit das ein oder andere Mitglied des EZB-Zentralbankrats diese Einstellung teile, doch Lohn- und Inflationswachstum seien für die EZB derzeit kein Thema. Halte der aktuelle Trend an, so könnte die niedrige Inflationsrate bedeuten, dass die Renditen vorerst ebenfalls auf niedrigem Niveau verharren würden. (08.10.2013/alc/a/a)